Garten

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Durchs Jahr mit dem Obst- und Gartenbauverein Sulzberg

Ernte von Wurzelgemüse

Kaltkeimer

Kürbis-Spaß

Löwenzahn

Stauden teilen

Inhaltlich wird diese Seite von Maria Buchmüller, Obfrau des Obst- und Gartenbauvereines von Riefensberg betreut. Ein herzliches Dankeschön an sie!
Gebhard Herburger gesellt sich nun zu Maria Buchmüller und berichtet über den Obst- und Gartenbauverein in Sulzberg. Auch ihm ein herzliches Dankeschön!

 

Obst- und Gartenbauverein

Bericht von Gehard Herburger

Im Mai, das großartige Frühlingsfest auf dem Dorfplatz veranstaltet vom Obst- und Gartenbauverein Sulzberg. Die übergroße Besucherzahl gibt dem Vereinskonzept recht: Nicht nur musikalisch und kulinarisch war das Angebot auf die Besucher abgestimmt, auch verwandte Vereine, wie Kneippverein und Imkerverein stellten sich vor.

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An einem schönen Frühlingstag wurde mit den Volksschüler ein Baumsetzkurs veranstaltet. Die Kinder waren mit voller Begeisterung bei der Sache. Und es kann angenommen werden, dass sie nun zu Hause den Eltern fachmännisch erklären, wie denn Bäume richtig gesetzt und gepflegt werden. In Gebhard Herburger hatten sie einen ausgezeichneten Lehrer, der ihnen all sein Fachwissen mitteilte. Und die Kinder dankten es ihm.

 

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Viele Vereinsmitglieder warten alljährlich auf den Vereinsausflug. Heuer fuhren wir am Freitag, den 21. 6. zum Rosen Weibel nach Mäder. Josef Waibel, Gründer der größten Rosengärtnerei führte uns zuerst durch den Öko-Schulgarten in Mäder. Hier können junge Menschen naturnahe erleben, wie Obst und Gemüse gepflanzt wird, heranwächst und geerntet werden kann. Ein Erlebnis der besonderen Art: Die Führung durch die Glashäuser und das Freiland bei Rosen Weibel. Die Königin der Blumen – “Rosen” in verschiedenen Farben, Größen und Düften konnten wir bewundern. Inmitten dieser vielen Blumen stärkten wir uns beim Mittagessen. Beim herzlichen Abschied beschenkte uns Frau Weibel mit einem Rosenstrauß für jeden der 63 Teilnehmer.

Zum Kuchen und Kaffee wurden wir in der Propstei Sankt Gerold erwartet. Gewitter und Regen brachte doch etwas Abkühlung auf der Fahrt ins Große Walsertal. Eine Führung in der Kirche über den etwas anderen Friedhof bis hinab in den Klosterkeller ließ die Zeit schnell vergehen. Heim ging es dann über Damüls in den Bregenzerwald zum Abendessen in den Gasthof Alpelblick in Lingenau.

Dorffest und Ausflug waren wieder bestens vorbereitet von unserem Vereinsspezialisten Othmar Moosbrugger. Viele unzählige Stunden die Othmar für den Verein einsetzt, ihm gebührt besonderer Dank.

Wie gestalte ich meinen Ziergarten war das Thema der ersten Gartenbegehung am 22. 6. 2002.
60 Besucher bewunderten den Ziergarten von Martha und Othmar Bereuter im Badhaus.

 

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Es grüßt alle Leser herzlich – Gebhard Herburger.

 

Ernte von Wurzelgemüse – Sorgfalt bis zum letzten Tag

Mit einem guten Vorrat an Wurzelgemüse erscheint der Winter halb so lang und lässt sich doppelt so gut aushalten, vor allem mit solchen aus dem eigenen Garten.

Wann geerntet wird, bestimmen Witterung und jeweilige Gemüseart. Möhren beweisen ihre Lagerreife mit vergilbendem Laub. Ist es fast ganz trocken, darf man die Ernte keinesfalls länger hinausschieben, weil sonst die Wurzeln überreif werden, platzen und sich schlecht halten.

An einem schönen Tag hebt man die Möhren mit der Grabgabel aus der Erde, lässt sie abtrocknen und dreht das Laub ab. Nur einwandfreie Wurzeln oder Rüben lohnen die Lagerung.

 

Reife Rote Bete lassen im Blattwachstum nach, die Blätter selbst verfärben sich je nach Sorte. Rote Bete mit Seitensprossen sind bereits überreif und taugen nicht zum Einwintern. Weil runde und plattrunde Sorten sich besser ohne Verletzung der Rüben ernten lassen als halblange und lange, gibt man ihnen den Vorzug. Saftverlust mindert den Wert der Rüben. Man lockert die Rüben vorsichtig mit der Grabgabel, zieht sie aus der Erde und dreht das Laub ab.

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Erntreife Selleriepflanzen sehen aus, als ob sie müde wären. Ihre äußeren Blätter hängen nach unten, die inneren stehen nicht mehr so aufrecht wie früher.

Trockenes Wetter am Erntetag ist besonders wichtig, denn es soll möglichst viel Erde zwischen den Wurzeln herausgeschüttelt werden. Danach kürzt man die Wurzeln etwas ein und reißt die Blätter, ausgenommen drei bis fünf Herzblätter, nach außen hin vollständig glatt ab. Rettiche lassen mit ihren Blättern nicht erkennen, ob es Zeit zur Ernte ist, weil sie gewöhnlich bis zum ersten Frost grün bleiben. Ja, frisches Blattwerk ist sogar ein Kriterium für Qualität.

Die Ernte von Chicoréewurzeln eilt nicht, da sie in der Erde ausreichend vor leichtem Frost geschützt sind. Entlang der ersten Reihe hebt man einenspatenstichtiefen Graben aus und lasst dann die Wurzelreihen in den Graben abkippen. Die nächst Reihe folgt und so fort. Die Blätter nicht gleich abschneiden, sondern nachdem die Wurzeln an einem schattigen Platz und vor Regen geschützt die Aufbaustoffe aus den Blättern eingezogen haben. Dann auf etwa vier Zentimeter stutzen. Ähnlich werden Schwarzwurzeln geerntet, wenn die Blätter vergilben.

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Kaltkeimer

Hat nicht jeder von euch schon teure Samen gekauft, in Töpfe ausgesät und vergebens auf nur ein grünes Spitzchen gewartet? Meist liegt es nicht an den Samen, sondern an der Aussaatmethode. Viele Stauden und Gehölze, die aus gemäßigtem Klima stammen, bauen eine Klimasperre in ihre Samen ein. Sie keimen erst, nachdem sie wochenlang in feuchter Erde bei sehr kühlen Temperaturen gelegen haben.

Diese Kaltkeimer könnt ihr jetzt in Töpfen oder Schalen aussäen. Verwendet ein Gemisch aus Blumenerde und Sand oder fertige Aussaaterde. Feuchtet die Aussaaten an, steckt die Gefäße in durchsichtige Plastikbeutel und bindet sie zu . So trocknen die Samen nicht aus. Die Aussaaten stehen den Wintertemperaturen ausgesetzt am besten im Schatten unter einem Nadelbaum. Schaut regelmäßig ob alles in Ordnung ist. Die Erde soll feucht, aber nie nass sein. Im Spätwinter heißt es dann aufpassen, sowie die Samen keimen, stellt die Töpfe in ein mäßig warmes Gewächshaus oder in den Frühbeetkasten. Dort können sich die Keimlinge rasch weiterentwickeln.

Zu den Kaltkeimern gehören:

Adonisröschen Küchenschelle
Ahorn Lampionsblume
Alpenenzian Lungenkraut
Anemonen-Arten Nieswurz
Apfel Primeln
Arnika Rosen
Aster- Arten Staudenphlox
Edeldistel Steinbrech
Eisenhut Süßdolde
Frauenmantel Tränendes Herz
Hartriegel Trollblume
Heidekraut Veilchen
Himmelschlüssel Weinraute
Kirsche u.v.a.  

 

Kürbis-Spaß

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Ob als Laterne, herbstlicher Schmuck oder leckeres Gericht; Kürbisse beweisen Klasse. Die Beliebtheit gruseliger Kürbislaternen ist ungebrochen. Kaum ein Gartenschmuck erhellt finstere Herbstnächte so originell wie die Relikte aus keltischer Zeit. Wochenlang zieren verschiedene Kürbisse Haus und Garten. Doch nur für herbstlichen Gartenschmuck wäre er viel zu schade, man kann ihn vielseitig in der Küche verwenden. Aus Kürbissen lassen sich gesunde, köstliche und dekorative Gerichte zubereiten.

Gebratener Kürbis:
Kürbis in 1,5 cm dicke Scheiben schneiden, mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat würzen und mit Mehl bestäuben. Die Scheiben in Olivenöl oder Kürbiskernöl braten bis beide Seiten braun sind. Dazu eine Kräuter- Creme- Fraiche reichen.

Suppe im Kürbis gegart (nach Paul Bocuse):
Von einem flachrunden Kürbis (z. B. 2 kg schweren ´Roten Zentner´) den Deckel abnehmen, Kerne und Fasern entfernen; die entstandene Höhle würzen sie mit Salz, Pfeffer, Muskat, geben 1 Tasse Sahne und eine ½ Tasse geriebenen Hartkäse hinein und füllen bis auf ¾ mit Gemüsebrühe auf. Den Deckel darauf setzen, auf einem Backblech in den Ofen schieben und 1 Stunde bei 180 ° C garen; das weiche Fruchtfleisch mit dem Löffel in die Suppe schaben und das Ganze im Kürbis pürieren. Obendrauf streuen sie nach Belieben Dill oder geröstete Kürbiskerne oder ziehen etwas Kürbiskernöl mit der Gabel durch die Oberfläche; im Kürbis servieren.

Kürbis – Mandeltarte:
Zutaten für eine Springform von 26 cm Durchmesser, 12 Stück
Teig: 100 g kalte Butter, 250 g Weizen, fein gemahlen, 40 g Honig ,1 Prise Meersalz, 1 EL Zitronensaft, 2-3 EL Wasser, Pergamentpapier, etwa 1 kg Trockenerbsen zum Vorbacken (wiederverwendbar)
Belag: 600 g Kürbis ohne Kerne, 3 Eier, 75 g Honig, 1 TL Zitronensaft, ½ TL abgeriebene Zitronenschale, ½ Tl Zimt, 1 Prise Nelken, 1 Prise Meersalz, 50 g Quark, 50 g Vollkornsemmelbrösel, 150 g säuerliche Äpfel, 2 EL Mandelplättchen oder gehackte Mandeln, 1-2 EL Butterflöckchen, Butter in kleine Stücke schneiden, mit Weizenvollkornmehl zu Krümeln verreiben, Honig, Meersalz, Zitronensaft und Wasser zugeben und schnell einen Teig herstellen. Teig mit etwas Mehl zu einem Kreis von etwa 32 cm Durchmesser ausrollen, Springform damit auslegen und einen Rand von 4 cm bilden, 30 -60 Minuten kalt stellen. Backofen auf 180 Grad vorheizen. Kürbis im Ganzen in eine ofenfeste Form setzen und im Backofen etwa 30 Minuten backen, bis das Fleisch weich geworden ist. Teig mit Pergamentpapier und Trockenerbsen belegen und 12 – 15 Minuten vorbacken.
Kürbisfleisch abkühlen lassen, aus der Schale lösen, pürieren und 400 g abwiegen. Eigelb verquirlen, mit Honig, Zitronensaft, Zitronenschale, Zimt, wenig Nelkenpulver, Meersalz, Mandeln, Quark und Vollkornbröseln mischen. Apfel in 1 cm dicke Würfel schneiden und unterheben, Eiweiß steif schlagen, ebenfalls unterheben und Kürbismasse auf dem vorgebackenen Boden verstreichen. Mandelplättchen darauf verteilen und mit wenig Butterflöckchen belegen. 35 -45 Minuten backen, eventuell zwischendurch die Oberfläche abdecken, damit sie nicht zu stark bräunt.
Abgekühlt mit Vanillesahne servieren.

 

Löwenzahn

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Nur kurze Zeit können wir uns über die herrlich, gelbe Pracht auf unseren Wiesen freuen. Der Löwenzahn, dieses (Un-) Kraut, das auf allen Wiesen und Wegrändern und oft zum Ärger von uns Gartenbesitzern auch im Rasen und in den Gemüsebeeten wächst, ist vom Blatt bis zur Blüte und zur Wurzel ein wertvoller Gesundbrunnen.

Aus den getrockneten Blättern und Wurzeln (Vorsicht! Die frische Wurzel kann zu Vergiftungen des Darmes führen) wird ein blutreinigender, harntreibender und abführender Tee hergestellt. Frische junge Blätter können zu Salaten beigemischt werden. Aus den Blüten kann man Wein, Sirup, Likör oder Fruchtschnaps herstellen. Im Garten sind Löwenzahntee und Löwenzahnjauche wertvolle Hilfen zur Wachstumsregulierung und zur Qualitätsverbesserung der Früchte.

Großmutters bewährte Rezepte sind vom Kräuterfachmann Mitterberger aus der Kräuterstube in Egg zusammengestellt.

Löwenzahnhonig
Drei bis vier gehäufte Hände voll Löwenzahnblüten lässt man in zwei Liter Wasser gut kochen, seiht ab und rührt in den heißen Saft 1 ½ kg Rohrohrzucker (in der Kräuterstube erhältlich) und den Saft von 2 Zitronen ein. Unter ständigem Umrühren kocht man die Flüssigkeit nochmals solange, bis eine sirupartige, fadenziehende Masse entsteht. Diese füllt man in weithalsige Gläser. Der so gewonnene Sirup ist, wenn er sorgfältig bereitet wird, von Honig geschmacklich kaum zu unterscheiden.

Löwenzahnlikör
Dazu braucht man ½ Liter vom obigen Löwenzahnsirup, ein Liter Obstler, ein Schuss Rum
Oder: ½ Liter Löwenzahnsirup, ½ Liter laues Wasser, ½ Liter Weingeist (96 %), 50 ml Rum
Den Löwenzahnsirup mit dem Obstler vermischen, den Rum dazu geben bzw. den Sirup mit dem lauen Wasser mischen, dann den Weingeist mit dem Rum zufügen, alles gut schütteln und dann etwa 3 Wochen im Keller ruhen lassen. Dann filtern und in schöne Flaschen abfüllen. Ein einfaches, aber sehr gutes Rezept!

Löwenzahnschnaps
Wir benötigen 40-50 Löwenzahnblüten, 0,7 Liter Obstler
Nur die vollblühenden, gelben (ausgezogenen) Blütenblätter verwenden. Diese mit dem Obstler übergießen und alles eine Woche lang an der Sonne (ab und zu etwas schütteln) ziehen lassen. Abfiltern und dann nochmals 3 Monate im Keller nachlagern. Dadurch gewinnt diese Spezialität noch bedeutend im Geschmack. Dunkel (einpacken) lagern.

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Löwenzahn ist fast überall zu finden. Doch sollte man diesen nur dort ernten, wo er möglichst frei von Abgasen und treibenden Düngern wachsen kann. In mittleren Höhenlagen blüht der Löwenzahn je nach Klima etwas später. Die beste Pflückzeit ist bei Blüte- oder Fruchttagen im aufsteigenden Mond.

Löwenzahnjauche
Herstellung: 1½ – 2 kg frische Pflanzen (Blüten und Blätter) werden in 10 Liter Wasser angesetzt. Nach 14 Tagen ist die Jauche gebrauchsfertig.
Verwendung: Zur Wachstumsregulierung und Verbesserung der Früchte, unverdünnt oder 1:5 verdünnt im Frühjahr und Herbst über Boden und Pflanzen gießen.

Löwenzahntee
Herstellung: 15-20 g getrocknete Blüten, Blätter und Wurzeln werden mit einem Liter kochendem Wasser überbrüht.
Verwendung: Zur Verbesserung der Qualität der Früchte im Frühjahr und Herbst unverdünnt über alle Pflanzen spritzen.

 

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Stauden teilen

Wenn eine Staudenrabatte mit den Jahren verfilzt, stark wachsende Stauden schwächere überwuchern, muss dies nicht an einem Gestaltungsfehler liegen. Staudengemeinschaften entwickeln sich nun einmal weiter, und dass manche Arten überhand nehmen und andere verschwinden ist eigentlich ein natürlicher Prozess. Sie wünschen sich aber eine immer harmonische und zu jeder Jahreszeit blühende Staudenrabatte. Deshalb müssen sie gelegentlich allzu großem Wildwuchs Einhalt gebieten. Nicht immer muss dabei die ganze Rabatte umgekrempelt werden. Es reicht oft schon aus, Teilbereiche, in denen manche Stauden überaltert sind oder zu stark wuchern, etwas aufzufrischen.

Nehmen sie also die zu dicht gewachsenen und gealterten Stauden heraus, teilen sie die Filze mit einem Spaten oder Messer in einzelne Teilstücke, von denen sie die kräftigsten mit den jüngsten Wurzeln und Trieben pflanzen. Arbeiten sie bei dieser Gelegenheit noch einmal reichlich Kompost und einen organischen Dünger in den Boden ein. Dann pflanzen sie von den starkwüchsigen Stauden nur wenige, von den schwächeren etwas mehr Teilstücke neu.

Den Rest können sie verschenken, zum Beispiel auf einer Pflanzentauschbörse.