Dezember

1. Dezember:
Natalia (Natalie) von Nikomedien
Wohltäterin
* in Nikomedien, dem heutigen Izmit
† nach 300 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul

Natalie war die Witwe des Märtyrers Hadrianus Bis zu seiner Hinrichtung kümmerte sie sich um ihren Mann und andere zum Tod Verurteilte, nach seinem Tod um 303 ließ sie sich beim Grab ihres Mannes in Byzanz – dem heutigen Istanbul – nieder.
12-01

2. Dezember:
Lucius von Chur
Priester, Glaubensbote im nördlichen Rätien,
erster Bischof von Chur (?), Märtyrer (?)
* im Prättigau, dem Tal der Landquart in Graubünden
lebte im 5. / 6. Jahrhundert

Lucius war Priester, er wirkte nach zuverlässiger Überlieferung als Glaubensbote in Rätien der Gegend um Chur; ungesichert ist die Überlieferung, dass er zum ersten Bischof der Stadt ernannt wurde und – wie seine legendäre Schwester Emerita als Märtyrer starb.
12-02

3. Dezember:
Franz Xaver (Francesco de Jassu y Javier)
Glaubensbote in Indien und Ostasien, Ordensprovinzial
* 7. April 1506 auf Schloss Xavier, dem heutigen Javier, bei Pamplona
† 3. Dezember 1552 auf der Insel Sancian (Santschao) bei Kanton in China

Don Francesco de Jassu y Javier studierte ab 1525 in Paris. Er war eitel und karrierebewusst, gab aber während des Studiums seinem Leben eine radikale Wende, nachdem er 1533 Ignatius von Loyola kennengelernt hatte. Er wurde sein Anhänger, half ihm bei der Erstellung der Ordensregeln und gehörte so 1534 zu den Gründungsvätern des Jesuitenordens 1537 wurde er gemeinsam mit Ignatius und vier weiteren Gefährten in Venedig zum Priester geweiht, im gleichen Jahr übernahm er das Amt des ersten Sekretärs des Ordens.
12-03

4. Dezember:
Barbara
Märtyrerin, Nothelferin
* Ende des 3. Jahrhunderts

Schon frühzeitig wurde Barbara Mittelpunkt der Verehrung. Aufgrund des Blitzschlag gegen ihren Vater wurde Barbara mit dem Blitz in Verbindung gebracht, bei Stürmen werden Gebete an sie gerichtet. Aus demselben Grund ist sie die Schutzheilige der Artillerie. Ihr Bildnis wurde früher häufig auf Waffenlagern und Pulvermagazinen aufgestellt; der Pulverlagerraum eines französischen Kriegsschiffes wird noch heute als Sainte-Barbe bezeichnet.
Als eine der 14 Nothelfer wird Barbara besonders zum Schutz vor jähem Tod und als Beistand der Sterbenden angerufen, ihr Gebet um Sündenvergebung für alle Christen sei ihr durch eine Stimme vom Himmel bestätigt worden. Zahlreiche Volksbräuche zeigen ihre Verehrung: Zweige, die an ihrem Gedenktag als “Barbarazweige” von Apfel- oder Kirschbäumen abgeschnitten und ins Wasser gestellt werden, blühen an Weihnachten. Dies ist ein uralter Orakelbrauch: Wenn man vor Wintereinbruch das Vieh von den Weiden in die Stallungen trieb, nahm man solche Zweige von den Bäumen mit, zu Weihnachten schloss man aus der Anzahl der Blüten auf die Fruchtbarkeit des darauf folgenden Jahres. Symbolisch stehen die aufgeblühten Zweige für das Weihnachtslied “Es ist ein Ros’ entsprungen”.

5. Dezember:
Anno II. (Hanno) von Köln
Erzbischof von Köln, Reichskanzler
* um 1010 in Schwaben
† 4. Dezember 1075 in Siegburg

Anno stammte aus schwäbischem Adel, ging in Bamberg in die Klosterschule, wurde dort Domschulmeister und bald an den Hof von Kaiser Heinrich III. berufen, den er auf seinen Ungarnfeldzügen von 1051 und 1052 begleitete. 1056 bestimmte der Kaiser ihn gegen seinen Willen zum Erzbischof von Köln. Er wurde einer der größten Erzbischöfe der Stadt, Gründer der Benediktinerklöster Siegburg, Grafschaft und Saalfeld, der Stifte St. Maria ad gradus und St. Georg in Köln; den Klöstern verordnete er die Reformen von Cluny. Er soll in seiner Amtszeit alle Gemeinden seines Bistums besucht haben, sorgte sich um Arme, gründete ein Krankenhaus.

6. Dezember:
Nikolaus von Myra
Metropolit von Myra, Wundertäter
* um 280/286 in Patara in Lykien, heute ein Ruinenfeld bei Kalkan (?)
† 6. Dezember zwischen 345 und 351 in Myra, dem heutigen Kocademre bei Kale

Nikolaus trat in das seiner Heimatstadt nahgelegenen Kloster von Sion ein und wurde um 300 zum Metropoliten von Myra geweiht. Während der bald darauf einsetzenden Christenverfolgung wurde er um 310 gefangen genommen und gefoltert. 325 nahm er am 1. Konzil von Nicäa teil.Nikolaus gilt als Helfer in fast allen Schwierigkeiten. Die Volksfrömmigkeit hat seinen Gedenktag mit reichem Brauchtum liebevoll bedacht, seit 1555 ist Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt. Ansatzpunkte für Brauchtum und seine zahlreichen Patronate finden sich in den Legenden. Am Vorabend des Nikolaustages beschenkt er – oft zusammen mit seinem Helfer, Knecht Ruprecht, die Kinder. Am Nikolausabend stellen Kinder ihre Stiefel oder Strümpfe vor die Tür, diese werden über Nacht von Nikolaus mit Süßigkeiten gefüllt. Der Weihnachtsmann mit weißem Bart und rotem Gewand, der den Kindern am Heiligen Abend die Geschenke überreicht, geht auf den niederländischen “Sinterklaas” zurück; für die weltweite Verbreitung dieses Bildes von Nikolaus sorgte um die Jahrhundertwende die Firma “Coca Cola”, die ihn für Werbung in ihren Firmenfarben benützte.
12-06

7. Dezember:
Ambrosius von Mailand
Bischof von Mailand, Kirchenvater
* 339 (?) in Trier
† 4. April 397 in Mailand

Ambrosius wurde als Sohn des römischen Statthalters für Gallien geboren. Seine Mutter war eine überzeugte Christin. Von zahllosen Legenden wird die des Bienenschwarms über der Wiege des Kindes oft in Darstellungen festgehalten: Bienen träufelten Honig in seinen Mund und flogen davon, ohne das Kind zu verletzen; aber sie hatten ihm die “honigsüße Sprache” seiner späteren Schriften und seiner Hymnen, besonders des “Ambrosianischen Lobgesangs”, vermittelt. Ambrosius studierte Theologie und lernte, Bischof zu sein. Er war eifrig als Seelsorger und kümmerte sich intensiv um Arme, die ihn belagerten, so dass man oft nicht bis ihm vordringen konnte; er war ein großer Beter und und galt bald als begnadeter Prediger. Energisch verteidigte er die Rechte und die Unabhängigkeit der Kirche gegenüber staatlichen Übergriffen: “Der Kaiser seht innerhalb der Kirche, nicht über ihr.”
12-07

8. Dezember:
Maria – Concepcion – Hochfest der “Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria Empfängnis (latein.) “Concepcion”, das Hochfest der “Unbefleckten Empfängnis der Jungfrau und Gottesmutter Maria”, bezieht sich auf die Empfängnis Mariens, es bezeichnet also, dass Maria ohne Erbsünde ist. Mit Erbsünde bezeichnet das Christentum die für den Menschen vorgegebene Verstrickung und Verflechtung in das Böse, auch ohne eigenes Zutun oder eigene Schuld. Früher sollten die Frauen an diesem Tag die Frauen nicht arbeiten; gleichwohl war er nach alter Sitte der Tag des Beginns der weihnachtlichen Bäckereien.

9. Dezember:
Eucharius von Trier
erster Bischof von Trier
lebte Mitte des 3. Jahrhunderts (?)

Eucharius war nach alten Quellen der erste Bischof von Trier, vermutlich fällt sein Wirken in die Mitte des 3. Jahrhunderts. Eucharius’ Verehrung wird ab 455 bezeugt, seine Legende ist im 8. Jahrhundert nachweisbar. Gregor von Tours nannte ihn “Beschützer der Stadt Trier vor einer Pestepidemie”. Danach soll er noch ein Schüler von Petrus selbst gewesen sein, der ihn mit Maternus als Glaubensbote nach Gallien geschickt hat. Er erweckte seinen Gefährten Maternus mit dem Stabe des Petrus aus einem Sarkophag. Die Trierer Tradition erzählt, dass er eine Venusstatue gestürzt und das heutige Marktkreuz an seine Stelle gesetzt habe.

10. Dezember:
Petrus (Pierre) Fourier
Pfarrer, Ordensgründer
* 30. November 1565 in Mirecourt in Lothringen
† 9. Dezember 1640 in Gray

Pierre Fourier war ein fröhlicher und lebensfroher Kaufmannssohn. Er trat im Alter von 20 Jahren in die Augustiner-Chorherren Abtei Chaumousey ein, in der ein eher muffiger Geist herrschte. Nach dem Theologiestudium und der 1589 in Trier empfangenen Priesterweihe wurde er Pfarrer in dem kleinen, mehrheitlich calvinistischen Vogesendorf Mattaincourt. Hier gründete er Bruderschaften, eine Art gemeinsame Notkasse, aus der alle in Not Geratenen Darlehen erhielten. In der fehlenden Schulbildung erkannte er die Hauptwurzel sozialen Elends, folglich gründete er Schulen und ermöglichte eine kostenlose Schulbildung. Seine pädagischen Methoden waren auch nach heutigen Maßstäben recht modern. 1597 entstand aus dieser Arbeit ein Lehrorden mit der Aufgabe der Ausbildung junger Mädchen. Papst Paul V. bestätigte bald darauf diesen Orden, der sich schnell über viele Länder ausbreitete. Eine von Pierre durchgesetzte Reform der schon länger bestehenden “Regulierten Chorherren von Unserem Heiligen Heiland” machte diese Gemeinschaft zum Gegenstück für männliche Jugendliche. Pierres Grab ist in der Kirche in Mattaincourt. Schon während seines Lebens verbreitete sich sein vorbildlicher Ruf als Mensch, Seelsorger, Pädagoge und Sozialarbeiter, er galt nach seinem Tod als “der Heilige Lothringens” und genoss lange besondere Verehrung.
12-10

11. Dezember:
Damasus I.
römischer Bischof
* um 305 in Spanien (?) oder Rom
† 11. Dezember 384 in Rom

Damasus war Diakon in Rom bei seinem Vorgänger Liberius Mit ihm ging er in den Streitigkeiten um den Arianismus ins Exil, nach dessen Tod wurde er als Damasus I. 366 zum Bischof von Rom gewählt. Eine Minderheit unterstützte aber Gegenpapst Ursinus. Jahrelange Kämpfe und blutige Auseinandersetzungen folgten; 377 wurde Damasus des Mordes bezichtigt, eine von ihm einberufene Synode sprach ihn aber frei. Damasus vertrat stark den Primatsgedanken, den Gedanken der Vorrangsstellung des römischen Bischofs vor allen anderen Bischöfen, und begründete dies vor allem mit der Tatsache, dass in Rom das Grab des Apostels Petrus sei; seitdem und bis heute trägt der Bischofssitz von Rom den offiziellen Titel “Sedes apostolica”, “apostolischer Stuhl”. Er kämpfte gegen den Arianismus und beauftragte Hieronymus eine gültige lateinische Übersetzung der Bibel zu fertigen; es entstand die “Vulgata”, die bis heute von höchster Bedeutung blieb. Damasus trat für den Zölibat ein und verpflichtete verheiratete Priester zur Enthaltsamkeit. In seine Zeit fällt das 1. Konzil von Konstantinopel Heute noch tragen ein Krankenhaus und eine Kirche in Rom Damasus’ Namen; die Damasus-Kirche steht an der Stelle, an der Damasus die Kirche für Laurentius bauen ließ.
12-11

12. Dezember:
Johanna Franziska Frémyot de Chantal
Ordensgründerin
* 28. Januar 1572 in Dijon
† 13. Dezember 1641 in Moulins

Johanna Franziska war die Tochter des Parlamentspräsidenten Frémyot von Burgund wurde mit 20 Jahren dem Baron Christopher de Chantal vermählt, dem sie in glücklicher Ehe sechs Kinder schenkte, von denen vier überlebten. Nach zehn Ehejahren starb ihr Mann bei einem Jagdunfall. Dieser Schicksalsschlag machte die fromme Frau noch innerlicher, Gebet und Buße bestimmten ihr Leben, erste mystische Erfahrungen und Visionen traten auf. Unter anderem wurde ihr ihr zukünftiger Seelenführer geoffenbart. 1604 begegnete sie zum ersten Mal Franz von Sales und erkannte in ihm den in der Vision geoffenbarten Mann; es entwickelte sich eine innige Freundschaft und ein bis heute erhaltener Briefwechsel. Sie beschloss, in Zukunft ehelos zu leben. Eine Zeitlang pflegte sie Umgang mit dem Karmelitinnen kloster von Dijon und gewann Klarheit über ihre Berufung. Ihre Kinder gab sie in gute Hände, die älteste Tochter hatte den Bruder von Franz von Sales geheiratet, sie konnte nun ihrer Bestimmung leben. Zusammen mit Franz von Sales gründete Johanna Franziska 1610 den Orden “Von der Heimsuchung Mariens”, die “Salesianerinnen “, deren Mitglieder ein heiligmäßiges Leben ohne die Strenge anderer Orden führen sollten. Der Verbreitung ihres Ordens widmete sie ihre letzten Jahre. Bei ihrem Tod gab es bereits 44 Ordenshäuser. Sie starb am Ende ausgezehrt an Erschöpfung durch eine Lungen- und Rippenfellentzündung auf eine Visitationsreise in einem ihrer Klöster.
Johanna Franziskas Leichnam wurde in der Salesianerinnenkirche in Annecy beigesetzt.
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13. Dezember:
Lucia
Jungfrau, Märtyrerin
* um 286 in Syrakus, dem heutigen Siracusa in Sizilien
† 310 (?) daselbst

Lucia gelobte schon als Kind ewige Jungfräulichkeit, aber ihre Mutter Eutychia wollte sie verheiraten. Lucia zögerte die Verlobung hinaus. Als die Mutter erkrankte, unternahm Lucia mit ihr eine Wallfahrt nach Catania zum Grab der Agatha Gebet und Erscheinung heilten die Mutter, die ebenfalls Christin wurde. In einem Traumgesicht erschien Agatha der Lucia, verwies sie auf die Kraft ihres Glaubens und sagte ihr ein ihr ähnliches Schicksal wie das eigene voraus. Zurückgekehrt kündigte Lucia die abgesprochene Eheschließung, mit ihrem Vermögen und mit Unterstützung ihrer Familie gründete sie eine Armen- und Krankenstation, denn die wundersam geheilte Mutter unterstützte nun ihre Tochter. Berichtet wird auch, dass Lucia ihren Glaubensgenossen Lebensmittel in die Verstecke brachte. Damit sie beide Hände frei hatte zum Tragen der Speisen, setzte sie sich einen Lichterkranz aufs Haupt, um in der Dunkelheit den Weg zu finden. Ihr abgewiesener Verlobter erfuhr vom Verkauf des Erbes und überantwortete Lucia dem Präfekten. Der wollte sie ins Dirnenhaus bringen lassen – ähnlich der Agatha aber ein Ochsengespann und tausend Männer waren nicht imstande, die Gefesselte von der Stelle zu bewegen. Weder ein Zauberer noch rund um sie entzündetes Feuer und über sie gegossenes siedendes Öl konnten ihr etwas anhaben. Da stieß man ihr ein Schwert durch die Kehle; mit durchschnittenem Hals betete sie laut weiter und verkündete den nahen Frieden des Christenreiches, da Maximian gestorben und Diokletian vertrieben sei. Weitere Legenden berichten, dass sie ihre schönen Augen ausgerissen und sie auf einer Schüssel ihrem Verlobten geschickt habe, doch habe ihr die Madonna noch schönere Augen wiedergegeben. Sie starb erst, nachdem ein Priester ihr die Hostie gereicht
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Bild : Francesco del Cossa, 1435-1477, National Gallery of Art in Washington

14. Dezember:
Johannes vom Kreuz (Juan de la Cruz)
Prior, Mystiker, Kirchenlehrer
* 24. Juni 1542 in Fontiveros bei Salamanca
† 14. Dezember 1591 in Úbeda

Johannes vom Kreuz – spanisch: Juan de la Cruz – stammte aus verarmtem Adel. Mehrere Versuche, ein Handwerk zu erlernen, scheiterten; schließlich wurde er Pfleger im Krankenhaus von Medina del Campo, arbeitete mit großem Eifer und war bei den Kranken sehr beliebt. Nebenbei besuchte er Kurse im örtlichen Jesuitenkolleg. 1563 trat Johannes in Medina in den Karmeliterorden ein, er konnte Theologie und Philosophie in Salamanca studieren und wurde 1568 zum Priester geweiht. Die Ordnung im Karmeliterorden genügte nicht seinen strengen Vorstellungen, er erwog, sich den Kartäusern anzuschließen, bis er Teresa von Ávila kennen lernte. Sie hatte aufgrund ähnlicher Vorstellungen ihr Reformwerk im Karmeliterorden begonnen; er unterstützte nun ihr Werk, wurde Spiritual und Beichtvater in ihrem Kloster. Er erwies sich als talentierter Organisator, bald gründete er neue Klöster nach seinem strengen Ordensverständnis. Widerstände gegen die beiden Reformer taten sich auf, Streitigkeiten um formale Zuständigkeiten brachten Johannes 1578 in ein Ordensgefängnis nach Toledo, aus dem er nach drei Monaten in das abgelegene Kloster Calvario floh. Die Erneuerung im Orden ging dennoch weiter, der Konflikt wurde durch die Trennung in “beschuhte” und “unbeschuhte” Karmeliten gelöst; der letztere, strenge Zweig wurde dann das Arbeitsfeld von Johannes. 1588 wurde er Prior des zentralen Klosters der unbeschuhten Karmelten in Segovia. Auch im reformierten Zweig gab es neue Auseinandersetzungen um die noch immer strengeren Vorstellungen des Johannes, zudem belasteten ihn schwere Krankheiten; er zog sich ins Kloster nach Úbeda zurück. Johannes schuf eines der umfassendsten Werke der Mystik, so der “Aufstieg zum Berge Karmel”. Zu den schönsten Gedichten gehören “Cántico espiritual”, “Göttliche Liebesflamme” oder “Das Lied der Liebe” und “Llama de amor viva”, “Lebendige Liebesflamme” In seinem bekanntesten mystischen Gedicht, “Noche escura del alma”, “Die dunkle Nacht der Seele”, beschrieb er das Trachten der Seele nach der Vereinigung mit Gott, die sie durch eine zu Kreuzigung und Auferstehung Jesu parallele Erfahrung erreicht. Als seine Quellen nannte er seine Erfahrungen und die Wissenschaft unter Führung des Heiligen Geistes. Er gilt als der wichtigste Kirchenlehrer der mystischen Theologie, Papst Pius nannte seine Schriften ein “Gesetzbuch und Schule der gläubigen Seele”.
12-14
Bild: aus dem 17. Jahrhundert, im Kloster der unbeschuhten Karmeliten in Segovia.

15. Dezember:
Christiana (Nina, Nona) von Georgien
Glaubensbotin in Georgien
* in Kappadokien
† um 330 in Bodke in Georgien

Christiane war der Überlieferung nach Sklavin und mit Georg verwandt. Sie geriet in Kriegsgefangenschaft bei Kaiser Konstantin, in der Haft soll sie durch ihr Gebet und ihr vorbildliches Leben viele Menschen im georgischen Volk zum christlichen Glauben geführt haben, nach der Heilung der Königin Nina schließlich 322 auch König Mirian und die Königsfamilie. Der König holte danach Priester aus Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – ins Land. An Christianas Grab wurde eine Kirche gebaut und Georg geweiht.
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16. Dezember:
Adelheid
Deutsche Kaiserin, Klostergründerin
* um 931 in Burgund
† 16. Dezember 999 in Selz im Elsaß

Adelheid war die Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund. 947 heiratete Adelheid König Lothar II. von Niederburg und Italien. Lothar wurde 950 vergiftet, der vermutliche Mörder Berengar II. machte sich zum König und forderte Adelheid auf, die Frau seines Sohnes Adalbert zu werden. Als sie sich verweigerte, beraubte er sie, setzte sie in Garda gefangen und misshandelte sie. Ein Priester Martin befreite sie durch einen unterirdischen Gang, versteckte sie zusammen mit ihrer kleinen Tochter Emma im Wald und ernährte sie mit im See gefangenen Fischen. Alberto Uzzo holte sie dann auf sein Schloss in Canossa. Auf seinem ersten Italienzug 951/952 brachte der Deutsche Kaiser Otto I. Oberitalien unter seine Herrschaft, vermählte sich in zweiter Ehe an Weihnachten 951 mit Adelheid und erhielt damit die rechtmäßige Herrschaft über Oberitalien. Adelheid kehrte an seiner Seite nach Deutschland zurück. 962 fand in Rom die Kaiserkrönung des Paares durch Papst Johannes XII. statt. Als deutsche Kaiserin und burgundische Prinzessin öffnete sie der clunyazensischen Klosterreform in Deutschland die Türen. Als 973 ihr Mann starb, übernahm sie die Regentschaft für den jungen Otto II.; auf Betreiben von dessen junger ehrgeiziger Frau Theophanu, einer griechischen Prinzessin, wuchs der Widerstand gegen Adelheid, vor allem gegen ihre fromme Freigiebigkeit. Adelheid zog sich wieder nach Burgund zurück und gründete in der Folge mehrere Klöster. Es folgte die Versöhnung mit dem Sohn, danach einige glanzvolle Jahre in Italien und eine erneute Krise nach dem Tod des Sohnes im Jahre 983, als sie zusammen mit Theophanou die Regentschaft für ihren Enkel und deren Sohn, Otto III., teilen mußte. Adelheid musste erneut weichen, diesmal in die Lombardei, die ihrer alten Königin immer noch zugetan war. Sie kehrte dann aber noch einmal als Regentin zurück: Theophanou starb 991, bevor Otto III. alt genug zur Regierungsübernahme war. Adelheid führte die Regierungsgeschäfte mit großer Weisheit, förderte wieder Klostergründungen und die Missionierung im Norden Deutschlands. Als Otto III. die Macht dann übernahm, musste Adelheid auf Druck des Hofes zum letzten Mal weichen, sie zog sich 994 in das von ihr gegründete Benediktiner-Doppelkloster Selz im Elsaß zurück.
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Bild: Adelheid (rechts) und Otto bei der Krönung zum Kaiser durch den Papst

17. Dezember:
Lazarus von Betanien
von den Toten Auferweckter, Bischof von Marseille(?), Märtyrer (?)
* in Bethanien, dem heutigen El-Azarjeh in Palästina
† im 1. Jahrhundert in Jerusalem (?) oder in Marseille (?)

Lazarus war der Bruder von Maria und Martha ein Freund Jesu, von diesem nach vier Tagen von den Toten auferweckt (Johannesevangelium 11, 1 – 45). Lazarus nahm dann am Festmahl im Haus von Simon, dem Aussätzigen teil, viele Leute kamen, um den Geretteten zu sehen (Johannesevangelium 12, 1 – 3). Von Lazarus spricht auch Jesu Gleichnis vom “reichen Mann und armen Lazarus” (Lukasevangelium 16, 19 – 31).
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Bild: Giotto: Fresko, 20-er Jahre des 14. Jahrhunderts, Magadalenen-Kapelle in der Unterkirche von San Francesco in Assisi

18. Dezember:
Wunibald von Heidenheim
Glaubensbote in Franken, Abt in Heidenheim
* 701 in Wessex in England
† 18. Dezember 761 in Heidenheim in Bayern

738 rief Bonifatius Wunibald zu sich, weihte ihn zum Priester und sandte ihn zur Glaubensverkündigung nach Thüringen und Bayern. 747 kam er nach Mainz, 751 gründete er das Benediktinerkloster in Heidenheim in der Diözese Eichstätt, die sein Bruder als Bischof leitete. Wunibald war Abt im Männerkloster, während Walburg das Frauenkloster leitete.

19. Dezember:
Urban V
Papst
* um 1310 in Grisac bei Mende in Frankreich
† 19. Dezember 1370 in Avignon in Frankreich

1362, in der Zeit des Exils der Päpste in Avignon, wurde Guillaume Grimoard zum Papst gewählt und betrieb die Rückkehr nach Rom. Avignon war ein unsicheres Pflaster, der Papstpalast mehrfach von Räuberbanden überfallen worden; Kaiser Karl IV. oder auch Birgitta von Schweden baten ihn mehrfach um den Umzug nach Rom. Gegen den Widerstand des französischen Königs und der französischen Kardinäle machte sich Urban Ende April 1367 auf die Reise, mehrere Monate weilte er im Papstpalast in Viterbo, am 16. Oktober zog er unter großem Jubel der Bevölkerung in Rom ein.
Hier fand Urban der Überlieferung nach die Köpfe der Apostel Petrus und Paulus in der Lateransbasilika. In Rom gab es nun erneute Unruhen und Auseinandersetzungen im Klerus, Urban kehrte 1370 nach Avignon zurück, bald darauf starb er. Birgitta die ihn von dieser Reise hatte abhalten wollen, hatte für den Fall der Nichtbefolgung ihrer Bitten diesen nahen Tod prophezeit.
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Bild: Grabplatte von 1372, in Avignon

20. Dezember:
Heinrich
Prior in Monnikhuizen, Köln und Straßburg
* 1328 in Kalkar am Niederrhein
† 20. Dezember 1408 in Köln*

Heinrich Egher wurde Prior in Köln, dann in Straßburg, schließlich Visitator für mehrere Ordensprovinzen. Er bekannte sich zur Devotio Moderna, einer der deutschen Mystik verwandten religiösen Erneuerungsbewegung, die eine persönliche, innere Frömmigkeit in der Nachfolge Christi erstrebte, er förderte die Herz-Jesu-Verehrung und das Rosenkranzgebet

21. Dezember:
Richard
Priester, Mönch
* in England
† 21. Dezember 1266

Richard studierte in Paris Naturwissenschaften und die freien Künste, wurde dann Priester und nach einer Pilgerfahrt ins Heilige Land Mönch im Zisterzienserkloster St. Bernardus in Adwerth – dem heutigen Aduard bei Groningen. Seine Gelehrsamkeit und Frömmigkeit wurden schon zu Lebzeiten gerühmt.

22. Dezember:
Jutta von Sponheim
Reklusin
* um 1090 in Sponheim in Rheinland-Pfalz
† 22. Dezember 1136 auf dem Disibodenberg bei Bad Kreuznach

Jutta gründete 1106 auf dem Disibodenberg eine Klause, in der sie bis zu ihrem Tod eingeschlossen lebte. Ihr Ruf als Ratgeberin und Lehrerin verbreitete sich rasch, es wuchs ein Nonnenkloster neben ihrer Klause, das Jutta leitete. Berühmt wurde ihre Schülerin und spätere Nachfolgerin als Äbtissin Hildegard von Bingen Hildegard berichtet in ihrer 1180 aufgezeichneten Biografie von zahlreichen Wundern am Grab von Jutta. Das Grab war lange eine viel besuchte Wallfahrtsstätte.

23. Dezember:
Johannes (“Cantius”) von Krakau
Kanoniker, Pilger
* 23. Juni 1390 in Kety in Polen
† 24. Dezember 1473 in Kraków

Johannes war Kanoniker und Professor für Theologie in Krakau. Er pilgerte zu Fuß viermal nach Rom und einmal nach Jerusalem. Die Leute verehrten Johannes ob seiner praktizierten Nächstenliebe schon zu Lebzeiten als Heiligen. Sein Beinname leitet sich von seinem Geburtsort ab. Seine Wohnung und seine Privatkapelle sind in der Universität erhalten.

24. Dezember:
O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren,
Christ ist geboren:
freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen,
uns zu versühnen:
freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige,
gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere
jauchzen dir Ehre:
Freue, freue dich o Christenheit!

Johannes Daniel Falk

Das Lukasevangelium erzählt, dass Maria ihren ersten Sohn gebar “und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil sie in der Herberge keinen Platz fanden” (2, 7). Im 7. Jahrhundert wurde in der Kirche Santa Maria Maggiore in Rom eine Holzkrippe aufgestellt, in Italien waren Krippen um 1478 weit verbreitet, nach Deutschland kamen Krippen Mitte des 16. Jahrhundert durch den Jesuitenorden 1537 sind Krippen zum Weihnachtsfest nachgewiesen in Brügge in Belgien, 1562 in Böhmen, 1595 in Japan, 1599 in Ostindien, 1601 in Altötting Deutschland, 1607 in München. Die Sitte, grüne Tannenzweige ins Haus zu stellen, taucht erstmals 1494 in Sebastian Brants “Narrenschiff” auf. Aus dem Jahr 1535 ist überliefert, dass in Straßburg kleine Eiben, Stechpalmen und Buchsbäumchen verkauft wurden, die in den Stuben aufgehängt wurden; 1605 soll es einen mit Äpfeln geschmückten, aber noch kerzenlosen Weihnachtsbaum in Straßburg gegeben haben. 1597 schmückte die Handwerkerzunft von Bremen erstmals einen Christbaum zur Weihnachtszeit. 1611 soll in Schlesien der erste mit Kerzen geschmückte Tannenbaum im Schloss der Herzogin Dorothea Sybille von Schlesien gestanden haben. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Sitte, einen Tannenbaum aufzustellen; so berichtete Lieselotte von der Pfalz 1708 von einem Buchsbäumchen mit Kerzen. Goethe lernte den Weihnachtsbaum 1770 in Straßburg kennen, in Berlin soll der erste Weihnachtsbaum um 1780 aufgetaucht sein. Für das Jahr 1813 werden erste Weihnachtsbäume aus Wien gemeldet, 1815 aus Danzig. Schnell breitete sich der Brauch weltweit aus, man schmückte die Bäume mit Papierrosen, Oblaten, Dörrobst, Äpfeln, Zuckerstücken usw., aber erst später auch mit Kerzen. In die Neue Welt kam der Weihnachtsbaum im Reisegepäck deutscher Auswanderer, 1891 wurde erstmals ein Lichterbaum vor dem Weißen Haus in Washington aufgestellt.

25. Dezember:
Natal – Fest der Geburt des Herrn – “Christfest”
Name bedeutet: Geburtstag (Christi) (latein.)
- Name für an Weihnachten Geborene
Von Rom aus hat sich die Tradition schnell ausgebreitet: Bereits 360 bereits wurde das Fest der Geburt Jesu in Nordafrika, um 370 in Oberitalien, ab 375 im Orient, nach 380 in Spanien gefeiert. Zum Dogma wurde der Termin als Geburtstag Christi im Jahr 381 auf dem 1. Konzil von Konstantinopel erklärt. Im 7./8. Jahrhundert setzte sich dieser Festtag auch in Deutschland durch, die Synode von Mainz erklärte 813 diesen Tag offiziell zum “festum nativitas Christi”. Mit ihm begann damals das Kalenderjahr; der 1. Januar wurde erst mit Einführung des Gregorianischen Kalenders im 16. Jahrhundert zum Jahresbeginn.

26. Dezember:
Stephanuns
Erzmärtyrer
* um 0 (?) in Jerusalem (?)
† um 36/40 bei Jerusalem

Stephanus war der erste von sieben Diakonen der urchristlichen Gemeinde in Jerusalem; diese Diakone waren von den Aposteln durch Handauflegung geweiht worden. Sie waren zugleich für die Glaubensverkündigung zuständig wie auch für die sozialen Belange der Gemeinde und hatten den Rang von Gemeindeleitern, die in ihrer Bedeutsamkeit nahe an die Apostel heranreichten (Apostelgeschichte 6, 1 – 7). Stephanus galt als herausragender Prediger.
Stephanus wurde aber als Lästerer verurteilt und von der aufgebrachten Menge vor den Stadttoren – nach der Überlieferung beim Damaskus-Tor – gesteinigt. Stephanus sah den Himmel offen, kniete, seinen Widersachern vergebend, im Gebet nieder und starb (Apostelgeschichte 7, 54 – 60). Saulus von Tarsus, der spätere Paulus stimmte nach eigenem Bekunden der Hinrichtung zu und bewachte die Kleider der Zeugen, die gegen Stephanus ausgesagt hatten. Stephanus’ Steinigung war der Auftakt zu einer großen Christenverfolgung in Jerusalem Apostelgeschichte 8, 1 – 3).
12-26
Donatello (1386 – 1466 in Florenz): Stephanus und Laurentius. Terracotta-Relief in der Sakristei von San Lorenzo in Florenz

27. Dezember:
Johannes
Apostel, Evangelist
* in Betsaida am See Genezareth, dem heutigen Mahjar in Syrien
† um 101 in Ephesus, dem heutigen Selcuk in der Türkei

Johannes war der Sohn des Zebedäus und der Salome und Bruder Jakobus’ des Älteren von Beruf Fischer mit einem energischen, ja aufbrausenden Charakter, der ihm den Beinamen “Donnersohn” einbrachte (Markusevangelium 3, 17). Vor seiner Berufung zum Apostel war er Anhänger Johannes’, des Täufers <Johannes_der_Taeufer.htm>, und wurde dann Jesu “Lieblingsjünger” (Johannesevangelium 19, 26). Die Überlieferung setzt den Jünger Johannes gleich mit dem Evangelisten Johannes, der wohl in Ephesus wirkte, wo im Kreise seiner Schüler das Johannesevangelium und die drei Johannesbriefe entstanden. Die Forschung kann Johannes, den Verfasser des Evangeliums und Johannes, den Verfasser der Apokalypse, nicht als den Jünger, “den der Herr liebhatte” anerkennen und unterscheidet auch den Autor der Apokalypse von dem, der sich selbst als Verfasser des Evangeliums nennt (Johannesevangelium 21, 24). Johannes wurde dann nach den legendarischen Berichten im Jahr 95 – es war die Zeit der Domitianischen Verfolgung – doch noch ergriffen und nach Rom gebracht. An der Porta Latina soll er das Martyrium im Ölkessel erlitten haben, aber das Öl verwandelte sich in ein erfrischendes Bad, er entstieg unversehrt und wurde auf die Insel Patmos verbannt, wo er demnach das Buch der “Offenbarung” schrieb. Nach dem Tod Domitians konnte er nach Ephesus zurückkehren, wo er mit großen Ehren empfangen wurde und sein Evangelium schrieb. Er erweckte die ihm entgegen getragene, soeben verstorbenen == Drusiana. Nach seiner letzten Predigt unter dem Motto “Kindlein, liebet euch untereinander” stieg Johannes vor aller Augen in das neben dem Altar vorbereitete Grab und starb in großer Lichterscheinung; noch aus dem Grab segnete er seine Diakone. Wegen seiner “hohen Theologie”, wird er mit einem Adler dargestellt. Die Schlange im Kelch deutet auf den Versuch, Johannes zu vergiften. Als Begräbnisort wird der Burghügel von Ephesus genannt. Am Johannestag wird der nach ihm benannte Wein, die “Johannesminne”, geweiht; ihn reicht der Priester der Gemeinde, die mit ihm die Liebe Johannes’ kosten darf und damit vor Krankheiten und Gefahren geschützt wird.

28. Dezember:
Tag der unschuldigen Kinder
An diesem Tag steht das Gedenken an die in Bethlehem neu geborenen und auf Geheiß von König Herodes ermordeten Kinder (Matthäusevangelium 2, 16) im Mittelpunkt. Er wurde 505 erstmals in einem Kalender aus Nordafrika erwähnt, im Mittelalter wurde er in Schulen und Klöstern zum Kinderfest.

29. Dezember:
Thomas Becket
Erzbischof von Canterbury, Märtyrer
* 21. Dezember 1118 in London
† 29. Dezember 1170 in Canterbury

Thomas war Sohn eines normannischen Kaufmanns. Studien führten ihn nach London, Paris, Bologna und Auxerre; nach seiner Rückkehr nach London fand er Kontakt zu einem Kreis von Priestern um den Erzbischof == Theobald von Canterbury. Thomas wurde von ihm zum Priester geweiht und zu seinem Archidiakon ernannt. Theobald vermittelte 1155 Thomas’ Berufung zum Lordkanzler des jungen Königs Heinrich II. Thomas wurde ein brillanter und erfolgreicher Kanzler, mit dem fast gleichaltrigen König eng befreundet, und hatte maßgeblichen Einfluss auf dessen Politik. Thomas pflegte zunehmend einen luxuriösen Lebenswandel. Als Theobald Thomas nach Canterbury zurück rief, folgte er nicht. Statt dessen bestimmte Heinrich II. im Jahr 1162 Thomas zum Erzbischof von Canterbury, der König erhoffte sich damit größeren Einfluß auf die Kirchenpolitik. Thomas weigerte sich erst, denn er wusste, dass damit sein gutes Verhältnis zum König leiden würde, gab aber schließlich nach. Er ließ sich dann mit aller Konsequenz auf die neue Stellung ein und kündigte seine Kanzler-Stellung, sehr zum Unwillen des Königs. Aus dem ehemaligen antiklerikalen königlichen Kanzler wurde als Primas von England mehr und mehr der Verteidiger kirchlicher Rechte gegen die Übergriffe des englischen Königs. Auch seinen persönlichen Lebenswandel änderte er radikal, er verteilte seine Einkünfte unter die Armen und führte ein schlichtes, asketisches Leben als Benediktiner.

30. Dezember:
Johannes (“Cantius”) von Krakau
Kanoniker, Pilger
* 23. Juni 1390 in Kety in Polen
† 24. Dezember 1473 in Kraków

Johannes war Kanoniker und Professor für Theologie in Krakau. Er pilgerte zu Fuß viermal nach Rom und einmal nach Jerusalem. Die Leute verehrten Johannes ob seiner praktizierten Nächstenliebe schon zu Lebzeiten als Heiligen. Sein Beinname leitet sich von seinem Geburtsort ab. Seine Wohnung und seine Privatkapelle sind in der Universität erhalten.

31. Dezember:
Silvester I.
römischer Bischof
* in Rom
† 31. Dezember 335 daselbst

Die meist im 5. Jahrhundert entstandenen Legenden berichten Silvesters Standhaftigkeit während der noch andauernden Verfolgungen: Er warnte den Statthalter, der ihn zwingen wollte, die von ihm verwahrten Besitztümer von Christen herauszugeben, bis dieser beim Essen an einer Fischgräte erstickte. Er heilte und bekehrte den angeblich aussätzigen Kaiser; die Legende sagt auch, dass er Konstantin getauft habe, was geschichtlich nicht haltbar ist. Diese Legende ging aber auch in die “Konstantinische Schenkung” ein, eine gefälschte Urkunde, die zur Legitimation der Besitzansprüche und Herrschaftsrechte des Papsttums diente, derzufolge Konstantin dem Bischof die Stadt Rom und das ganze Abendland zu eigen gab und ihm das Tragen der kaiserlichen Insignien erlaubte. Das Fest für Silvester wird schon seit dem 5. Jahrhundert im ganzen christlichen Europa gefeiert. Die Silvesternacht zum Jahreswechsel ist von einer Fülle des Brauchtums geprägt, Silvesterumzüge waren früher verbreitet.

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon