April

1. April:
Hugo von Grenoble
Bischof von Grenoble
* 1053 in Châteauneuf-d’Isère bei Valence
† 1. April 1132 in Grenoble

Hugo war Kanonikus an der Kathedrale in Valence und wurde 1080 Bischof von Grenoble. Zwei Jahre nach seinem Amtsantritt zog er sich von den vielen Problemen in seiner Diözese zurück als Novize ins Benediktinerkloster Chaise-Dieu, nach einem Jahr ging er auf Geheiß des Papstes Gregor VII. zurück nach Grenoble. Er wirkte 1084, durch einen Traum veranlaßt, an der Gründung der „Großen Kartause von Grenoble“ mit, indem er das dafür erforderliche Land Bruno und seinen sechs Gefährten zur Verfügung stellte und auch in den Jahren danach diese Einrichtung großzügig unterstützte. Die Überlieferung berichtet, wie er eines Tages dort den Speisesaal betrat und die Mönche ertappte, wie sie verbotenerweise Fleisch aßen; bei seiner Berührung zerfiel es.
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Bild: Francisco de Zurbarán: Das Wunder des Heiligen Hugo von Grenoble, um 1633, Museo de Bellas Artes in Sevilla

2. April:
Franz von Paola
Einsiedler, Ordensgründer
* 1416 in Paola bei Neapel
† 2. 4. 1507 in Plessis-les-Tours in Frankreich

Franz‘ Eltern hatten befürchtet, keine Kinder haben zu können; als aber ihr Gebet zu Franziskus von Assisi mit einer Schwangerschaft endete versprachen die dankbaren Eltern, ihr Kind nach diesem Heiligen zu benennen; als der kleine Junge schwer erkrankte versprachen die Eltern, im Falle einer Heilung solle er ein Jahr lang die Franziskanerkutte tragen. Mit dreizehn Jahren ließ Franz sich in ein Franziskanerkloster aufnehmen und fiel dort bald durch seine Frömmigkeit, seinen Gehorsam und durch kleine Wundertaten auf. Mit Fünfzehn verließ er das Kloster, um als Einsiedler in Kalabrien zu leben. Bald schon wurde seine einsame Höhle entdeckt, viele Menschen suchten Rat und Hilfe, andere kamen, um ebenso zu leben. 1454 errichtete er in Cosenza ein Kloster; diesen Bau soll er mit vielen Wundern unterstützt haben. Franz wurde mit diesem Kloster der Gründer des „Ordens der Eremiten des Heiligen Franz von Assisi „, auch „Paulaner“ genannt oder „Minimi“, weil sie „noch bescheidener als die franziskanischen Minoriten“ lebten; der Genuss von Fleisch und jeglichen Tierprodukten war untersagt, strengste Kasteiungen gehörten zur Lebensweise. Er legte eine verschärfte Franziskanerregel zugrunde, die 1474 bestätigt, wurde. Auch in Deutschland gründete er Niederlassungen.Zahlreiche Heilungen und Totenerweckungen werden Franz zugeschrieben, glühende Kohlen soll er ohne Schaden in der Hand gehalten, auf seinem Mantel stehend die Meerenge von Messina durchfahren haben. Von Papst Sixtus IV. wurde er 1483 nach Plessis bei Tours zu König Ludwig XI. geschickt, damit er diesen von schwerer Krankheit heile. Franz teilte dem oft grausam herrschenden König mit, dass er ihn nicht von seiner Krankheit befreien könne, ihn aber auf einen christlichen Tod vorbereiten wolle – ein Angebot, das der König tatsächlich akzeptierte: der König starb in seinen Armen. In dem für Franz von Ludwigs Sohn Karl VIII. erbauten Kloster Plessis-les-Tours starb er nach einem Leben strengster Askese mit 91 Jahren.
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Bild : Franz von Paola. Gemälde von Jean Bordichon in der Kirche S. Maria della Pace in Rom

3. April:
Pankratius
Märtyrer, Eisheiliger
* um 290 in Phrygien
† um 304 in Rom

Die Legende erzählt, dass der verwaiste Sohn eines reichen Römers 303 mit seinem Onkel Dionys nach Rom reiste. Mit seinem ererbten Vermögen half er dort den verfolgten Christen, besonders den um ihres Glaubens willen Gefangenen. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius von einem der Verfolgungsbefehle Kaiser Diokletians erfasst und vor den Kaiser gebracht. Der Vierzehnjährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen, deshalb wurde er öffentlich enthauptet, sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Eine Christin barg ihn unter Lebensgefahr und setzte ihn in den Katakomben an der Via Aurelia bei.

4. April:
Benedikt
Abt in Palermo
* 1526 (?) in San Fratello bei Messina
† 4. April 1589 in Palermo

Benedikt stammte aus einer armen Familie, seine Eltern waren aus Äthiopien nach Sizilien importierte Sklaven, er war Bergbauer und Viehhirt. In der Nähe seines Dorfes hatten sich Franziskaner niedergelassen, in deren Kloster Benedikt eintrat. Zu den Gelübden der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit legte er ein freiwilliges viertes Gelübde ab: drei Tage in der Woche zu fasten, die übrigen Tage einfach zu essen, niemals Wein zu trinken. Seine Mitbrüder achteten ihn „wie einen Engel“. Nach dem Tod des Abtes wählten sie ihn zum Nachfolger: als Laie, der nicht lesen und schreiben konnte. Deshalb wurde ihr Kloster vom Papst aufgelöst und verfügt, die Brüder sollten in anderen Klöstern Unterkunft finden. Benedikt fand am Stadtrand von Palermo Unterkunft in einer Klosterküche, wo er mehrere Jahre Dienst tat, bis er auch in diesem Kloster 1578 zum Oberen gewählt wurde. Durch seine Lauterkeit und Heiligkeit reformierte er das Kloster, um dann wieder in der Versenkung der Küche zu verschwinden. Als Benedikt starb, strömten die Menschen der Umgebung zusammen.
04-04
Bild: moderne Ikone

5. April:
Maria Magdalena de Bengy
Ordensgründerin
* 21. September 1781 in Châteauroux in Frankreich
† 5. April 1858 in Paris in Frankreich

Maria Magdalena de Bengy wurde Witwe und gründete dann 1820 in Amiens die Gemeinschaft der „treuen Gefährtinnen Jesu“ zur Erziehung und Unterrichtung von Mädchen.

6. April:
Coelestin I.
römischer Bischof
* in der Campania
† 26. Juli 432 in Rom

Coelestin war 422 bis 432 römischer Bischof. Vor seiner Wahl zum Bischof von Rom war er Erzdiakon der römischen Kirche. In Berichten über seine Amtszeit wird hauptsächlich auf die christologischen Kontroversen über den Nestorianismus eingegangen. Nachdem das Konzil von Ephesus 431 festgelegt hatte, dass Christus eine Person sei, in der sich zwei Naturen, die göttliche und die menschliche, vereinen, ließ Coelestin I. den Patriarchen von Konstantinopel, Nestorius, exkommunizieren. Coelestin I. entsandte Germanus von Auxerre nach Britannien, um die Anhänger des Pelagianismus zu bekehren.

7. April:
Johann Baptist de la Salle
Ordensgründer
* 30. April 1651 in Reims
† 7. April 1719 in Rouen

Nach seiner Weihe zum Priester 1678 wurde Johann Baptist zum Kanonikus der Kathedrale von Reims ernannt. Vor allem das Leid der Kinder und Jugendlichen der Armen rührte ihn, deshalb gründete er 1679 eine kostenlose Schule für Knaben. Die Lehrer nahm er in sein eigenes Haus auf, setzte sein Familienvermögen ein und gab sein Amt als Domherr auf. Die Gemeinschaft in seinem Haus wurde immer enger, 1684 legte er mit seinen Brüdern ein Gelübde ab und gründete den Orden der „Brüder der christlichen Schule“. Die Gemeinschaft diente zunächst ausschließlich dazu, die christliche Erziehung zu verbessern. 1685 entstand zu diesem Zweck in Reims auch eine Schule zur Ausbildung der Lehrkräfte, eines der ersten Institute dieser Art. In ganz Frankreich folgten weitere Freischulen, Realschulen und Lehrerseminare. Statt Einzelunterricht wurde der Unterricht in Klassen eingeführt, statt Latein das Französische als Unterrichtssprache verwendet. Johann Baptist ist somit der Begründer des französischen Volksschulwesens. Johann Baptist liegt in Rouen begraben. Die Schulbrüder sind heute einer der größten Orden überhaupt.
04-07

8. April:
Beata von Ribnitz
Nonne
* in Mecklenburg
† 8. April 1399 in Ribnitz in Mecklenburg

Beata war eine Tochter des Herzogs von Mecklenburg und Klarissin im Kloster Ribnitz. Sie starb im Ruf der Heiligkeit ob ihrer Demut, Bußfertigkeit und Nächstenliebe.

9. April:
Maria des Kleophas
Jüngerin Jesu
† im 1. Jahrhundert

Maria war die Frau (möglichwerweise die Tochter) eines Kleophas. Sie wird im Johannesevangelium (19, 25) als Zeugin der Kreuzigung Christi genannt, gehörte also zum engeren Kreis der Jüngerinnen Jesu. Nach den anderen Evangelien war sie die Mutter des Jüngers Jakobus, des Jüngeren (Markusevangelium 15, 40), und war dabei, als die Frauen zum Grab gingen, um Jesus zu salben, und dann die ersten Zeuginnen seiner Auferstehung wurden (Markusevangelium 16, 1).
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Bild: Bernhard Strigel: Maria des Kleophas und ihre Familie, um 1520/1528, National Gallery of Art in Washington

10. April:
Notker von Lüttich
Bischof von Lüttich
* in Schwaben
† 10. April 1008 in Lüttich in Belgien

Notker, Sohn einer schwäbischen Adelsfamilie, war Propst des Klosters St. Gallen und wurde wohl noch von Kaiser Otto I. mit dem Bistum Lüttich betraut. Er ließ die Kathedrale St. Lambert wieder herstellen und gründete die Stifte Ste. Croix, St. Denis und St. Jean-l’Evangeliste und gilt als „zweiter Gründer“ der Stadt, die er befestigen ließ. Er führte die Lütticher Schulen zu großer Blüte, seine Zöglinge wurden zu bedeutenden Vertretern des Reichsepiskopats. Als einflussreicher Ratgeber der Ottonenherrscher unternahm ermehrere Italienreisen und leitete eine Gesandtschaft an den König von Frankreich.

11. April:
Stanislaus von Krakau
Bischof von Kraków, Märtyrer
* um 1030 bei Kraków
† 11. April 1079 in Kraków

Stanislaus wurde nahe Kraków aus polnischem Adel geboren. Die Jugend- und Ausbildungszeit verbrachte er in Gnesen und Paris. Nach seiner Heimkehr wurde er Priester und Kanonikus in Kraków und schon als junger Mann im Jahr 1072 Bischof daselbst. Einen Toten habe er als Zeuge für einen Rechtsstreit um ein Grundstück der Kirche aus dem Grabe erweckt. Auf Befehl König Boleslaws II., „des Kühnen“, den er mehrfach wegen Grausamkeiten und ehelicher Untreue ermahnt und schließlich exkommuniziert hatte, wurde Stanislaus während einer Messe erschlagen und gevierteilt. Überlieferungen berichten, der König habe selbst das Urteil vollstreckt, weil seine Ritter sich geweigert hätten. Während Stanislaus schon wenige Jahre später als Heiliger verehrt wurde, musste Boleslaw nach Ungarn fliehen – das wütende Volk vertrieb den König ob seiner Untat am Bischof, wo er später auch starb. Stanislaus ist einer der meist verehrtesten Heiligen in Polen. Seine Überreste befinden sich in der Kathedrale von Krakau.
04-09
Bild: Bild aus dem 19. Jahrhundert: Stanislaus wird während der Messe erschlagen

12. April:
Julius I.
römischer Bischof
* in Rom
† 12. April 352 in Rom

Julius wurde 337 römischer Bischof. In seine Amtszeit fiel ein entscheidender Teil der Auseinandersetzung der noch jungen Kirche mit der sie zu zerreißen drohenden Lehre des Arianismus. Die Leistung des Julius bestand in dieser Auseinandersetzung weniger in großen theologischen Schriften, sondern in klugem, sachlichem und vor allem entschiedenem Handeln. Er stellte sich deutlich hinter Athanasius, der in erster Linie den harten Kampf ausfocht, und dem Julius in Rom Asyl gewährte. Bei der Synode von 340 in Rom wurde seine Position bestätigt. Durch den von Julius herbeigeführten Beschluss der Synode von Sardica 342, dass das Absetzungsurteil einer Regionalsynode vom Bischof von Rom verworfen werden könne, stärkte er die zentrale Macht Roms. In seiner Amtszeit wurde in Rom die Kirche „Zu den Zwölf Aposteln“ gebaut. Julius wurde von den Römern schon früh als Heiliger verehrt.
04-12

13. April:
Martin I.

Papst, Märtyrer
* um 600 in Todi in Umbrien
† 16. September 655 in Cherson in der Ukraine

Martin war vor seiner Papstwahl päpstlicher Gesandter am kaiserlichen Hof in Konstantinopel. 649 wurde er zum Papst gewählt und ohne kaiserliche Bestätigung geweiht. Sein Regierungsantritt fiel in eine Zeit hitziger theologischer Streitigkeiten um das Problem des Monotheletismus, die Frage, „wieviele Willen“ in Jesus wirksam gewesen seien. Die Diskussion war so heftig, dass der byzantinische Kaiser Konstantin II., der die Einheit der Kirche und des Reiches angesichts drohender muslimischer Angriffe erhalten wollte, 648 jede weitere Diskussion über dieses leidige Thema strikt verbot. Nachdem die in Rom unter Martins Vorsitz abgehaltene Lateransynode dieses Dekret und den Monotheletismus 649 verurteilt hatte, schickte der Kaiser ein Verhaftungskommando; doch dessen Leiter revoltierte gegen den Kaiser und erklärte sich selbst zum Herrn über Italien. Drei Jahre lang konnte der Papst in seinem Schatten ungestört regieren. Nach dessen Tod wurde Martin jedoch 653 von einem neuerlichen Exekutionskommando gefangen genommen, 654 nach Konstantinopel gebracht, wegen Hochverrats zum Tod verurteilt, dann begnadigt und in die Verbannung auf der Krim geschickt, wo er starb.

14. April:
Petrus Gonzáles, „der Bekenner“ (Elmo, Telmo)

Mönch
* vor 1190 in Astorga in Spanien
† 14. April 1246 in Túy in Spanien

Petrus entstammte spanischem Adel und führte ein prunkvolles Leben. Nach der Ernennung zum Dechanten seiner Heimatstadt ritt er auf prächtig geschmücktem Pferd Beifall heischend durch die Straßen, bis sein Pferd scheute, ihn in den Straßenschmutz abwarf und das Volk hämisch lachte. Petrus zog sich einige Monate in eine Einsiedelei zurück, trat dann dem Dominikanerorden bei, wurde Prediger und Beichtvater des Königs Ferdinand III. von Kastilien. Nach Jahren am Hof widmete er sich den Armen im Lande und besuchte entlegenste Orte, um dort zu predigen. Besonders widmete er sich Seeleuten, die sonst kaum eine Kirche aufsuchen konnten, besuchte sie auf ihren Schiffen und verkündete ihnen dort das Evangelium. Er starb während einer seiner Missionsreisen und wurde an seinem Todesort beigesetzt.

15. April:
Huna (Hunna)

Wohltäterin
* in Frankreich (?)
† um 687 in Hunaweiler im Elsass

Huna war eine Wohltäterin für Arme, genannt „die heilige Wäscherin“, weil sie Bedürftigen die Wäsche wusch. Sie und ihr Mann Huno verschenkten ihre Güter an Klöster und stifteten die Kirche ihres Heimatortes. Hunas Grab war im Mittelalter ein vielbesuchter Wallfahrtsort, einer nahen Quellle wurde Heilwirkung nachgesagt. Nach der Erhebung ihrer Gebeine am 15. April 1520 gingen sie in der Reformation verloren.

16. April:
Bernadette Soubirous (Marie Bernard)

Seherin, Nonne
* 17. Februar 1844 in Lourdes
† 16. April 1879 in Nevers-sur-Loire

Bernadette, ältestes von sechs Kindern, war Tochter eines armen Müllers, aufgewachsen in einer alten, dunklen und feuchten Mühle, einem ausgedienten Gefängnis, wo sie sich vermutlich das Asthmaleiden zuzog, das sie ihr Leben lang plagte. Sechs Tage vor ihrem 14. Geburtstag hatte Bernadette beim Holzsammeln im Wald zum ersten mal die Vision, die sich im folgenden halben Jahr noch 17 Mal wiederholen sollte: Ihr erschein in der wenige Meter von ihrem Elternhaus entfernten Grotte Massabielle eine weibliche Gestalt von großer Schönheit in einer goldschimmernden Wolke. Die „Dame“, wie Bernadette sie bewundernd-ehrfurchtsvoll nannte, die sich später als die Jungfrau Maria zu erkennen gab, forderte Bernadette zum Bau einer Kirche an der Grotte und zur Abhaltung von Prozessionen zu diesem Ort auf. In einer zweiten Erscheinung 14 Tage später forderte die „Dame“ Bernadette zum Trinken aus der Grotte auf. Es war aber kein Wasser zu sehen; Bernadette kratzte etwas Erde weg, plötzlich entsprang der Stelle klares Wasser. Maria offenbarte ihr die Heilkraft der Quelle. Ein erblindeter Mann fand tatsächlich sein Augenlicht wieder, die Nachricht von der Heilkraft des Wassers verbreitete sich rasch. Am 16. Juli 1858 erlebte Bernadette die letzte Erscheinung, im selben Jahr gab es das erste von bislang 66 von der katholischen Kirche anerkannten Heilungswundern: Catherine Latapie Chourat tauchte ihren gelähmten Arm in die Quelle und zog ihn geheilt wieder heraus. Schon 1862 bestätigte die katholische Kirche die Echtheit der Visionen, Lourdes entwickelte sich rasch zu einem der bedeutendsten katholischen Wallfahrtsorte. Bernadette hatte Misstrauen, Unverständnis und Anfeindungen, zudem ihre schwere Krankheiten zu ertragen. Die Presse nannte sie eine hysterische Person, zweifelte an ihrer Glaubwürdigkeit, selbst der berühmte Schriftsteller Emile Zola bekundete sein Misstrauen. Um sich vor Neugier, Belästigungen und Aufdringlichkeiten zu verbergen, verließ Bernadette 1866 ihre Heimat und schloss sich den Barmherzigen Schwestern in Nevers an; 1867 legte sie ihre Klosterversprechen ab und erhielt den Ordensnamen Marie Bernard. Auch im Kloster wurde sie immer wieder gedemütigt und erniedrigt, doch alle Enttäuschungen konnten sie nicht von der Liebe zu jener „Dame“ abbringen. Einer ihrer Mitschwester stellte Bernadette die Frage: „Was tut man mit einem Besen?“ „Man kehrt mit ihm.“ „Und anschließend?“ „Man stellt ihn hinter die Tür in die Ecke.“ „Eben! Das ist meine Geschichte. Maria hat mich benutzt und nun in die Ecke gestellt. Das ist mein Platz.“ Im Kloster durfte über ihre Vergangenheit nicht gesprochen werden. 1879 starb Bernadette, erschöpft und von der Krankheit ausgezehrt. Ihr Leib, aufgebahrt im Glasschrein des Klosters in Nevers, blieb unverwest. Lourdes wurde zum berühmtesten Marien Wallfahrtsort der Welt, Hunderttausende suchen hier Heilung. Dokumentiert sind bislang über 6.000 medizinisch auffällige Heilungen, 2.000 davon von Ärzten als unerklärlich eingestuft, 66 hat die katholische Kirche nach eingehender Prüfung als Wunderheilungen anerkannt. Andachtsbilder von Bernadette waren die ersten, die fotografisch erstellt wurden.

17. April:
Katharina Tebakwitha

Büßerin
* 1656 in Ossernenon in den USA
† 17. April 1680 in Caughnawaga in Kanada

Katharina wurde nach dem frühen Tod ihrer indianischen Eltern von Verwandten erzogen. Sie lehnte mehrfach eine Heirat ab und gelobte Jungfräulichkeit. Als 20-jährige wurde sie von einem Jesuitenpater getauft und schloss sich einer Missionsstation der Jesuiten bei Montreal an. Dort führte sie ein Leben der Buße und des Gebets. Nach ihrem Tod ereigneten sich Wunder und Heilungen. Ihre Gebeine sind im Reservat der Mohawk-Indianer in Caughnawaga aufbewahrt. Die „Lilie der Mohawks“ war die erste Indianerin, die selig gesprochen wurde.

18. April:
Alexander von Alexandria

Patriarch von Alexandria
† 17. April 328 (oder 326) in Alexandria (?)

Alexander verhinderte mit seiner Kandidatur zum Patriarchen zu Beginn des 4. Jahrhunderts, dass Arius, der Begründer des Arianismus, dieses Amt antreten konnte. Auf dem Konzil von Nicäa war er, zusammen mit seinem Sekretär und späteren Nachfolger ein wichtiger Wortführer. Alexander war beim Volk hoch angesehen, galt als liberal, als Förderer der Armen und lebte streng asketisch.

19. April:
Leo IX.

Papst
* 21. Juni 1002 in Egisheim im Elsass
† 19. April 1054 in Rom

Bruno – so sein bürgerlicher Name – wurde als Sohn des elsässischen Grafen Hugo von Egisheim und der Gräfin Hedwig von Dagsburg im Elsass geboren. In Toul wurde er von Bischof Berthold erzogen, wurde Priester, dann in die Kanzlei des deutschen Kaisers Konrad II. berufen. 1026 erbat eine Delegation aus Toul den gerade erst 24jährigen, das Bischofsamt in Toul zu übernehmen. Schon am Hof des Kaisers hatte Bruno den Investiturstreit miterlebt. Als Bischof wurde er ein entschiedener Reformer im Sinne Clunys. Er leitete zahlreiche Synoden, hielt sich dabei immer an die Partei des Kaisers. 1048 starb nach nur ganz kurzer Regierungszeit Papst Damasus II.Gegen seinen heftigen Widerstand sollte Bruno auf Wunsch des Kaisers Heinrich III., der Fürsten und der Bischöfe Papst werden. Er knüpfte seine Zusage aber an die Zustimmung durch das Volk von Rom. Nach seinem Amtsantritt als Leo IX. Ende Februar 1029 führte er die offizielle Kirchenpolitik weiter, indem er gegen die Priesterehe und für das Zölibat eintrat, Simonie und die Laieninvestitur bekämpfte. Er organisierte die päpstliche Verwaltung neu, berief zahlreiche Reformer nach Rom und minderte so den Einfluss des römischen Klerus. Er hielt eine Vielzahl von Versammlungen und Synoden ab, leitete die gregorianische Reform der Kirche ein und war der Begründer des Kardinalskollegiums in seiner bis heute praktizierten Form. Auf langen Visitationsreisen durch ganz Europa restaurierte er Klöster, weihte viele Kirchen, so auch in Augsburg und Regensburg, und stärkte den unmittelbaren Einfluss des Papsttums auf von Rom ferne Gemeinden. Leo wollte beim Volk präsent sein; seine Legende erzählt, wie er einen aussätzigen Bettler in sein eigenes Bett legte. Während seines Pontifikats fand der lange Dogmenstreit zwischen West- und Ostkirche im ehemaligen Römischen Reich 1054 durch die Exkommunikation des Patriarchen von Konstantinopel und aller seiner Kirchenmitglieder seinen Höhepunkt: Dieser Schritt vollendete die Spaltung zwischen Rom und der orthodoxen Kirche. Durch den Einfall der Normannen und deren Angriff auf Rom 1053 wurde der Friedliebende zu militärischem Kampf gezwungen, der aber mit einer Niederlage endete. Leo bot sich den Siegern als Geisel an, wurde gefangen und 1054 schwer krank wieder freigelassen. Er starb sechs Wochen später, erschöpft und ausgelaugt, nachdem er sich ans Grab des Petrus hatte tragen lassen, um dort seine letzten Stunden zu verbringen. Leo IX. war der bedeutendste deutsche Papst des Mittelalters.

20. April:
Agnes von Montepulciano
Äbtissin in Montepulciano
* um 1268 bei Montepulciano
† 1317 daselbst

Agnes wurde bei den Nonnen von del Sacco erzogen und dank ihrer besonderen Frömmigkeit schon mit 15 Jahren auf päpstliche Anordnung Äbtissin des neugegründeten Klosters Proceno. Auf Bitten aus ihrer Heimatstadt leitete sie ab 1298 das Dominikanerinnenkloster in Montepulciano bis zu ihrem Tod.

21. April:
Konrad von Parzham
Mönch
* 22. Dezember 1818 in Parzham in Niederbayern
† 21. April 1894 in Altötting

Konrad – sein bürgerlicher Name war Johannes Birndorfer – wurde als Bauernsohn geboren. Johannes war von klein auf ein ausgesprochen frommer Mensch. Er war der Jungbauer und seine Geschwister wollten ihn dazu bringen, den recht großen Hof zu übernehmen. Er aber wollte in ein Kloster eintreten; allerdings es war nicht leicht für ihn, Aufnahme zu finden: immer wieder wurde er abgelehnt, so musste er den Wunsch aufgeben, Priester zu werden. Erst als Dreißigjähriger fand er im Kapuzinerkloster Altötting Aufnahme mit dem Ordensnamen Konrad und seinen Platz fürs Leben an der Klosterpforte.
41 Jahre lang wirkte Bruder Konrad an diesem Platz, wo er mit Tausenden von Wallfahrern zu tun hatte, die mit vielerlei Anliegen und Bitten zu ihm kamen. Aber auch Kinder aus vielen armen Altöttinger Familien kamen bettelnd an die Pforte, keines von ihnen ging leer aus. Trotz seines 18-Stunden-Tages an der Pforte blieb das Gebet der Mittelpunkt von Konrads Lebens: stundenlang und nächtelang, jede freie Minuten nutzend, betete er. Zugleich hatte er ein außerordentliches Verlangen nach dem Empfang der Eucharistie; im Kloster war es üblich, zwei- bis dreimal wöchentlich die Kommunion zu empfangen. Doch Konrads Verlangen war so übermächtig, dass ihm die tägliche Kommunion erlaubt wurde, die er frühmorgens empfing, um bei den anderen kein Aufhebens zu machen. Im Alter von mehr als 75 Jahren konnte er seinen Dienst wegen der Beschwerden des Alters nicht mehr verrichten, aber noch in der Stunde seines Todes raffte er sich von seinem Lager auf und wollte zur Tür gehen, da er glaubte, dass der stellvertretende Pförtner die Glocke überhört habe. Doch er brach zusammen; bis zu seinem Tod einige Tage später sprach er kein einziges Wort mehr.
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Bild: Konrad auf dem Totenbett

22. April:
Agapitus I.
Papst
* in Rom
† 22. April 536

Agapitus war der Sohn des römischen Priesters == Gordianus, der in den Unruhen zur Zeit des Papstes Symmachus erschlagen wurde. Agapitus wurde 535 zum Papst gewählt. Seine erste Amtshandlung war, den Bann zu verbrennen, den sein Vorvorgänger Bonfatius II. gegen Dioskur ausgesprochen hatte. Er setzt die Beschlüsse des Konzils von Karthago in Kraft, nach denen ehemalige Anhänger des Arianismus keine kirchlichen Ämter übernehmen konnten.
Nachdem die byzantinischen Truppen unter Belisarius schon Sizilien erobert hatte und nun Italien bedrohten, sandte Gotenkönig Theodehad den Papst nach Konstantinopel zu Kaiser Justinian; um die Reisekosten aufzubringen, mußte Agapitus die heiligen Gefäße der römischen Kirchen verpfänden. In Begleitung von fünf Bischöfen und eines stattlichen Gefolges kam er im Februar 536 in die Hauptstadt des östlichen Reichsteiles, aber wie Agapitus vorhergesehen hatte, scheiterte seine Mission: Justinian beharrte auf seinen Rechten. Für die Kirche war die Reise dennoch ein Erfolg: eine Unterminierung der Beschlüsse des Konzils von Chalcedon konnte gerade noch rechtzeitig verhindert werden, Justinian übergab dem Papst ein schriftliches Glaubensbekenntnis. Wenig später wurde Agapitus krank und starb nach zehnmonatiger glänzender Regierungszeit. Seine sterblichen Überreste wurden in die Peterskirche nach Rom überführt.

23. April:
Adalbert von Prag
Glaubensbote bei den Pruzzen, Bischof von Prag, Erzbischof von Gnesen, Märtyrer
* um 956 in Libesice in Ostböhmen
† 23. April 997 bei Tentikken bei Fischhausen, dem heutigen Primorsk in Russland

Adalbert, mit bürgerlichem Namen Wojtech, war Sohn eines böhmischen Fürsten aus dem Hause der Slavniks, seine Mutter war mit dem deutschen König Heinrich I. verwandt. Wojtech ging in Magdeburg zur Schule, wurde 981 in Prag zum Priester geweiht und bereits zwei Jahre später dort Bischof. Die in Böhmen herrschende Dynastie der Premysliden wollte mit der Ernennung des Sohnes aus dem konkurrierenden Fürstenhaus der Slavniks Ruhe schaffen. Adalberts Amtszeit endete aber in einem Fiasko: er konnte sich in den politischen Zwistigkeiten und gegen die Widersacher seiner Reformen für den Klerus nicht durchsetzen, legte deshalb 989 sein Amt nieder, musste nach Rom fliehen und wurde Benediktinermönch auf dem Aventin. Die Böhmen wollten Adalbert dann doch zurückhaben, sie wurden dabei unterstützt vom Mainzer Bischof und dem Papst. Zusammen mit zwölf Mönchen kehrte er 992 nach Prag heim, gründete das Kloster Brevnov, das bald zu einem religiös-kulturellen Zentrum wurde – und bis zur Unterdrückung durch den Kommunismus nach 1945 blieb – und amtierte wieder als Bischof von Prag. Von dort aus unternahm er Missionsfahrten nach Ungarn, wo er wohl König Geysa und König Stephan I. taufte, und nach Polen, wo er Erzbischof von Gnesen – dem heutigen Gniezno – wurde. Erneut führte Adalberts Sittenstrenge zu Widerständen bei Klerus und Volk; 994 musste er wieder nach Rom in ein Kloster fliehen. Nachdem 996 seine Familie ermordet worden war, zwang ihn der Gehorsam gegenüber Papst und Kaiser aber wieder zur Rückkehr. Seine Gegner hatten in Prag inzwischen die weltliche Macht übernommen, so dass er zunächst nach Mainz ging, wo er im Umfeld von Kaiser Otto III. wirkte. Schließlich begab Adalbert sich mit tatkräftiger Unterstützung des polnischen Herzogs == Boleslav I. zur Mission bei den Pruzzen, blieb aber ohne Erfolg. Dabei wurde Adalbert am Frischen Haff mit einem Ruder erschlagen und mit Spießen durchbohrt. Ein Adler soll seinen Leichnam bewacht haben, bis er in Gnesen im um 1000 erbauten Dom bestattet werden konnte; Boleslav I. habe seinen Leichnam mit Gold aufwiegen lassen und so losgekauft. Adalberts Gebeine ruhen seit 1039 im Veitsdom in Prag. Trotz seines Misserfolgs gilt er als Missionar Preußens. Das Adalbertkreuz in Tentikken wurde 1831 errichtet, 1945 zerstört, zum eintausendsten Todestag 1997 wieder aufgebaut.
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Bild : Kaiser Otto II. setzt durch die Überreichung des Bischofsstabes Adalbert von Prag in sein geistliches Amt ein. Darstellung auf der Bronzetür am Dom zu Gnesen aus der 1. Hälfte des 12. Jahrhunderts

24. April:
Fidelis von Sigmaringen (Markus Roy)
Priester, Märtyrer
* im Herbst 1578 in Sigmaringen
† 24. April 1622 in Seewies in Graubünden

Markus Roy, wie Fidelis mit bürgerlichem Namen hieß, war Sohn des Bürgermeisters von Sigmaringen, studierte und promovierte als Jurist in Freiburg und war 1611 bis 1612 Gerichtsrat im Elsass, wobei er sich das Prädikat „Advokat der Armen“ erwarb. Enttäuschung und Verbitterung über Fehlurteile und Mißwirtschaft veranlaßten Markus Roy 1612, in den Kapuzinerorden einzutreten. Er wurde Priester, widmete sich der Buße und der Sühne, setzte ganz auf die Kraft des Gebetes, verlängerte freiwillig die Gebetszeiten, betete auch bei der Arbeit und fastete streng über Monate hin. Als Seelsorger und Prediger in der Zeit des dreißigjährigen Krieges, der Zeit unerbittlicher und verbissener konfessioneller Streitigkeiten, bereiste er das Elsaß, die Schweiz und Vorarlberg, um dort für seinen Orden rekatholisierend zu wirken. Seine Predigten machten lange Wanderungen notwendig, durch Schnee, Regen und Kälte wurde er geschwächt, schließlich krank; schon zu jener Zeit unterschrieb er seine Briefe mit „Bruder Fidelis, in Kürze eine Speise der Würmer.“ 1621 wurde er Guardian des Klosters Feldkirch in Vorarlberg. Im selben Jahr besetzten die Österreicher das untere Engadin und den Prätigau in der Schweiz, es begann die gewaltsame Rekatholisierung der den Graubündnern entrissenen Landesteile, Fidelis wurde der Leiter der von der römischen Kongregation für die Ausbreitung des Glaubens für Rhätien gegründeten Mission. Als er unter militärischem Schutz in der Kirche in Seewis predigte, drangen die Bauern in das Gotteshaus ein, überwältigten die Soldaten und erschlugen den fliehenden Prediger auf der Straße.
04-24

25. April:
Markus
Evangelist, Bischof von Alexandria (?), Märtyrer
* in Jerusalem (?)
† 67 (?) in Alexandria (?)

Markus war ein zum Christentum bekehrter Jude. Markus gilt als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums, das er auf der Grundlage von Petrus‘ Predigten wohl in Rom schrieb. Er zog der Überlieferung nach um 65 nach Alexandrien und gründete die dortige Kirche; als Bischof von Alexandria überfielen ihn demnach christenfeindlich gesinnte Einwohner am Altar und schleiften ihn mit einem Strick um den Hals ums Jahr 67 zu Tode. Ein Unwetter hinderte die Mörder, ihn zu verbrennen; sein Leichnam blieb unberührt liegen, bis Christen ihn bestatten konnten.
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Bild : Marmorstatue von Donatello

26. April:
Alde (Alda, Alida, Aude)
Tertiarin
* in Italien
† 1309 in Siena

Alde heiratete sehr jung den Adligen Bindo Bellanti aus Sienna, mit dem sie eine sehr fromme Ehe führte. Sie liebte ihren großzügigen und frommen Ehegatten sehr. Im Alter von 30 Jahren wurde sie Witwe, schloss sich dem 3. Orden der Franziskaner an und widmete sich den Armen und den Patienten in einem Krankenhaus in Siena.

27. April:
Petrus Canisius
Mönch, Priester, Kirchenlehrer
* 8. Mai 1521 in Nimwegen in Holland
† 21. Dezember 1597 in Fribourg in der Schweiz

Peter de Hondt (lateinisch „canis“ = „Hund“) war der Sohn des Bürgermeisters von Nimwegen im damals zu Deutschland gehörenden Geldern. Er studierte in Köln, 1543 trat er als erster Deutscher in den Jesuitenorden ein. In vielen Teilen Deutschlands gründete er Jesuitenzentren, so die erste deutsche Ordensniederlassung der Jesuiten in Köln. Er lehrte an deutschen Universitäten, darunter in Köln und Wien, wirkte als Prediger in Deutschland, in der Schweiz, in Österreich und in Böhmen, war Universitätsrektor in Ingolstadt, Domprediger in Wien. Dreimal lehnte er die Würde des Bischofs von Wien ab, um weiter in ganz Europa lehren zu können. Petrus war der Sprecher der katholischen Bürgerschaft Kölns, während der Erzbischof dem Protestantismus zuneigte. Er war maßgeblich am Reichstag zu Augsburg von 1556 beteiligt und begleitete den Augsburger Bischof als Berater auf das Konzil von Trient. Von dort berief ihn der Ordensgründer Ignatius nach Rom, um ihn als Führer der Gegenreformation wieder nach Deutschland zu senden. Dabei wurde der von Canisius in Deutschland aufgebaute Jesuitenorden zu einem entscheidenden Faktor. Als sein bekanntestes Werk gilt sein „Deutscher Katechismus“, ein Werk in drei Bänden für Kinder, Schüler und Studenten, in dem in der Form knapper Fragen und Antworten der Glaube der katholischen Kirche vermittelt wird; das Buch erlebte in nur zehn Jahren 55 Auflagen in neun Sprachen. Nach Auseinandersetzungen mit seinem Nachfolger als Ordensprovinzial wurde Petrus 1580 nach Fribourg versetzt, wo er ein Kolleg gründete. Hier starb er und ist unter dem Hochaltar der Michaels-Kirche bestattet. Petrus Canisius gilt der katholischen Kirche als der „zweite Apostel Deutschlands“ nach Bonifatius; diese Bezeichnung des Gegenreformators ist protestantischen Christen ein ökumenisches Ärgernis.
04-27
Bild: Kupferstich von Dominikus Custos, um 1600

28. April:
Pierre Chanel
Glaubensbote in Ozeanien, Märtyrer
* 12. Juli 1803 in Potière im Département Ain
† 28. April 1841 auf Futuna, heute zu Frankreich gehörig

Pierre Chanel wurde als Sohn eines Schäfers geboren, aber schon bald von seinem Bischof ob seiner Intelligenz und Glaubensstärke beachtet und zum Priester ausgebildet. 1837 wurde er – möglicherweise durch Papst Gregor XVI. persönlich – als Missionar in die Südsee geschickt, nachdem er sich zuvor der Priesterkongregation der Maristen angeschlossen hatte. Missionsarbeit auf Tahiti und Tonga wurde von Protestanten verhindert, deshalb wirkte er als Glaubensbote auf der Insel Futuna in Westozeanien. Als er den Sohn des Häuptlings Niuliki zum Glauben bekehrte und taufte, fürchtete der König um seine Herrschaft und ließ Pierre ermorden. Dennoch wurde schon bald die ganze Insel katholisch. Pierre war der erste Märtyrer Ozeaniens.

29. April:
Irmtrud (Ermentrud) von Hasnon
Äbtissin in Hasnon
† im 9. Jahrhundert

Irmtrud, eine Tochter von Kaiser Karl, dem Kahlen, wurde Äbtissin in Hasnon.

30. April:
Pius V.
Papst
* 17. Januar 1504 in Bosco Marengo bei Alessandria
† 1. Mai 1572 in Rom

Pius V. hieß mit bürgerlichem Namen Michele Ghislierie. Er wurde mit 14 Jahren Dominikanermönch und arbeitete danach ohne Unterlass für die Inquisition, bis er schließlich zum Großinquisitor aufstieg. Ab 1556 war er Bischof von Sutri und Nepi im Norden von Rom, 1557 wurde er zum Kardinal ernannt und schließlich 1566 als Papst gewählt. Pius war ein frommer Asket und ein Reformer von Verwaltung, Katechismus, Brevier und Messbuch, der die Beschlüsse des Konzils von Trient energisch in die Tat umsetzte. Seine strengen Reformen und repressive Maßnahmen gegen Andersdenkende stärkten die römische Kirche zur Zeit der Gegenreformation. Er gründete und erneuerte die Kongregationen der Kurie, bekämpfte leidenschaftlich die Simonie und verfocht den Zölibat. Er unterstützte die französischen Katholiken in ihrer Verfolgung der Hugenotten, vertrieb zahlreiche Juden aus dem Kirchenstaat und nutzte die Inquisition schonungslos, um jeden Ketzer zu strafen. Mittels der Inquisition zerstörte er den Protestantismus in Italien. Pius exkommunizierte Elisabeth I. von England, woraufhin die Katholiken auf der Insel schärfer verfolgt wurden, viele nun auch den Märtyrertod starben. Spannungen gab es auch mit Philipp II. von Spanien und Maximilian II. von Österreich. 1570 erneuerte Pius die Heilige Allianz mit Spanien und Venedig gegen die Türken; Papst Julius II. hatte diese Allianz im Jahre 1511 ins Leben gerufen. Pius‘ Gebetsbemühungen wird der wunderbare Seesieg über die Türken bei Lepanto am 7. Oktober 1571 zugeschrieben: in der Schlacht kämpfte eine türkische Flotte mit über 270 Galeeren gegen die Flotte der von Spanien, Venedig und dem Papst gebildeten Heiligen Liga. Die Flotte der Heiligen Liga bestand aus 200 Rudergaleeren und sechs großen venetianischen Segelgaleeren. Beide Seiten erlitten schwere Verluste; am Ende siegte die Flotte der Heiligen Liga, die über 100 der feindlichen Galeeren kapern und Tausende christlicher Sklaven befreien konnte. Dieser Sieg war der erste große Sieg der Christen über das Osmanische Reich und daher von nicht zu unterschätzender psychologischer Bedeutung. Er leitete den Niedergang der Vorherrschaft des Osmanischen Reiches im Mittelmeerraum ein, dafür gewannen die Osmanen aber nach und nach an Land die Überlegenheit. In einer Vision hatte Pius den Sieg vorausgesehen. Sein Nachfolger legte den Tag dieses Sieges als Rosenkranzfest fest.

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon