Jänner

1. Jänner:
Der 1. Jänner, der 8. Tag nach dem Weihnachtsfest, ist der Tag der Namensgebung des Herrn, katholisches Hochfest der Gottesmutter Maria. Der Tag wird auch in der evangelischen Kirche als Gedenktag der Namensgebung des Herrn begangen.

 

2. Jänner:
Basilius, „der Große“
Metropolit von Cäsarea, Kirchenvater
* um 330 in Cäsarea in Kappadokien, dem heutigen Kayseri
† 1. Jänner 379 daselbst

Eine Legende erzählt, wie ein Jüngling sich dem Teufel verschrieb, um eine Jungfrau gewinnen zu können. Der Teufel machte sie so liebeskrank, dass ihr Vater in die Verbindung einwilligte. Nach der Heirat erfuhr die junge Frau, dass ihr Mann kein Christ ist und sie sich mit dem Teufel eingelassen hat. Sie wandte sich an Basilius und erreichte, dass ihr Mann sich zum bekehrenden Gebet einschließen ließ, während auch Basilius für ihn betete. Mehrfach von Teufeln bedroht, erschien dem Jüngling zuletzt Basilius als Sieger im Traum. Aber erst nach großem Kirchengebet gab der Teufel den Ehevertrag heraus und ließ ihn auf den Altar fallen. Basilius ergriff, zerriss und verbrannte ihn.

01-02

3. Jänner:
Zdislawa (Berka)
Terziarin, Wohltäterin
* um 1215 in Mähren
† um 1252 in Deutsch-Gabel, dem heutigen
Jablonné v Podjestedi in Tschechien

Zdislawa wurde Dominikaner-Terzarin, mit 17 Jahren schloss sie die Ehe mit Gallus. Als Ehefrau und Mutter half sie Armen, Legenden erzählen von Heilungen und Totenauferweckungen. Sie gilt als Gründerin des Dominikanerinnenklosters in Deutsch-Gabel. Um 1700 erbaute die Familie Berka über ihrem Grab eine Kirche, weil sie annahm, Zdislawa sei Mitglied ihrer Familie gewesen – was ein Irrtum war.

4. Jänner:
Titus
Schüler des Apostel Paulus, erster Bischof von Kreta
† um 97 (?) auf Kreta

Paulus erwähnt seinen Schüler Titus in seinem Brief an die Galater (3, 20) und in seinem 2. Brief an die Korinther (7, 6 – 7 und 8, 6 – 23). Dem Kirchenhistoriker == Eusebios von Caesarea zufolge war er der erste Bischof von Gortyna auf Kreta. Nach Legenden brachte er durch sein Wort einen heidnischen Tempel zum Einsturz. Himmlischer Glanz erleuchtete sein Antlitz, als er mit 94 Jahren starb.

01-04

Bild: Rembrandt: Titus, um 1656, Kunsthistorisches Museum in Wien

5. Jänner:
Synkletike
Mystikerin
* um 320 in Alexandria
† um 400

Synkletike entstammte einer reichen und frommen Familie. Mehrere Heiratsanträge lehnte sie ab, sie wollte ein tugendhaftes Leben führen. Sie war mystisch begabt. Am Ende ihres Lebens erbat der Versucher von Gott die Erlaubnis, sie auf die Probe stellen – so wie er das bei Hiob getan hatte. Synkletike wurde mit mannigfachen Leiden gepeinigt, aber sie bleib trotz ihres hohen Alters von 80 Jahren bis zuletzt standhaft im Glauben und in der Askese.

6. Jänner:
Epiphanias

Das Epiphaniasfest ist das älteste Fest der Kirche, das kalendarisch festgelegt war, es wurde schon um 300 im Osten gefeiert als Fest der Geburt Jesu, der Taufe Jesu, als Erinnerung an das Weinwunder zu Kana (Johannesevangelium 2, 1 – 11) und zuletzt auch als Erinnerung an die Verklärung Jesu (Matthäusevangelium 17, 1 – 13), wobei es regional unterschiedliche Schwerpunkte in der Feier gab. Im Laufe der Zeit verlagerte sich im Westen der Schwerpunkt auf die Geschichte von den drei Weisen aus dem Morgenland, wodurch ein engerer Bezug zum Christfest hergestellt wurde.
Das Fest ist nicht eigentlich das Fest der „Heiligen Drei Könige“, sondern das Fest der Menschwerdung Gottes, des Kindes in der Krippe, das in dieser Welt erschienen ist: „Epiphanie“ bedeutet „Erscheinung“. Im Osten hingegen lag der Schwerpunkt seit jeher auf der Taufe Jesu, bis heute feiert die Orthodoxe Kirche die Taufe Jesu, bei der sich die heilige Dreieinigkeit der Welt enthüllte. In der armenischen Kirche ist der 6. Jänner bis heute das Geburtsfest Christi.

7. Jänner:
Isidor von Sevilla
Erzbischof von Sevilla, Kirchenlehrer
* um 560 in Cartagena
† 4. April 636 in Sevilla

Isidor ging bereits als Jugendlicher ins Kloster. Mit 30 Jahren wurde er Abt. Er führte ein strenges Regiment; ein Regelbuch für das mönchische Zusammenleben wurde in seiner Zeit wichtig. Isidor gilt als bedeutender Kirchenlehrer. In seinem wichtigsten Werk, der „Etymologiae“, versuchte Isidor das gesamte weltliche und religiöse Wissen zu vereinen. Das Werk umfasst 20 Bände und enthält Informationen, die Isidor den Werken anderer Schreiber und römischer Persönlichkeiten entnommen hatte, es wurde zum beliebtesten Handbuch für die Studenten des Mittelalters und blieb über Jahrhunderte hinweg ein Standard-Nachschlagewerk.

01-07

Bild: Gemälde von Bartolomé Esteban Murillo (1618 – 1682)

8. Jänner:
Severin von Norikum
Mönch, Glaubensbote in Norikum
* um 410 in Nordafrika (?)
† 482 in Favianis, dem heutigen Mautern bei Krems

Severin war ein vornehmer Römer aus Nordafrika. Er wirkte während der Völkerwanderung nach dem Tode des Hunnenkönigs Attila 453 als Pilger in, dem Gebiet zwischen Passau und Wien, um der dort noch ansässigen römischen Bevölkerung gegen die aus dem Osten und Norden andrängenden Germanenvölker zu helfen. Es war eine Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen und Plünderungen, voll Unsicherheit und Angst, Hunger und Chaos. Severin setzte sich für die notleidende Bevölkerung ein, besonders für die Integration der eindrängenden Germanen. Durch die Einrichtung von Klöstern, die wie ein Netz das ganze Land zusammenhalten sollten, hoffte er, dem Land und den Menschen wieder Halt zu verleihen. Er selbst gründete die Klöster Boiotrum in Passau und Favianis, heute Mautern bei Krems (oder Wien-Heiligenstadt?), denen er als Laie vorstand. Sein Leben ist beschrieben in der auch als Quelle für die Geschichte der Donauländer bedeutsamen „Vita sancti severini“ seines Begleiters Eugippius, der Abt des Klosters in Castrum Lucullanum bei Neapel war, wohin die Gebeine Severins beim Abzug der Römer aus Germanien überführt worden sind.

9. Jänner:
Maria Theresia von Jesus (Alix le Clerc)
Ordensgründerin
* 2. Februar 1576 in Lothringen
† 1622 in Nancy in Frankreich

Alix le Clerc – so ihr bürgerlicher Name – wurde von Pierre Fourier zum Verzicht auf die Welt hingeführt. Zusammen mit ihrem Lehrer gründete sie 1603 in Nancy den weiblichen Lehrorden der „Chorfrauen Unserer Lieben Frau“, den sie als Oberin leitete.

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10. Jänner:
Paulus von Theben
Einsiedler
* um 228 in der unteren Thebais in Oberägypten
† um 341 in der ägyptischen Wüste

Paulus stammte aus einer sehr begüterten oberägyptischen Familie. In der Verfolgung unter Kaiser Decius wurde er von seinen Schwager, der sich sein Vermögen aneignen wollte, denunziert und zog sich in die Einsamkeit der thebäischen Wüste zurück. Er lebte dann angeblich 90 Jahre lang als Einsiedler in einer Felsenhöhle.

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Bild : Paulus von Theben, daneben Katharina links) und Barbara (rechts). Russische Ikone, um 1800.

11. Jänner:
Theodosius
Mönch, Einsiedler
* um 424 in Mogarisou in Kappadokien
† 529 in Dêr-Dôsi südlich von Jerusalem

Theodosius war der Sohn der frommen Eltern Proaeresios und Eulogia. Er wurde Mönch, ging nach Jerusalem, dann nach Antiochia, wo er Simeon Stylites begegnete und sein Schüler wurde. Er lebte dann als Einsiedler in strengster Askese – mit nur einer Mahlzeit wöchentlich, dreißig Jahre lang habe er kein Brot gegessen – in den Höhlen von Dêr-Dôsi. Er baute diese Höhlen zur Heimstatt für Reisende, Bettler, Kranke und Geisteskranke aus und scharte weitere Mönche um sich. Theodosius tat Wunder: entzündete Kohlen ohne Feuer, holte einen Knaben aus einem Brunnen, schenkete einem tot geborenen Kind das Leben, heilte eine blutflüssige Frau, füllte dem Volk die Scheuern nach einer Missernte, verwies einen Heuschreckenschwarm, ließ es auf ausgedörrte Erde regnen. Er sagte ein Erdbeben voraus und bewahrte damit viele Menschen in Antiochia vor dem Tod. Ihm war es als einzigem vergönnt, die Erscheinungen von Basilius dem Großen in der Kirche zu sehen Am Ort von Theodosius‘ Einsiedelei befindet sich heute das Theodosius-Kloster.

12. Jänner:
Elred von Rievaulx (Rieval)
Abt in Rievaulx
* 1110 in der Grafschaft Yorkshire
† 12. Jänner 1167

Elred, Sohn eines Priesters, wurde in Roxburgh, der alten schottischen Hauptstadt, erzogen und war Hofmarschall des schottischen Königs David I. Mit 23 Jahren trat er in Rieval/Rievaulx in Yorkshire in den Zisterzienserorden ein und wurde 1142 Abt in Revesby in Lincolnshire, 1147 in Rieval/Rievaulx als Oberhaupt aller Zisterzienser in ganz England. Er schrieb sein bekanntestes Werk, „The Mirror of Charity“, „Der Spiegel der Gnade“, auf Bitten von Bernhard von Clairvaux . Die Strahlkraft seiner Predigten brachte ihm den Titel „englischer St. Bernhard“ ein. Bei der Überführung von Eduard, den Bekenner ,1163 in die Westminster Abbey war Ælred anwesend und schrieb eine Biografie über ihn. Im folgenden Jahr unternahm er eine Missionsreise nach Galloway; der ehedem heidnische Stammesführer sei so beeindruckt gewesen, dass er Mönch wurde. In seines letzten Lebensjahren ertrug er mit unsäglicher Geduld schwere Krankheiten, dennoch behielt er seinen liebenswerten Charakter und wurde wegen seiner Bildung und Frömmigkeit schon zu Lebzeiten hoch verehrt.

13. Jänner:
Hilarius von Poitiers
Bischof von Pictavium, Kirchenlehrer
* um 315 in Pictavium, dem heutigen Poitiers (?)
† Anfang 367 daselbst, beigesetzt am 13. Jänner

Hilarius, aus einer wohlhabenden heidnischen Familie stammend, wurde im Geist neuplatonischer Philosophie erzogen und arbeitete als Verwaltungsbeamter. Mit Frau und Tochter ließ er sich 345 taufen und bald darauf zum Priester weihen; schon 350 wurde er von der kleinen Christengemeinde von Poitiers zu ihrem Bischof gewählt. Aus dem Zusammenleben mit seinem Klerus entwickelte sich die erste klösterliche Gemeinschaft in Gallien; 351 begegnete ihm Martin von Tours ,der sein Schüler wurde. Als Repräsentant der Gegner des Arianismus wurde er 356 von Kaiser Konstantius nach Phrygien verbannt, besuchte aber 359 die Synode von Rimini, wo er sich gegen die Erhebung des Arianismus zur Staatsreligion wandte. 360 kehrte er nach Poitiers zurück, wo ihn die Bevölkerung begeistert empfing. Auf der Synode in Paris 361 konnte er die Entmachtung der arianischen Gegner durchsetzen, bis nach Oberitalien reichte sein Einfluss in der Eindämmung dieser Lehre. Im Exil in Phrygen verfasste Hilarius in zwölf Bänden die erste Gesamtdarstellung über die Dreieinigkeit, „De Trinitate“. Sein besonderes Anliegen war es ihm, die Verträglichkeit von Glaube und Vernunft darzulegen. Er gilt auch als bedeutender Dichter von Hymnen der lateinischen Kirche. Hilarius‘ Grab befindet sich im Dom von Poitiers, Reliquien sind u.a. in Paris und Parma.
01-13

Bild: Buchmalerei: Hilarius schreibt seinen Kommentar zum Matthäus-Evangelium

14. Jänner:
Oderich von Pordenone (von Portenau)
Mönch, Missionar
* um 1286 in Portenau in Kärnten, dem heutigen Pordenone in Italien
† 14. Jänner 1331 in Udine in Italien

Oderich trat in Udine in den Franziskanerorden ein und lebte zunächst als Einsiedler in den Wäldern bei Udine. 1310 trat er eine Missionsreise an, kam nach Persien, Ägypten und ins Heilige Land, dann nach Indien, wo er in Thana, in der Nähe des heutigen Bombay, die Reliquien von Thomas von Tolentino und seinen Gefährten rettete. Er missionierte in Indien, dann in Ceylon – dem heutigen Sri Lanka, erreichte die Nordspitze Sumatras, gelangte durch die Straße von Malakka nach Java, dann ins Gebiet des heutigen Kambodscha und Vietnam, schließlich nach China an den Hof des mongolischen Großkhan im heutigen Beijing / Peking. 1331 kehrte Oderich in seine Heimat zurück und diktierte einen Reisebericht, der zu den wichtigsten Zeugnissen über die damalige Missionsarbeit im Fernen Osten zählt; wegen der Unmittelbarkeit des Erlebten durch einen einfachen, wandernden Bettelmönch gilt dieser Reisebericht als bedeutsame Ergänzung zu Marco Polos „Divisament dou monde“. Er erzählt anschaulich etwa von „Ochsen, die als Gott verehrt werden“, von Witwenverbrennungen in Indien, vom Pfefferanbau in Indonesien, von sexuellen Ausschweifungen in Champa, von der Kormoranfischerei in Südchina, von buddhistischen Reinkarnationstheorien und vom Hofzeremoniell in Khanbalique, dem heutigen Beijing / Peking. Auf einer Reise zu Papst Johannes XXII. erkrankte er, musste nach Udine zurückkehren und starb.

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Bild: moderne Bronzestatue in der Villa Nova in Wien

15. Jänner:
Maurus von Subiaco
Abt in Subiaco
* um 500 in Rom (?)
† um 580 in Gallien

Maurus war der Sohn des römischen Senators Equitius und der Lieblingsschüler des Benedikt von Nursia . Er wurde Benedikts Nachfolger im Kloster von Subiaco, als dieser auf den Montecassino übersiedelte. Er errettete der Überlieferung nach einen Klosterbruder aus dem Fluss und soll außergewöhnliche Kräfte zur Krankenheilung gehabt haben. Dann sei er nach Gallien geschickt worden, wo er das Kloster Glanfeuil gründete. Maurus zeichnete sein frommer Lebenswandel, der vollkommene Gehorsam und tiefe Demut aus. Um 580 soll er in in Gallien an der Pest gestorben sein.

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Bild: Maurus von Subiaco (Mitte), zusammen mit Benedikt von Nursia (links) und (rechts); Fresco in der Sacra Speco in Subiaco

16. Jänner:
Honoratus von Arles
Mönch, Bischof von Arles
* 2. Hälfte 4. Jh. in Toul (?)
† um 429 in Arles

Um 410 gründete Honoratus auf einer der Lérins-Inseln ein Kloster mit Regeln nach den Vorbildern aus Ägypten und Syrien, das zu einem geistlichen Zentrum wurde. Seiner Schule entstammte u.a. Patrick ,der Glaubensbote Irlands. 426 wurde Honoratus Bischof von Arles. Die Insel an der Côte d’Azur trägt heute seinen Namen.

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Bild: Abtei St.-Honorat auf der gleichnamigen Lérins-Insel

17. Jänner:
Antonius, „der Große“
Einsiedler, Mönchsvater
* um 250 in Kome, dem heutigen Kema bei Heraclea
† 356 (?) in Tabennisi

Antonius wurde als Sohn reicher christlicher Eltern geboren; mit zwanzig Jahren übernahm er nach dem Tod der Eltern die Verwaltung der Familiengüter und zog seine jüngere Schwester groß. Ein Satz Jesu im Matthäusevangelium (19, 21) veränderte sein Leben: „Wenn Du vollkommen sein willst, dann verkaufe alles, was Du hast, und gibt es den Armen.“ Er verkaufte seinen gesamten Besitz und wurde Einsiedler in radikaler Armut und zunehmender Abgeschiedenheit.
Die Schweine, mit denen er dargestellt wird, stehen für seine berühmten Versuchungen: So erschien ihm nach der Überlieferung der Teufel in Gestalt einer oder mehrerer schöner Frauen; in anderen Fällen wurde er mit Krallen, Zähnen oder Hörnern verwundet, zu Boden geschlagen, an den Haaren gerissen und, während seine Zelle in Flammen aufging, schließlich in die Lüfte gehoben und von allen Seiten bedrohlich angegriffen. Seine kraftvolle Standhaftigkeit veranlasste eine Verehrung, vor der er sich auf einen Berg jenseits des Nils flüchtete.

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Bild : Russische Ikone, Nowgorod, 16. Jahrhundert

18. Jänner:
Regina Protmann
Ordensgründerin, Mystikerin
* 1552 in Braunsberg, dem heutigen Braniewo in Polen
† 18. Jänner 1613 daselbst

Regina Protmann, Tochter einer bedeutenden Familie, begann 1571 mit zwei Gefährtinnen ein gemeinschaftliches Leben, das von spätmittelalterlicher Mystik beeinflusst war. 1602 wurde die Regel unter dem Einfluss von Jesuiten erneuert, Arbeit in der Krankenpflege und Erzeihung junger Mädchen kam hinzu, es entstand der Katharinerinnen-Orden, der immer mehr aufblühte.

19. Jänner:
Heinrich (Henrik) von Uppsala
Glaubensbote in Finnland, Bischof von Uppsala, Märtyrer
* um 1100 in England
† um 1156 in Finnland

Henrik war Engländer, der um 1152 mit einem päpstlichen Legaten – dem späteren Papst Hadrian IV. – nach Skandinavien geschickt wurde. Als Bischof von Uppsala tätig, zog er 1155 mit König Erik auf einen Kreuzzug gegen die Finnen und blieb dann in Finnland, um das Christentum dort weiter zu verbreiten. Ein Bauer namens Lalli, den er wegen eines Mordes mit kirchlichen Strafen belegen wollte, erschlug ihn auf dem Eis des Köyliösees. Henriks Gebeine wurden zunächst nach Nousiainen und dann im Jahre 1300 in den neu errichteten Dom in Turku gebracht. Henrik wurde in der Zeit vor und auch noch nach der Reformation in Finnland hoch verehrt als Nationalheiliger Finnlands. Die über ihn im 14. Jahrhundert gedichtete Hymne des Heiligen Henrik war die erste „Nationalhymne“ des Landes.

20. Jänner:
Sebastian
Märtyrer
* in Mailand (oder Narbonne ?)
† 288 (?) in Rom

Sebastian war nach dem Zeugnis des Ambrosius Mailänder, möglicherweise aber auch in Narbonne geboren, so eine Legende im Umfeld eines Sebastiangrabes in Rom. Danach war er Hauptmann der Prätorianergarde am kaiserlichen Hof Diokletians, der dort aber ungeachtet des Verbotes seinen christlichen Glauben weiter bekannte und viele zum Christentum bekehrte. Seine Stellung erlaubte ihm, seinen christlichen Glaubensgenossen in den Gefängnissen Roms beizustehen, ihnen Mut zuzusprechen und immer weitere Römer zu bekehren. Der Legende nach ließ der römische Kaiser Diokletian, als er von Sebastians Glauben erfuhr, ihn an einen Baum binden und von numidischen Bogenschützen erschießen. Er wurde jedoch von den Pfeilen nicht getötet. Die Witwe des Märtyrers Castulus namens Irene nahm sich seiner an und pflegte seine Wunden. Als er sich wieder erholt hatte, trat er dem erstaunten Kaiser öffentlich entgegen, um ihm die grausame Sinnlosigkeit seiner Verfolgungen vorzuhalten. Diokletian ließ ihn daraufhin im Circus von Rom zu Tode peitschen und die Leiche in die „cloaca maxima“, die große Kloake, werfen. Sebastian erschien dann der Christin Lucina im Traum und wies ihr den Ort; sie holte den Leichnam heraus und bestattete ihn an der Apostelkirche an der Via Appia, unter der heutigen Kirche San Sebastiano ad Catacumbas.

01-20

Bild : Pietro Perugino: Heiliger Sebastian, 1495, Hermitage in St. Petersburg

21. Jänner:
Meinrad (Meginrad) von Einsiedeln (von der Reichenau)
Einsiedler, Mönch, Märtyrer
* Ende des 8. Jahrhunderts bei Rottenburg in Baden-Württemberg
† 861 an der Stelle des heutigen Einsiedeln

Meginrad wurde bei Rottenburg geboren, war dann Schüler im berühmten Kloster auf der Bodenseeinsel Reichenau, wo er mit fünfundzwanzig Jahren zum Priester geweiht und Mönch im Benediktiner <../Orden/Benediktiner.htm>orden wurde. In einer mit einer Schule verbundenen Zelle am Zürcher See wurde er Vorsteher. Seine besondere Liebe zur Einsamkeit ließ ihn dann am Etzel ein Einsiedlerleben führen. Um 835 zog er sich in eine Einsiedelei „im finsteren Wald“ südlich des Zürcher Sees zurück. Gegen seinen Willen verbreitet sich der Ruf des Einsiedlers schnell in der ganzen Gegend. Geschenke, die man ihm aus Dankbarkeit brachte, gab er gleich an die Armen der Umgebung weiter. Dennoch waren wohl solche Nachrichten der Grund dafür, dass er von zwei Räubern, die er zuvor noch mit Brot und Wein bewirtet hatte, überfallen und mit einer Keule erschlagen wurde. Zwei Raben, die Meinrad aufgezogen und ernährt hatte, verfolgten die Mörder und veranlassten ihre Gefangennahme. Zunächst auf der Reichenau bestattet, wurden Meginrads Reliquien 1039 an den Ort seines Todes zurückgebracht. Aus der Zelle des Heiligen war inzwischen das Benediktinerkloster Einsiedeln geworden.

01-21

Foto: Benediktiner Abtei Einsiedeln heute

22. Jänner:
Vinzenz von Valencia (von Saragossa)
Diakon, Märtyrer
* in Huesca in Aragonien
† 304 (?) in Valencia

Vinzenz war der Legende nach Diakon des greisen Bischofs Valerius von Valencia in Spanien. Dacian, der Statthalter von Valencia, verhaftete die beiden; der Bischof wurde in die Verbannung geschickt, Vinzenz wurde grausamst gemartert: man warf ihn nackt in einen dunklen Turm, legte ihn mit zerdehnten Gliedern und von Haken zerrissen auf einen glühenden Rost, schließlich starb er auf einem Glasscherbenlager; dabei trösteten ihn Engel und machten ihm den Rost und das Marterbett zu einem zarten Blumenlager. Aus Wut verweigerte der Statthalter die Beerdigung: er solle von Hunden und Vögeln gefressen werden. Die Leiche, auf freiem Feld den Tieren ausgesetzt, wurde aber von Engeln bewacht und von zwei Raben verteidigt. Daraufhin wurde er in eine Ochsenhaut eingenäht und mit einem Mühlstein beschwert ins Meer versenkt; die Wellen spülten ihn jedoch an Land, wo er von einer frommen Witwe gefunden und bestattet wurde. Schon im 4. Jahrhundert wird die Verehrung von Paulinus von Nola und Augustinus besonders erwähnt. Vinzenz‘ Gebeine wurden 1160 von Valencia nach Lissabon übertragen. Sein Gedenktag gilt als die Mitte des Winters.

01-22

Bild : Aus dem Vinzenz-Altar, heute im Nationalmuseum in Lissabon

23. Jänner:
Heinrich Seuse
Mönch, Mystiker
* 21. März 1295 am Bodensee
† 1366 in Ulm

Heinrich Seuse stammte aus dem Geschlecht der Ritter von Berg, mit 13 Jahren trat er in Konstanz in den Dominikanerorden ein. Als 18-jähriger erlebte er seine Bekehrung. Er studierte in Konstanz, Straßburg und in Köln, wo er ein Schüler Meister Eckhards war, den er zeitlebens verehrte. Seine Weisheit, sein Mitgefühl und sein Einfühlungsvermögen gerade auch in Menschen, die nicht an Gott glauben konnten, machten ihn zu einem großen Seelsorger. Durch strengste Kasteiung um Gelassenheit und Selbstbeherrschung ringend, wurden ihm Visionen, Entrückungen und himmlische Einsichten zuteil, die in bedeutenden Schriften niedergelegt sind. Ein Großteil seiner Arbeit widmete er der seelsorglichen Betreuung von Klostergemeinschaften. Lektor und Prior geworden, musste er 1338 wegen seiner Parteinahme im Investiturstreit Konstanz verlassen. Den unermüdlichen, um Seelsorge bemühten Wanderprediger in oberdeutschen Nonnenklöstern verfolgten Krankheiten und Verleumdungen übelster Art, bis er, in das Dominikanerkloster Ulm versetzt, 1348 Ruhe für die Zusammenstellung seiner Briefe und Predigten fand. Sein „Büchlein der ewigen Wahrheiten“ und das „Büchlein der Weisheit“ gehören zu den Standardwerken deutscher Mystik. Seine Memoiren, von ihm überarbeitete Notizen einer Schülerin unter dem Titel „Exemplar“, gelten als die erste Autobiographie in deutscher Sprache. Aus ihr geht hervor, dass er sich mit dem Griffel das IHS-Zeichen („Jesus Christus, der Retter“) in die Haut ritzte und dass ihm ein mit einem Fußlappen spielender Hund eine Mahnung zur Geduld geworden war. Einen Kranz von Rosen schaute eine Gottesfreundin um sein Haupt und erkannte ihn dadurch inmitten seiner Ordensbrüder.

01-23

Bild: Gemälde aus dem 15. Jahrhundert

24. Jänner:
Bernhard Lehner
Schüler
* 4. Jänner 1930 in Herrngiersdorf bei Regensburg
† 24 Jänner 1944 in Regensburg

Der 13-jährige Bernhard war mit einer schweren Krankheit in die städtische Kinderklinik in Regensburg eingeliefert worden und ertrug den zehnwöchigen Krankheitsverlauf geduldig. Er selbst verfügte über heilerische Kräfte, mit denen er anderen half. Die Verehrung begann noch in seinem Todesjahr. Der Überführung der Gebeine in die Kirche von Herrngiersdorf wohnten 20.000 Menschen bei.

01-24

25. Jänner:
Paulus: Fest der Bekehrung des Apostels

Paulus hieß eigentlich Saulus. Er war Sohn vermögender jüdischer Eltern aus Tarsus in Kleinasien mit römischem Bürgerrecht, war aber in einer griechisch-bürgerlichen Umgebung aufgewachsen und beherrschte die griechische Sprache. Saulus erlernte den Beruf seines Vaters als Zeltteppichweber und folgte ihm auch in dessen Amt als Pharisäer, eines jüdischen Theologen im Laienstand. Zu seiner weiteren theologischen Ausbildung ging er nach Jerusalem zu dem hoch angesehenen jüdischen Lehrer Gamaliel. Saulus‘ Glaubenseifer hatte zur Folge, dass er die aufkommende christliche Kirche verfolgen musste, die er für eine jüdische Sekte hielt, die vom Gesetz abwich und deshalb zerstört werden müsse (Galaterbrief 1, 13). Die Bibel erzählt, er habe im Jahr 35/36 beim Tod des Stephanus, des ersten christlichen Märtyrers, der zu Tode gesteinigt wurde, die Kleider der Steiniger bewacht. Saulus erhielt den Auftrag, in Damaskus weitere Christenverfolgungen zu leiten, aber eine wunderbare Begegnung mit dem auferstandenen Jesus vor Damaskus veränderte sein Leben von Grund auf (Apostelgeschichte 22, 5 – 16; 26, 12 – 18).

01-25

26. Jänner:
Titus
Schüler des Apostel Paulus, erster Bischof von Kreta
† um 97 (?) auf Kreta

Paulus erwähnt seinen Schüler Titus in seinem Brief an die Galater (3, 20) und in seinem 2. Brief an die Korinther (7, 6 – 7 und 8, 6 – 23). Dem Kirchenhistoriker == Eusebios von Caesarea zufolge war er der erste Bischof von Gortyna auf Kreta. Nach Legenden brachte er durch sein Wort einen heidnischen Tempel zum Einsturz. Himmlischer Glanz erleuchtete sein Antlitz, als er mit 94 Jahren starb.

27. Jänner:
Angela Merici von Brescia
Ordensgründerin
* 21. März 1474 in Desenzano am Gardasee
† 27. Jänner 1540 in Brescia

Angela Merici wurde als Kind armer Eltern geboren und schon mit 10 Jahren Vollwaise. Gemeinsam mit ihrer bald ebenfalls sterbenden Schwester wurde sie von einem Onkel erzogen. Als junges Mädchen trat sie den Kapuzinerinnen bei, wo sie sich vorrangig der Kindererziehung widmete. Als etwa Zwanzigjährige erkannte sie, wie ungebildet die Kinder ihrer Heimat aufwuchsen: Schulen gab es nicht, die Eltern waren unwissend und maßen einer gediegenen Ausbildung kein besonderes Gewicht bei. In ihrem Heimatort konnte sie zunächst einige Freundinnen überreden, zusammen mit ihr eine Art regelmäßige Schule zu organisieren. Ob ihres Erfolges lud man sie 1516 nach Brescia ein, um dort Ähnliches zu versuchen. Mehr und mehr erkannte Angela, wie wichtig für das Wohlergehen der Familien und für eine zivilisierte Gesellschaft eine umfassende Bildung und Erziehung gerade der Frauen ist. In Brescia lebte Angela, wie zuvor, in strenger Askese. 1525 unternahm sie eine Wallfahrt nach Palästina, auf der sie die Berufung verspürte, eine Ordensgemeinschaft für Frauen zu gründen. Nach ihrer Rückkehr rief sie die „Gesellschaft der Ursulinen ins Leben, benannt nach Ursula eine Gemeinschaft von Frauen, die sich zwar ganz dem Dienst am Nächsten weihten, andererseits aber nicht in klösterlicher Abgeschiedenheit wohnten, sondern weiter ohne Gelübde und Klausur in ihren Familien lebten, sich jedoch an die Gebote der Ehelosigkeit, der Armut und des Gehorsams halten sollten. 1535 bestätigte Papst Paul III. den Orden, dem Angela Merici ab 1537 als erste Oberin vorstand. Wenige Jahre nach Angelas Tod wandelte sich die Gemeinschaft der Ursulinen in eine Klostergemeinschaft um. Bis heute sind die Ursulinen der größte Frauenorden, der sich der Erziehung widmet.

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Bild: Angela nach ihrem Tod

28. Jänner:
Thomas von Aquin
Mönch, Kirchenlehrer
* um 1226 auf Schloss Roccasecca
† 7. März 1274 im Kloster Fossanuova südlich von Ro

Thomas war der wohl größte katholische Theologe aller Zeiten. Er bemühte sich in seinen Werken Glaube und Vernunft, Philosophie und Theologie zusammen zu bringen, war ein glasklarer Denker von höchster analytischer Intelligenz, zugleich aber auch ein frommer Beter und demütig Glaubender. Sonne, Stern, Edelstein, mit denen er dargestellt wird, symbolisieren sein „Geisteslicht“, mit der er die Kirche erleuchtet; die Taube aus seinem Mund oder ihm ins Ohr flüsternd symbolisiert sein Weisheit. Die Legende schreibt ihm einen kurzen Dialog unter einem Kreuz zu: Er habe die Stimme Gottes gehört: „Du hast gut von mir geschrieben; welchen Lohn verlangst Du?“ Darauf Thomas: „Nur Dich allein, Herr. Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir wie Spreu vor!“

01-28

30. Jänner:
Matthias
Apostel, Märtyrer
† 63 (?) in Äthiopien (?)

Von Matthias gibt es wenig sichere Nachrichten; er kam nach der Himmelfahrt Christi durch das Los – auch Joseph Barsabbas stand zur Wahl – als Nachrücker in das Apostelkollegium, um den Platz des Judas einzunehmen (Apostelgeschichte 1, 28). Nach unsicheren Berichten stammte Matthias aus einer wohlhabenden Familie in Bethlehem; er habe Jesus in jungen Jahren kennen gelernt und zu den 70 Jüngern gehört, die der zur Verkündigung des Reiches Gottes aussandte (Lukasevangelium 10, 1). Matthias wirkte nach verschiedenen Legenden in Judäa für den Glauben, wurde wegen seiner Heilungen, Bekehrungen und gelehrten Predigten beim Hohen Rat verklagt, zum Tode verurteilt, gesteinigt und nach römischem Brauch mit dem Beil enthauptet. Anderen Überlieferungen zufolge soll er in Griechenland oder im Kaukasus oder in Äthiopien den Glauben verkündet haben und im Jahr 63 zuerst gesteinigt, dann mit dem Beil erschlagen worden sein. Einer Überlieferung zufolge soll ihn nach vorübergehender Blendung und wunderbarer Wiedererlangung des Augenlichts der Apostel Andreas aus den Händen von Menschenfressern gerettet haben, so dass er eines friedlichen Todes starb. Schon im 2. Jahrhundert kursierte eine nur bruchstückhaft erhaltene Evangelienschrift unter seinem Namen.

01-30

31. Jänner:
Johannes (Don) Bosco
Priester, Ordensgründer
* 16. August 1815 in Becchi bei Turin
† 1888 in Turin

Johannes Bosco war Bauernsohn; als er zwei Jahre alt war starb der Vater, die Mutter erzog ihn in großer Armut. Mit neun Jahren hatte er seine Berufungsvision: Er sah in einem Hof eine Horde herumlungernder und fluchender Gassenjungen; als er dazwischen fahren wollte, sprach ein vornehmer und von innen heraus leuchtender Mann zu ihm: „Stelle Dich an die Spitze der Jungen! Nicht mit Schlägen, sondern mit Milde, Güte und Liebe musst Du dir diese zu Freunden gewinnen.“ Auf seinen Einwand, er könne das nicht, teilte der Mann ihm eine „Lehrerin“ zu, eine „majestätische Dame“, die ihn in einer „Vision in der Vision“ sehen ließ, wie an Stelle der Buben plötzlich alle möglichen Tiere herumtollten: Löwen, Schafe, Hunde, Katzen, die sich neckten, spielten und den vornehmen Mann und die Frau freudig begrüßten. Auf seinen erneuten Einwand, nicht zu verstehen, teilte die Dame ihm mit: „Zu gegebener Zeit wirst Du verstehen!“ 1841 erhielt Johannes Bosco die Priesterweihe und arbeitete in der Seelsorge an der Arbeiterjugend und an verwahrlosten Jugendlichen in Turin als „Don Bosco“. Der Rettung der Jugend galt sein Leben. Er richtete in benachteiligten Stadtvierteln Schulen ein, dazu Heime und Ausbildungsstätten, nutzte die Möglichkeiten der Presse und gab Zeitschriften und Bücher heraus. Don Bosco hatte eine großartige Begabung, auf Menschen zuzugehen.

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon