Februar

1. Februar:
Johanna Franziska von der Heimsuchung Mariä (Anna Michelotti)
Ordensgründerin
* 29. August 1843 in Annecy in Frankreich
† 1. Februar 1888 in Turin in Italien

Anna Michelotti war schon mit 12 Jahren in der Krankenpflege tätig. 1871 kam sie nach Turin und gründete dort 1875 die Kongregation “Kleine Dienerinnen des Heiligen Herzens Jesu mit der Aufgabe der häuslichen Krankenpflege, deren Mitglied sie unter dem Ordensnamen Johanna Franziska von der Heimsuchung Mariä wurde. Ihre Bemühungen um Ausbreitung des Ordens waren nur unter Schwierigkeiten zu bewältigen. 1949 wurde der Orden vom Papst anerkannt.

2. Februar:
Fest der Darstellung des Herrn im Tempel – “Mariä Lichtmess” – “Begegnung” Das Fest der “Darstellung des Herrn” wird vierzig Tage nach Weihnachten als Abschluss der weihnachtlichen Feste gefeiert. Der früher gebräuchliche Name “Mariä Reinigung” erinnert an den jüdischen Brauch, auf den sich das Fest bezieht: Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt die Mutter vierzig Tage nach der Geburt eines Sohnes als unrein. Die Frau musste ein Reinigungsopfer darbringen, wahlweise eine oder zwei Tauben oder in besonders gravierenden Fällen ein Schaf. Maria pilgerte also zu dieser ihrer “Reinigung” in den Tempel. Da außerdem Jesus der erste Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von den Eltern zuerst ausgelöst werden: er wurde er zum Priester gebracht und vor Gott “dargestellt”. Als die Eltern zu diesem Zweck in den Tempel kamen, begegneten sie dem betagten Simeon und der Prophetin Hannah, die erkannten, dass Jesus kein gewöhnliches Kind ist und ihn als den Erlöser Israels priesen (Lukasevangelium 2, 21 – 40).

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3. Februar:
Blasius
Bischof von Sebaste, Märtyrer, Nothelfer
* 2. Hälfte 3. Jahrhundert in Sebaste,
dem heutigen Sivas in der Türkei
† um 316 daselbst

Nach der Legende soll Blasius sich wegen der Christenverfolgung in einer Höhle versteckt haben, wo er von wilden Löwen, Tigern und Bären bewacht wurde. Vögel trugen ihm Nahrung zu, er segnete wilde Tiere und heilte ihre Verletzungen. Die Jäger fanden kein Wild mehr, da sich alle Tiere zu Blasius geflüchtet hatten. Aus dieser Einsiedelei heraus habe er sein Bistum geleitet. Eine arme Frau, die durch Blasius’ Gebet ihr vom Wolf geraubtes Schwein zurück erhalten hatte, ernährte ihn, brachte Schweinskopf, Brot und Kerze, für ihn hatte sie das wiedererlangte Schwein geschlachtet. Sie erhielt den Auftrag, jährlich in seinem Namen eine Kerze zu seinem Gedächtnis zu opfern. Christus offenbarte Blasius dann eines Tages, dass die Stunde seines Martyriums gekommen sei. Er wurde trotz seiner tierischen Leibwache verhaftet und vor den Statthalter Agricola gebracht, weigerte sich aber, die Götterbilder anzubeten, und wurde ins Gefängnis geworfen. Im Gefängnis soll er einen Jungen, der eine Fischgräte verschluckt hatte, durch sein Gebet vor dem Erstickungstod gerettet haben. Durch seine Standhaftigkeit erbittert, ließ der Statthalter ihm mit eisernen Wollkämmen die Haut zerfetzen. Sieben Frauen sammelten sein Blut, wurden auch festgenommen und mit Kämmen gemartert; als der feurige Ofen, in den sie geworfen werden sollten, vor ihnen erlosch, wurden sie enthauptet. Nun wurde Blasius mit zwei Gefährten in einen Teich geworfen, er machte das Kreuzeszeichen über dem Wasser, Christus erschien, und trockenen Fußes schritten sie an Land. Die Heiden aber, die es ihnen gleichtun wollten, ertranken. Vor der Hinrichtung betete Blasius darum, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum haben, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel versicherte ihm die Gewährung dieser Bitte. Mit den beiden Gefährten wurde er enthauptet.

4. Februar:
Hrabanus Maurus
Erzbischof von Mainz
* um 780 in Mainz
† 856 daselbst

Hrabanus Maurus kam mit etwa zehn Jahren ins Kloster Fulda und wurde dort im Geist des Bonifatius und des angelsächsischen Mönchtums erzogen. Außerdem studierte er bei Alkuin, dem Berater von Karl, dem Großen, in der größten und berühmtesten Klosterschule seiner Zeit, in Tours. Mit Alkuin verband ihn eine herzliche Freundschaft auch über die Studienzeit hinaus. 804 kam Hrabanus Maurus wieder nach Fulda und lehrte an der dortigen Klosterschule. Unter ihm wurde Fulda zum geistigen Zentrum des Ostfränkischen Reiches. Er sah seine Aufgabe darin, das klassische Wissen an sein Gegenwart weiterzugeben. Er verfasste die 22bändige Enzyklopädie “De Universo”, Unterrichtswerke für die Ausbildung des Klerus und gilt als Verfasser einer der bekanntesten Hymnen der abendländischen Liturgie, “Veni creator spiritus”, “Komm Heiliger Geist”. 822 wurde er in Fulda, musste dann aber aus politischen Gründen sein Amt niederlegen. Nach fünf Jahren Ruhezeit wurde er 847 der fünfte Nachfolger des Bonifatius auf dem Bischofsstuhl von Mainz; dort blieb er wegen seiner Hilfsbereitschaft während einer großen Hungersnot in guter Erinnerung. Hrabanus war einer der ganz großen abendländischen Gelehrten, daher ist sein Ehrenname “Lehrer Germaniens”.

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Bild: Hrabanus Maurus (links) überreicht mit seinem Lehrer Alkuin (daneben) seine Schrift “De laudibus sanctae crucis”, “Lob des Heiligen Kreuzes”

5. Februar:
Agatha von Catania
Jungfrau, Märtyrerin, Nothelferin
* um 225 in Catania auf Sizilien
† um 250

Die Legende ohne historischen Anhaltspunkt schildert Agatha als eine wohlhabende, adlige sizilianische Jungfrau von großer Schönheit. Sie wies die Brautwerbung des Statthalters Quintianus zurück, da sie Christin sei; der nutzte den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung, ließ sie verhaften und ins Bordell der Aphrodisia bringen, damit sie zur Unzucht verführt werden sollte. Diese jedoch versuchte das erst gar nicht, der Statthalter veranlasste Verhöre, Folter und sadistische Qualen: Mit den Händen an einen Balken gehängt, wurden Agatha die Brüste mit einer Zange zerrissen, mit einer Fackel gebrannt und schließlich abgeschnitten. In der Nacht erschien ihr dann Petrus im Kerker mit heilendem Balsam, aber sie wies die Erquickung zurück. Tags darauf legte man sie auf spitze Scherben und glühende Kohlen, bis ein Erdbeben die Stadt erschütterte, worauf das Volk Quintianus bedrohte, bis der von Agatha abließ und sie ins Gefängnis warf, wo sie starb. Ein von hellem Licht strahlender Jüngling erschien und legte eine Marmortafel in den Sarkophag mit der Aufschrift: “Ein heiliger und freiwilliger Geist, belohnt von Gott, Rettung für das Land”. Quintianus wurde alsbald von einem Pferd getreten und starb. Am ersten Jahrestag von Agathas Todes wurde der die Stadt bedrohende Lavastrom des Ätna abgelenkt durch die aus dem Grabe sich erhebende Marmortafel, nach anderer Überlieferung durch einen weißen Seidenschleier. Die Überlieferung berichtet, dass der Schleier aus ihrem Grab mehrfach bei Prozessionen vom Wind davongetragen wurde und so den Ausbruch des nahe gelegenen Ätna ankündigte.

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Foto: Giovanni Battista Tiepolo: “Das Martyrium der heiligen Agatha” mit den abgeschnittenen Brüsten, 1756. Gemäldegalerie, Staatliche Museen Preussischer Kulturbesitz in Berlin

6. Februar:
Paul Miki und Gefährten
Missionar, Märtyrer
* um 1565 in Kyoto in Japan
† 5. Februar 1597 in Nagasaki

Der Jesuit Paul Miki hatte mit seinem Bemühen, an Jesus “japanische Züge” zu entdecken, entscheidenden Anteil an der erfolgreichen Verbreitung des christlichen Glaubens in Japan im Anschluss an Franz Xaver. Er trat mit 22 Jahren in den Jesuitenorden ein und gehörte zu den Einheimischen, die von weitsichtigen Jesuitenmissionare für die Glaubensverkündigung in Japan vorbereitet wurden. Aus Angst vor westlichen Einflüssen oder gar Machtgelüsten wurden ab 1587 die ersten Christen verfolgt. Mit 25 seiner Gefährten – Katecheten, Jesuiten, Laien, darunter auch Kindern – wurde Paul Miki hingerichtet. Der Gedenktag schließt diese Gefährten ausdrücklich mit ein.

7. Februar:
Finan von Lindisfarne
Bischof von Lindisfarne
* in Irland
† 661

Finan wurde Mönch in Iona, er verteidigte die keltischen Traditionen seiner Kirche gegen die Eingriffe aus Rom. Er taufte den Herrscher von Mittelengland, Penda, und Sigisbert, den Herrscher von Essex. Nach seiner Wahl zum Bischof von Lindisfarne im Jahr 651 sandte er Missionare nach Mercien und nach Essex. Auf Lindisfarne ließ er eine hölzerne Kathedrale mit einem Dach aus Seegras erbauen.

8. Februar:
Hieronymus Ämiliani
Ordensgründer
* 1486 in Venedig
† 8. Februar 1537 in Somasca in Italien

Hieronymus Ämiliani kam aus wohlhabendem Haus und erhielt eine hervorragender Ausbildung. Er wurde Soldat und General in der Zeit der Machtkämpfe innerhalb Italiens zwischen Städten und Familien und der Kriege gegen Spanien und Frankreich. An diesen Kämpfen war auch die Kirche mit ihren Machtinteressen stark beteiligt. Bei der Verteidigung von Castelnuovo gegen die “Liga von Cambrai” geriet Hieronymus in Gefangenschaft und erlebte dort eine innere Umkehr: nach seiner – wunderhaften – Befreiung quittierte er den Militärdienst, empfing 1518 in Venedig die Priesterweihe, betätigte sich mit Werken der Nächstenliebe, besonders für Waisenkinder und Pestkranke, und führte ein Leben des Gebetes und der Buße. Seuchen verheerten das Land, Hieronymus pflegte die Kranken, versorgte die Sterbenden, begrub des Nachts die Toten. Für die umher streunenden Kinder richtete er in oberitalienischen Städten Waisenhäuser ein, die mit Schulen verbunden waren, um den jungen Menschen Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Beeindruckt schlossen sich ihm andere Menschen an; daraus entstand 1528 der Orden der Somaske, benannt nach dem Gründungsort. In Somaska starb Hieronymus auch, nachdem er sich während einer neuerlichen Pestseuche bei der Pflege an der tödlichen Krankheit angesteckt hatte. Noch heute ist der Somasker-Orden in Italien tätig, in Belgien gibt es einen Orden der “Brüder vom heiligen Hieronymus Ämiliani”.

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9. Februar:
Erik “Plovpenning”
König von Dänemark, Märtyrer
* 1216 in Dänemark
† 10. August 1250 in Schleswig in Scheswig-Holstein

Erik übernahm 1241 das Amt des Königs von Dänemark. Um Geld für einen Kreuzzug einzutreiben, ordnete er die Erhebung einer Steuer von einem Pfennig (Penning) für jeden Besitzer eines Pfluges (Plov) an – daher sein Beiname. Der Kreuzzug kam aber nicht zustande. In Auseinandersetzungen mit seinen beiden Brüdern wurde er während eines Besuches beim Bruder Abel gefangen genommen und ermordet.

10. Februar:
Scholastika
Nonne
* um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Umbrien
† um 542 bei Montecassino

Scholastika, die Schwester des Benedikt von Nursia, wurde schon als Kind Gott geweiht. Sie lebte im Kloster in Subiaco, dann bei Montecassino, von wo aus sie einmal im Jahr ihren Bruder besuchte. Ein Unwetter hinderte Benedikt, als auch er sie besuchte, an der Heimkehr. In andächtigen Gesprächen über die Freuden des Himmels verbrachten sie die Nacht und die folgenden drei Tage, bis Scholastika unerwartet starb; Benedikt sah ihre Seele als weiße Taube gen Himmel fliegen. Er bestattete sie in Montecassino in dem Grab, das er für sich vorgesehen hatte, und in das er 547 auch gelegt wurde.

11. Februar:
Gregor II.
Papst
* um 669 in Rom
† 11. Februar 731 daselbst

Gregor wurde 715 Papst. Seine Amtszeit stand unter dem Zeichen der Auseinandersetzungen mit dem byzantinischen Kaiser Leon III. Da am Anfang seines Pontifikats Italien von den Lombarden besetzt wurde, zog Gregor es vor, das südliche römische Reich zu unterstützen; aber aufgrund der hohen Steuern, die Leon III. den italienischen Untertanen auferlegte und aufgrund seiner “ikonoklastischen” Politik, die die religiöse Verehrung von Bildern untersagte, kam es zum Bruch mit ihm. Leon versuchte, Gregor mit Gewalt zu unterwerfen, ihn sogar nach Konstantinopel zu entführen, es gelang dem Papst jedoch, mit Unterstützung der Lombarden und der Bevölkerung von Rom Widerstand zu leisten. Gregor sandte 716 auf Bitten von Bayernherzog == Theodo, des ersten germanischen Fürsten, der katholisch war, einen Bischof nach Bayern, um der Kirche eine Ordnung zu geben. Drei Jahre später sandte er den Benediktinermönch Winfried, dem er den Namen Bonifatius verlieh, nach Bayern, Thüringen, Hessen und Friesland zur Mission; 722 weihte er ihn auch zum Bischof.

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12. Februar:
Antonius und Gefährten
Mönch, Prediger
* in Sachsen
† in Bulgarien

Antonius war Franziskanermönch und ging zur Verkündigung des katholischen Glaubens nach Bulgarien. Anhänger der orthodoxen Kirche nahmen ihn deshalb gefangen; da er nicht von seinem Vorhaben ablassen wollte, wurde er zusammen mit vier Gefährten getötet.

13. Februar:
Katharina de’Ricci
Priorin in Prato, Mystikerin
* 23. April 1522 in Florenz
† 1. Februar 1590 in Prato

Katharina – bürgerlich Alessandra Lucrezia Romola -, Tochter eines Bankiers und einer früh verstorbenen Mutter, wurde mit 14 Jahren Dominikanernonne in Prato, später Priorin. Zwölf Jahre lang, erstmals im Februar 1542, fiel sie jede Woche von Donnerstagnachmittag bis Freitag in der Frühe in tiefe Ekstase; viele Leute suchten deshalb den Dominikanerinnenkonvent in Prato auf. Sie trug die Wundmale Christi am Leib, hatte Visionen und die Gabe, Wunder zu wirken. Mit Philipp Neri und and Maria Magdalena von Pazzi stand sie in Briefwechsel und mystischer Verbindung.

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14. Februar:
Cyrillus von Saloniki
Mönch, Glaubensbote bei den Slaven
* in Thessaloniki in Griechenland
† 14. Februar 869 in Rom

Cyrillus – sein Geburtsname war Konstantin – gilt mit seinem Bruder Methodius als Missionar Osteuropas. Die beide Brüder waren Söhne eines byzantinischen Hofbeamten. Beide waren hochgebildet und feinsinnig, Cyrillus war der Künstler von beiden, seine Übersetzungen der Evangelientexte und Gebete ins Slawische sind Gedichte und Kunstwerke. 860 schickte der byzantinische Kaiser Cyrillus und Methodius ans Schwarze Meer zur Mission unter den Slawen. Sie fanden dort die Gebeine des vierten in der Liste der römische Päpste, Clemens I., und brachten sie nach Rom. 862 sandte Kaiser Michael III. die beiden nach Mähren. Cyrillus war die Seele der Slawenmission. Er darf als einer der großen Gelehrten seiner Zeit gelten, war Philosoph, sensibel und feinfühlig, aber gleichzeitig ein zäher Kämpfer. Er erfand die slawische Schrift, die nach ihm benannt ist. Diese Inkulturation war ein wesentlicher Grund für den Missionserfolg: die großmährischen Könige fürchteten, bei einer Missionierung durch den Westen, also durch Deutschland und Bayern, auch politisch eingedeutscht zu werden. Die Unabhängigkeit von der deutschen Reichskirche wurde Cyrillus und Methodius aber von anderer Seite auch angekreidet. Bei einer Reise nach Rom erhielten Cyrillus und Methodius von Papst Hadrian II. die Anerkennung des Slawischen als liturgischer Sprache. Cyrillus erkrankte in Rom und starb bereits mit 42 Jahren. Er wurde in der Kirche S. Clemente in Rom beigesetzt.

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Bild: Cyrillus’ Grabplatte in der Unterkirche von S. Clemente in Rom

15. Februar:
Claude de la Colombière
Superior im Jesuitenorden
* 1641 in Saint-Symphorien-d’ Ozon in Frankreich
† 15. Februar 1682 in Paray-le-Monial

Claude, aus adliger Familie, trat 1659 dem Jesuitenorden bei. 1674 wurde er Leiter des Hauses der Jesuiten in Paray-le-Monial; er zeichnete sich durch Eifer in der Anbetung des heiligen Herzens Jesu aus. 1676 zur Missionsarbeit nach England geschickt, wurde er Hofprediger der Prinzessin von York, der späteren englischen Königin, und wirkte als Volksmissionar. Nach gesundheitlichen Problemen wurde er der Konspiration beschuldigt und ins Gefängnis geworfen; der Hinrichtung entkam er auf Fürsprache der Herzogin, aber er wurde 1679 in die Verbannung geschickt. Die letzten beiden Lebensjahre verbrachte er bei den Jesuiten in Lyon und in Paray-le-Monial. Claudes wichtigsten Schriften – Meditationen und Besinnungen – wurden 1832 und 1864 in Frankreich publiziert.

16. Februar:
Onesimus
Missionar, Bischof von Ephesus (?), Märtyrer (?)
† 1. Jahrhundert in Rom (?)

Onesimus war Sklave bei Philemon. Er entlief seinem Herrn und wandte sich an den Apostel Paulus, als der in Ephesus – heute Ruinen bei Selçuk – im Gefängnis saß, und ließ sich taufen. Paulus schickte Onesimus zurück und schrieb seinem Herrn Philemon einen im Neuen Testament überlieferten Brief mit der Bitte um milde Bestrafung. Nach Kolosserbrief 4, 9 war Onesimus später Mitarbeiter von Paulus – ein Indiz für die erfolgte Freilassung. Onesimus soll nach der Legende Bischof, wohl von Ephesus, geworden sein und den Märtyrertod durch Steinigung erlitten haben.

17. Februar:
Stifter des Servitenordens
Ordensgründer
† 13./14. Jahrhundert in Italien

In Florenz vereinigten sich 1233 sieben gleich gesinnte vornehme Bürger der Stadt – Bonfilius Monaldi, Bonajunkta Manetti, Manettus dell’ Antella, Amideus Amidei, Hugo Lippi-Ugoccioni, Sosteneus di Sostegno und Alexis Falconieri – zu gemeinsamem Leben, zunächst in der Stadt, dann auf dem Monte Senario. Weitere Männer kamen hinzu, sie lebten nach der Regel der Augustiner und gaben sich eine Ordenstracht: der => Servitenorden war geboren, er wurde 1304 endgültig anerkannt, was aber nur Alexis Falconieri noch erlebte. Der Orden ist heute in ganz Europa, in Südafrika, Australien und ganz Amerika verbreitet.

18. Februar:
Angelikus von Fiesole (Fra Angelico)
Mönch, Maler
* 1387 in Vicchio di Mugello bei Florenz
† 1455 in Rom

Giovanni, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, trat mit 20 Jahren den Dominikanern in Fiesole nahe Florenz bei. Er wurde der bedeutendste Maler des 15. Jahrhunderts; seine wohl wichtigsten Arbeiten sind mehr als 40 Fresken in San Marco in Florenz.

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Bild: Fra Angelico: Auferstehung Christi und Frauen am Grab, Fresko, 1440 – 41, Konvent von San Marco in Florenz

19. Februar:
Acca von Hexham
Bischof von Hexham
* um 660 in Northumbrien
† 742 in Hexham

Acca wuchs auf im Haushalt von Bosa, dem späteren Bischof von York. Er schloss sich um 678 Wilfrid von York an und begleitete ihn auf dessen zweiter Reise nach Rom im Jahr 692. Nach ihrer Rückkehr wurde Acca Abt des Klosters von St. Andrews und nach Wilfrids Tod 709 dessen Nachfolger als Bischof, eifrig bedacht, die römische Liturgie und Lehre durchzusetzen. 732 wurde er aus unbekannten Gründen aus seiner Diözese entfernt. Schon gleich nach seinem Tod wurde Acca als Heiliger verehrt. == Ethelred schrieb die Berichte seiner Wunder auf.

20. Februar:
Chlodoald
Einsiedler, Priester
* um 520 in Orléans in Frankreich
† um 560 in Nogent bei Paris in Frankreich

Chlodoald, Sohn des Königs Chlodomers von Orléans, wurde nach dem Tod des Vaters von seiner Großmutter Chlothilde, der Witwe von König Chlodwig, zusammen mit seinen Brüdern Theodoald und Gunthar erzogen. Ihre Onkel Chlothar und Childebert wollten das Erbe ihres Bruders unter sich aufteilen und erstachen deshalb Theodoald und Gunthar. Chlodoald aber wurde gearde noch rechtzeitig von Getreuen seiners Vaters befreit, entkam, und rettete sein Leben, indem er sich den Auseinandersetzungen entzog und Priester wurde. Auf Chlodoald wird die Stiftung des berühmten Klosters Saint-Cloud in Nogent zurückgeführt, er habe dort als Einsiedler gelebt.

21. Februar:
Petrus Damiani
Kardinalbischof, Kirchenlehrer
* um 1006 in Ravenna
† am 22. oder 23. Februar 1072 in Faënza

Petrus wurde Benediktinermönch und 1043 Prior in Fonte Avellana bei Gubbio in Umbrien, einer Einsiedelei mit außerordentlicher Strenge im Geiste des Romuald. 1057 wurde er gegen seinen Willen durch Papst Stephan IX. zum Kardinal erhoben und Bischof von Ostia, später hielt er den Vorsitz im Konzil von Mailand. Er war Vertrauter der Päpste, die ihn zum Teil als Legaten einsetzten, und hatte ein besonders enges Verhältnis zu dem Reformer Hildebrand, der 1073 als Gregor VII. Papst wurde. Ihm wird auch die Versöhnung Ravennas mit dem Papst zugeschrieben. Mehrmals bat er die Päpste um seine Amtsenthebung, weil er glaubte, in der Stille seiner Einsiedelei der Kirche besser dienen zu können. Doch der Rückzug wurde ihm verweigert. Erst 1063 durfte er zurück nach Avellana. Petrus lebte praktisch in zwei Welten. Er tat für die Kontemplation ebenso viel wie für die große Politik, die Einsiedler lagen ihm ebenso am Herzen wie Kaiser und Könige. Damiani war einer der produktivsten Schriftsteller des Mittelalters mit einem sehr gepflegten lateinischen Stil und hinterließ ein äußerst umfangreiches Werk theologischer Schriften wie Briefe, Predigten, Gedichte etc. Er starb auf der Rückreise von seiner Vaterstadt in Faënza, wo er auch beigesetzt ist.

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Bild: Das Einsiedlerkloster von Fonte Avellana, gegründet 979, erlebte seine Blüte durch Petrus Damiani

22. Februar:
Petrus: Fest Cathedra Petri – Petri Stuhlfeier
Die Stuhlfeier basiert auf einem legendären Ereignis in Antiochia, dem heutigen Antakya in der Türkei, wonach der Statthalter Theophilus Petrus ins Gefängnis werfen ließ. Paulus bot Theophilus seine Dienste als Künstler in allerlei Handwerk an und erreichte, dass Petrus zur Probe freigelassen wurde, worauf der den längst verstorbenen Sohn des Theophilus wieder zum Leben erweckte. Theophilus bekehrte sich und setzte Petrus “auf einen hohen Stuhl”, damit alle ihn sehen und sein Wort hören sollten. Petrus blieb danach sieben Jahre lang als Bischof in Antiochia.

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Bild: Fresko von Pietro Perugino (1445 ? – 1523) in der Sixtinischen Kapelle: Christus übergibt Petrus die Schlüssel

23. Februar:
Willigis von Mainz
Erzbischof von Mainz
* in Niedersachsen
† 23. Februar 1011 in Mainz

Willigis stammte aus einem Dorf in Niedersachsen, aber er machte Karriere: er wurde Kaplan am Hof des deutschen Kaisers Otto II., 971 gar Reichskanzler und im Jahre 975 schließlich Erzbischof vom Mainz. Er führte 996 Gregor V., den ersten deutschen Papst, in Rom in sein Amt ein und krönte 1002 Heinrich II. und Kunigunde zum deutschen Kaiserpaar. Er diente drei Kaisern und war Berater der Großen seiner Zeit. Sein Ehrentitel “Vater des Kaisers und des Reiches” signalisiert seine Stellung. Wirtschaftliches Wohlergehen und politische Stablilität waren ihm Voraussetzungen für eine auch religiös funktionierende Kirche. Die Gründung des Bistums Bamberg 1007 geht auf Willigis zurück. Er war Bauherr des Mainzer Martins-Doms, der am Tag seiner Weihe 1009 allerdings abbrannte, und der Mainzer Stephanskirche, wo er auch begraben ist. Willigis ist Patron der Wagner, weil er Sohn eines Wagners gewesen sein soll. Aus Stolz auf diese einfache Herkunft habe er das Wagenrad, das heute noch im Wappen von Rheinland-Pfalz zu sehen ist, zu seinem Wappenzeichen gemacht.

24. Februar:
Ethelbert von Kent
König von Kent
* in Kent
† 616

Ethelbert wurde um 560 König von Kent. Durch seine Heirat mit Berta, der einzigen Tochter des Frankenkönigs Charibert, lernte er das Christentum kennen. Den von Papst Gregor, dem Großen, nach England geschickten Missionaren gegenüber zeigte er sich sehr aufgeschlossen und unterstützte sie, 597 empfing er selbst die Taufe. Er war wohltätig gegen Arme und schrieb weise Staatsgesetze. Gregor, der Große, verglich ihn nach seinem Tod mit Konstantin.

25. Februar:
Walburga (Walpurgis)
Äbtissin in Heidenheim in Franken
* um 710 in England
† 779 in Heidenheim in Franken

Walburga war die Tochter des Königs Richard von England und der Wunna und die Schwester von Willibald_von_Eichstaett und Wunibald_von_Heidenheim. Sie wurde um 748 von Bonifatius, dem Bruder ihrer Mutter, mit Lioba und anderen Gefährtinnen als Missionarin nach Deutschland gerufen und lebte als Nonne im Kloster Tauberbischofsheim. Mit drei Ähren habe sie ein Kind vom Hungertod errettet; auf dem Wege zur kranken Tochter eines Burgherrn sei sie von Hunden angefallen worden und habe den ihr zu Hilfe eilenden Knechten zugerufen, sie stehe unter dem Schutz Christi, worauf die Hunde von ihr abließen. 761 wurde Walburga zur Äbtissin des von Wunibald gegründeten Benediktinerklosters in Heidenheim in Franken ernannt; das dortige Doppelkloster war ein wichtiger Missionsstützpunkt. Sie ist dort auch bestattet. Die “Walpurgisnacht” vom 30. April auf den 1. Mai hat inhaltlich keinen erkennbaren Zusammenhang mit der Heiligen, manche Überlieferungen berichten aber von ihrer Kanonisation durch Papst Hadrian II. – er regierte 867 – 872 – an einem 1. Mai, und in England wurde ihr Gedenktag am 1. Mai begangen.

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Bild: Stich von Ludwig Seitz, 19. Jahrhundert: Walburga auf dem Weg zur Burg – die Hunde lassen auf ihr Wort von ihr ab.

26. Februar:
Alexander von Alexandria
Patriarch von Alexandria
† 17. April 328 (oder 326) in Alexandria (?)

Alexander verhinderte mit seiner Kandidatur zum Patriarchen zu Beginn des 4. Jahrhunderts, dass Arius, der Begründer des Arianismus, dieses Amt antreten konnte. Auf dem Konzil von Nicäa war er, zusammen mit seinem Sekretär und späteren Nachfolger Athanasios von Alexandria, ein wichtiger Wortführer. Alexander war beim Volk hoch angesehen, galt als liberal, als Förderer der Armen und lebte streng asketisch.

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Bild: Griechische Ikone

27. Februar:
Leander von Sevilla
Erzbischof von Sevilla
* um 545 in Cartagena in Spanien
† 27. Februar 600 in Sevilla

Leander stammte aus einer römischen Familie. Aus Cartagena musste seine Familie vor den anrückenden Westgoten nach Sevilla fliehen. Hier wurde er Benediktinermönch und war befreundet mit dem Westgotenprinzen Hermengild, dessen Vater, der Westgotenkönig Leovigild, dem Arianismus anhing. Als sein Sohn zum römischen Glauben konvertierte, schrieb der Vater dies dem Einfluss Leanders zu und verbannte ihn 581. Leander ging nach Konstantinopel, um für Hermengild zu werben, und lernte dort den späteren Papst Gregor, den Großen kennen. Hermengild versuchte, einen Umsturz zu organisieren; es gab Bürgerkrieg, aber Hermengild unterlag, Leovigild und mit ihm der Arianismus siegten. Dennoch konnte Leander um 583 nach Sevilla zurückkehren und wurde dort 584 Erzbischof. Schon 586 starb der arianische König, sein anderer Sohn und Nachfolger Rekkared und mit ihm das ganze westgotische Volk fanden unter dem Einfluss Leanders zurück zum katholischen Glauben. Leander war Mitinitiator des Konzils von Toledo, wo er mit einer Lobrede auf die Kirche Aufmerksamkeit erregte. Leander war der mächtigste und einflussreichste Kirchenmann Spaniens in jener Zeit. Sein Lebenswerk war der Kampf gegen den Arianismus, der im römischen Altreich bereits überwunden, in den germanischen Völkern aber noch von großer Bedeutung war. Für die erfolgreichen Bemühungen im Kampf gegen den Arianismus verlieh ihm Papst Gregor als Ehrenzeichen das Pallium.

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Bild : Bartolomé Esteban Murillo (1617 – 1682): Leander von Sevilla und Bonaventura (links), im Museo de Ballas Artes in Sevilla

28. Februar:
Daniel Brottier
Priester, Mönch
* 7. September 1876 in Ferté-Saint-Cyr in Frankreich
† 28. Februar 1936 in Auteuil in Frankreich

Daniel Brottier war == Spiritanerpater. 1903 ging er zur Mission nach Dakar in den Senegal, wo er Jugendarbeit betrieb. 1911 musste er aus gesundheitlichen Gründen in die Heimat zurückkehren. Von hier aus förderte er weiterhin die Arbeit im Senegal, ab 1923 brachte er das “Waisenhauswerk von Auteuil” zu großer Blüte: es kümmert sich um tausende von Jugendlichen aus aller Welt.

02-28

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon