Juli

1. Juli:
Ignatius Falzon
Seelsorger
* 1. Juli 1813 in Valetta auf Malta
† 1. Juli 1875 daselbst

Ignatius war schon als Kind von tiefer Frömmigkeit. Nach dem Besuch des Gymnasiums empfing er die niederen Weihen, zum Priesterberuf fühlte er sich nicht würdig genug. Er unterrichtete Kinder und betreute die englischen Soldaten auf der Insel, von denen er 600 zum katholischen Glauben führte.

2. Juli:
Maria – Fest „Vistatio – Mariä Heimsuchung“

Die Heimsuchung bezeichnet die Begegnung von Maria und Elisabeth, die Lukas in seinem Evangelium (1, 39 – 56) schildert. Das Fest Mariä Heimsuchung stammt ursprünglich aus dem Orient, 1263 führte Bonaventura das Fest im Franziskanerorden am 2. Juli als Oktavtag zum Geburtstag Johannes‘, des Täufers, ein. 1389 wurde das Fest auf die ganze katholische Kirche ausgedehnt. Nach dem römischen Kalender wird das Fest am 31. Mai gefeiert. Zur Abwehr von Blitzeinschlägen wurden früher an Mariä Heimsuchung Haselzweige an die Fenster gehängt.
07-02
Bild : Max Reichlich: Maria besucht Elisabeth. 1511, Alte Pinakothek in München

3. Juli:
Anatolius von Laodicea
Gelehrter, Bischof von Cäsarea und Laodicea
* in Alexandria in Ägypten
† um 280 in Laodicea, dem heutigen Denizli

Anatolius war Senator seiner Heimatstadt und einer der führenden Gelehrten seiner Zeit auf den Gebieten der Physik und der Aristotelischen Philosophie. Fragmente von zehn Büchern über Arithmetik und eine Abhandlung über den Osterfest-Termin sind erhalten. 262 wurde er Bischof von Cäsarea in Kappadokien – dem heutigen Kayseri, 268 von Laodicea.

4. Juli:
Ulrich von Augsburg
Bischof von Augsburg
* um 890 in Augsburg
† 4. Juli 973 daselbst

Ulrich, Sohn des alemannischen Gaugrafen Hupald von Dillingen, wurde für den geistlichen Stand bestimmt und studierte im Kloster St. Gallen. Er wurde Kämmerer seines Onkels, des Bischofs Adalbero von Augsburg und verwaltete gleichzeitig die großen Familiengüter, bis er 923 Nachfolger seines Onkels als Bischof wurde. Ulrich lebte selbst enthaltsam wie ein Mönch und war freigiebig gegenüber den Armen. Ein Jahr vor seinem Tod wollte Ulrich nach 49-jähriger Amtszeit demissionieren, die Synode von Ingelheim lehnte aber ab. Dem schwerkranken, auf einem Sessel ruhenden Ulrich erschienen nach der Legende zwei Engel mit Kelch und Patene, damit er die Messe halten könne; bei der Kelcherhebung wurde ihm die segnende Hand Gottes aus goldenen Strahlen sichtbar, seine beiden neben ihm knienden Diakone sahen sie nicht. Als er starb, wurde er mit dem Teppich, auf dem er auf der Erde zu schlafen pflegte, begraben.
07-04
Bild : Hans Burgkmair, 1518, Gemäldegalerie in Berlin

5. Juli:
Antonius Maria Zaccaria
Priester, Ordensgründer
* 1502 in Cremona
† 5. Juli 1539 daselbst

Antonius Maria stammte aus vornehmer Familie, studierte in Padua Medizin und engagierte sich als Laie in der Verkündigung. Er erteilte Katechismusunterricht, hielt Vorträge und organisierte Seminare. Im Alter von 26 Jahren wurde er Priester. Schwerpunktmäßig zielte er bei seiner Arbeit zunächst auf die geistigen Eliten der Städte und organisierte „geistliche Gruppen“, um über sie in die breitere Masse hineinzuwirken. Daraus entwickelte sich ab 1530 die „Kongregation der Regularkleriker vom Heiligen Paulus „die „Paulaner“, mit Aufgaben in der Erziehung der Jugend und der Volksmission. Nach der päpstlichen Anerkennung 1533 und einem Umzug ins Kloster S. Barnaba in Mailand wurde der Orden „Barnabiten“ genannt. Das Anliegen blieb die Hebung des sittlichen Niveaus aller gesellschaftlichen Schichten, vor allem auch des Klerus. Bald schon folgte die Gründung einer Frauenkongregation, der „Englischen Schwestern vom Heiligen Paulus“, der „Angeliken“, die sich um gefährdete Mädchen kümmerten. Auf Antonius‘ Anregungen gehen das Freitagsläuten der Kirchenglocken zur Sterbestunde Jesu und das vierzigstündige Gebet zwischen Karfreitag und Ostermorgen zur Erinnerung an Christi Grabesruhe zurück.

6. Juli:
Maria Goretti
Jungfrau, Märtyrerin
* 16. Oktober 1890 in Corinaldo bei Ancona
† 6. Juli 1902 in Ferriere di Conca bei Nettuno

Maria war das älteste von fünf Kindern einer Bauernfamilie. Die Familie zog, weil sie dort neues Land gepachtet hatte, in ein Dorf nahe Nettuno um, als Maria neun Jahre alt war. Nach einem Jahr starb Marias Vater, sie versorgte nun zusammen mit der Mutter ihre Familie. Als Maria sich – wenige Wochen nach der Erstkommunion – den Zudringlichkeiten des Sohnes des Verpächters, Alessandro, widersetzte, verletzte der sie durch vierzehn Messerstiche. Nach einer erfolglosen Notoperation starb sie am folgenden Tag. Sterbend verzieh sie ihrem Mörder. Alessandro wurde zu dreißig Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Die Überlieferung berichtet, dass Alessandro durch Visionen, in denen Maria ihm erschien und Blumen schenkte, reumütig wurde; er wurde später wegen guter Führung frühzeitig entlassen, bat Marias Mutter um Vergebung, die sie ihm gewährte, und trat 1928 als Laienbruder in den Kapuzinerorden ein. Marias Grab ist in der nach ihr benannten Kirche in Nettuno südlich von Rom.
07-06

7. Juli:
Cyrillus von Saloniki
Mönch, Glaubensbote bei den Slaven
* in Thessaloniki in Griechenland
† 14. Februar 869 in Rom

Cyrillus – sein Geburtsname war Konstantin – gilt mit seinem Bruder Methodius als Missionar Osteuropas. Die beide Brüder waren Söhne eines byzantinischen Hofbeamten. Beide waren hochgebildet und feinsinnig, Cyrillus war der Künstler von beiden, seine Übersetzungen der Evangelientexte und Gebete ins Slawische sind Gedichte und Kunstwerke. 860 schickte der byzantinische Kaiser Cyrillus und Methodius ans Schwarze Meer zur Mission unter den Slawen. 862 sandte Kaiser Michael III. die beiden nach Mähren. Cyrillus war die Seele der Slawenmission. Er erfand die slawische Schrift, die nach ihm benannt ist. Bei einer Reise nach Rom erhielten Cyrillus und von Papst Hadrian II. die Anerkennung des Slawischen als liturgischer Sprache. Cyrillus erkrankte in Rom und starb bereits mit 42 Jahren. Er wurde in der Kirche S. Clemente in Rom beigesetzt.
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Bild: Cyrillus‘ Grabplatte in der Unterkirche von S. Clemente in Rom

8. Juli:
Barbara
Märtyrerin, Nothelferin
* Ende des 3. Jahrhunderts in Nikomedia, dem heutigen Izmit
oder: in Heliopolis, dem heutigen Bá’labakk (Baalbek)
† 306 (?) in Nikomedia

Ausführlich berichten die Legenden von Barbaras Schönheit und ihrem scharfen Verstand. Barbara ließ sich gegen den Willen ihrer Familie taufen. Barbara wurde von ihrem Vater dem römischen Statthalter Marcianus ausgeliefert, doch auch ihm gelang es nicht, sie zur Entsagung ihres Glaubens zu bewegen, obwohl er sie geißeln ließ. Sie enthauptet werden; der rachsüchtige Vater selbst hat das Urteil vollstreckt, gleich darauf traf ihn ein Blitzschlag und er verbrannte.
07-08
Bild : Lukas Cranach d. Ä. Martyrium der Heiligen Barbara, 1510-15, im Metropolitan Museum of Art, New York

9. Juli:
Anatolia
Jungfrau, Märtyrerin
† um 250 in Thyrum

Anatolia lebte zusammen mit ihrer Schwester. Als Christin denunziert, sperrte sie der Henker während der Verfolgungen unter Kaiser Decius mit einer giftigen Schlange ein; als er sah, dass die Schlange Anatolia verschonte, wurde er selbst Christ und starb als Märtyrer, Anatolia wurde mit dem Schwert hingerichtet.

10. Juli:
Erik von Schweden (Erik IX. Jedvardson)
König von Schweden, Märtyrer
* in Schweden
† 18. Mai 1160 bei Uppsala

Erik wurde nach dem Tod seines Vaters schon 1150 König von Schweden; er war ein frommer, asketischer Mann, auf die Erhebung von Steuern verzichtete er. Zu seiner Zeit war Schweden zwar schon nominell christianisiert, aber in Kultur und Lebenspraxis noch sehr in heidnischen Formen verhaftet. In seiner Regierungszeit stärkte er die Kirche und versuchte, den christlichen Glauben zu festigen. Erik unternahm mit seinem Bischof Heinrich 1154 und 1156/57 siegreiche Kreuzzüge gegen die Finnen, gründete dort Klöster und Kirchen. 1160 wurde er nach dem Besuch der Heiligen Messe am Himmelfahrtstag aufgrund einer vom dänischen Prinzen Magnus Henriksson angezettelten Verschwörung ermordet: „Sie hauten und erstachen ihn unwürdiglich. “ Erzählt wird, dass eine blinde Witwe, in deren Haus die Diener den Leichnam brachten, ihre Augen mit seinem Blut berührte und sehend wurde. Eriks Gebeine ruhen im Dom von Uppsala.

11. Juli:
Benedikt (Benedetto) von Nursia
Ordensgründer,
„Vater des abendländischen Mönchtums“
* um 480 in Nursia, dem heutigen Norcia
† 21. März 547 auf Montecassino bei Cassino

Benedetto wurde mit seiner Zwillingsschwester Scholastika als Sohn einer vornehmen Familie geboren und schon als Knabe mit seiner Amme nach Rom zur Ausbildung geschickt, wo er auch studierte. Entsetzt vom Leben in der Stadt, das von Verfall gekennzeichnet war – der Kaiserhof war bereits nach Konstantinopel umgezogen, kirchlich, politisch, wirtschaftlich, kulturell und auch moralisch lag Rom darnieder – schloss Benedetto sich einer asketischen Gemeinschaft in Affile – dem heutigen Enfide – in den Sabiner Bergen nahe Rom an, dann zog er sich in eine unbewohnte Gegend im Aniotal in der Nähe von Subiaco zurück. Für seine wachsende Schülerschar gründete er rund ein Dutzend kleine Klöster mit je zwölf Mönchen – die Monasteri di S. Benedetto und di S. Scholastica gibt es noch heute – und entwickelte Regeln für ein gemeinschaftliches Klosterleben. Auf Benedetto ging dann die Gründung des Klosters von Montecassino bei Cassino zurück; 529 zog er selbst dort ein. Benedetto starb am Gründonnerstag 547 während eines Gebets am Altar der Klosterkirche Montecassino; seine Brüder sahen, wie er von Engeln auf teppichbelegter, lichterfüllter Straße gen Himmel getragen wurde.
07-11
Bild : Fra Angelico: Benedikt. Detail der Kruezigungsdarstellung (1441 – 42), Fresko im Konvent von San Marco in Florenz

12. Juli:
Andreas Oxner von Rinn
Märtyrer
* 26. November 1459 in Rinn bei Innsbruck
† 12. Juli 1462 daselbst

Die Überlieferung erzählt, wie der zweieinhalbjährige Andreas von fremden jüdischen Händlern ermordet wurde, als seine Mutter bei der Feldarbeit weilte. Andreas‘ Gebeine wurden 1475 erhoben. 1678 wurde an der Stelle seines Martyriums eine neue Kirche erbaut. Eine 1620 verfasste Biographie wurde Grundlage zahlreicher volkstümlicher Schauspiele.

13. Juli:
Heinrich II.
deutscher Kaiser
* 6. Mai 973 in Abbach bei Regensburg
† 13. Juli 1024 in Grona bei Göttingen

Heinrich war der Sohn von Heinrich dem Zänkerer, dem sein Herzogtum Bayern wegen andauernder Querelen von König Otto weggenommen worden war. Heinrich kam in die Klosterschule von Hildesheim und sollte – wohl um ihn aus der Erbfolge auszuschalten – auf den geistigen Stand vorbereitet werden. Als er nach dem Tod seines Vaters 995 das Herzogtum Bayern übernahm, sorgte er sich auch engagiert um eine Erneuerung der Kirche und der Klöster und gründete das Bistum Bamberg, den Dom in Bamberg ließ er ab 1002 erbauen. Im selben Jahr wurde er als Nachfolger von Otto III. deutscher König. Sein Ziel war die Wiederherstellung des großen Frankenreiches; 1004 wurde er König von Italien. 1014, während des zweiten Zuges nach Rom, wurde Heinrich von Papst == Benedikt VIII. zum Kaiser gekrönt. Er verstand seine Königsmacht als „von Gottes Gnaden“ verliehen. Fortgesetzte Kämpfe an den Grenzen und im Inneren des Reichs hielten ihn in Atem.
07-13
Bild : mittelalterliche Statue am Bamberger Dom

14. Juli:
Angelina von Marsciano
Ordensgründerin
* 1377 bei Orvieto in Italien
† 14. Juli 1435 in Foligno

Angelina gründete 1397 als Witwe die „Regulierten Terziarinnen“ des Franziskanerordens und baute zunächst das Kloster in Foligno, dann 19 weitere Klöster auf, denen sie als Generaloberin vorstand.

15. Juli:
(Johannes) Bonaventura
Kardinalbischof von Albano, Kirchenlehrer
* vor 1221 in Bagnoreggio bei Viterbo
† 15. Juli 1274 in Lyon in Frankreich

1236 ging Giovanni an die Universität von Paris, wo er bis 1242 unter == Alexander von Hales studierte. 1243 – nach anderen Quellen schon vor Beginn seines Studiums – trat er unter dem Namen Bonaventura dem Franziskanerorden bei.1256 promovierte Bonaventura in Philosophie und Theologie Aufgrund seiner Gelehrsamkeit wurde Bonaventura 1257 zum Ordensgeneral der Franziskaner gewählt; er leitete den Orden von Paris aus. 1273 wurde Bonaventura zum Kardinal und Bischof von Albano ernannt. Boten des Papstes, die ihm den Kardinalshut überbringen sollten, trafen ihn angeblich im Kloster Mugello bei Florenz beim Geschirrspülen im Garten; er bat sie, den Kardinalshut an einem Baum aufzuhängen, bis er seine Arbeit vollendet habe. Bonaventura starb noch vor Beendigung des Konzils in Lyon und wurde in der dortigen Franziskanerkirche begraben, die heute seinen Namen trägt. Seine Reliquien wurden in dieser Kirche aufbewahrt, sind aber teilweise bei einem Brand zerstört worden, teilweise verschollen. Die Kirche seiner Heimatstadt erhielt zuvor noch eine Armreliquie.

Bild : Bartolomé Esteban Murillo (1617 – 1682): Bonaventura (links) und Erzbischof Leander von Sevilla, im Museo de Ballas Artes in Sevilla

16. Juli:
Carmen – Fest „Unsere Liebe Frau auf dem Berge Karmel“

Das Fest ist seit 1386 in englischen Karmeliterklöstern als ordensinternes Fest am 17. Juli bezeugt. 1595 wurde es von der vatikanischen Ritenkongregation auch außerhalb des Ordens ermöglicht, 1726 von Papst Benedikt XIII. für die ganze katholische Kirche eingeführt.

17. Juli:
Leo IV.
Papst
* um 790 in Rom
† 17. Juli 855 daselbst

Leo wurde 847 Papst. Er errang im Bund mit italienischen Hafenstädten 849 in einer Seeschlacht einen entscheidenden Sieg über die Sarazenen. Während das weltliche Kaisertum jener Zeit ohnmächtig war, schützte er Rom gegen arabische Räuber. Er befestigte die Tibermündung und den westlich des Tibers gelegenen Teil der Stadt mit der Peterskirche. So stärkte er durch sein politisches Handeln die Stellung des Papsttums. Als Leos Nachfolgerin im Papstamt galt lange Zeit eine angebliche, weibliche Päpstin Johanna. Zweieinhalb Jahre lang habe sie, als Mann mit Namen Johannes Anglicus aus Mainz auftretend, das Papstamt innegehabt, bis man ihrem wahren Geschlecht auf die Schliche kam. Diese Legende verbreitete sich vor allem ab dem 13. Jahrhundert, wurde auch von Päpsten und Angehörigen der Kurie durchaus geglaubt und spielte in der reformatorischen Polemik gegen das Papsttum vom 15. Jahrhundert an eine Rolle, bis der reformierte Kirchengeschichtler David Blondel Mitte des 17. Jahrhunderts die Legende als unhistorisch erwies.

18. Juli:
Arnold von Arnoldsweiler
Wohltäter
* in Griechenland
† nach 800 in Arnoldsweiler bei Düren

Arnold war Sänger und Harfenspieler am Hof von Karl, dem Großen. Er engagierte sich für Arme und erhielt dafür von seinem Gönner den „Bürgenwald“ bei Düren mit 20 Dörfern, wo er dann im heute nach ihm benannten Arnoldsweiler bis zu seinem Tod lebte.

19. Juli:
Poppo von Schleswig
Bischof von Schleswig
† an einem 19. Juli unbekannten Jahres

Poppo wurde um 995 Bischof. Er wirkte als Glaubensbote in Dänemark und verlegte möglicherweise später den Bischofssitz nach Jütland. Bestattet wurde er in Bremen.

20. Juli:
Margareta (Marina) von Antiochien
Jungfrau, Märtyrerin, Nothelferin
* in Antiochia. dem heutigen Antakya
† 305 daselbst (?)

Margareta – in der Ostkirche ist Marina der gebräuchliche Name – ist eine legendäre Märtyrerin. Sie soll aus Antiochien gestammt haben und Tochter eines heidnischen Priesters gewesen sein. Die christliche Amme erzog sie zum Glauben, der Vater verstieß seine Tochter, als er dies bemerkte und denunzierte sie beim Stadtpräfekten. Sie floh, wurde aber gefunden und vor Gericht gestellt; die Richter begehrten die hübschen Angeklagte, wurden aber von ihr abgewiesen und rächten sich umso grausamer. Margareta wurde mit Fackeln angesengt und in siedendem Öl gekocht, aber sie blieb unverletzt. Das Volk war von diesen Wundern dermaßen beeindruckt, dass die Menschen sich offen zum Christengott bekannten – dafür aber gleich geköpft wurden wie schließlich auch Margareta. Nach anderer Überlieferung sah der Stadtpräfekt Olybrius Margareta Schafe hüten und begehrte die schöne christliche Jungfrau. Da sie sich standhaft weigerte, ließ er sie mit eisernen Kämmen reißen, mit Fackeln brennen und ins Gefängnis werfen. Mehrfach erschien ihr der Versucher als ein riesiger Drache und wand sich um sie, um sie zu verschlingen, aber er wurde zerbrochen durch das das Kreuzzeichen, das Margareta über ihn machte, sie entkam seinen Krallen unbeschädigt. Immer wieder wurde sie von den bei ihren Marter erlittenen Wunden wundersam gesund, das Volk erkannte dies, viele ließen sich daraufhin taufen. Schließlich zur Richtstätte geführt, betete sie vor ihrer Enthauptung für ihre Verfolger und alle, die in Zukunft ihr Gedächtnis anrufen würden, besonders die Frauen in Kindsnöten.
07-20
Bild : Gaudenzio Ferrari (um 1475 – 1546), im Pushkin Museum in Moskau

21. Juli:
Laurentius von Brindisi
Mönch, Kirchenlehrer
* 22. Juli 1559 in Brindisi in Italien
† 22. Juli 1619 in Lissabon in Portugal

Julius Caesar – so sein bürgerlicher Name – kam als Sohn wohlhabender Kaufleute aus Venedig zur Welt. Nach dem frühen Tod seiner Eltern schloss er sich im Alter von 16 Jahren dem Kapuzinerorden an. Laurentius studierte in Padua und wurde Lektor in Venedig. 1602 wurde er selbst Ordensgeneral der Kapuziner. 1599 sandte Papst Clemens VIII. den begnadeten Prediger nach Deutschland, um im Land der Reformation den Orden zu verbreiten. Auf seinen Reisen durch Deutschland entdeckte er seine Liebe zu diesem Land, dem er auf dem Sterbebett sein Herz vermachte. In Österreich und Ungarn gelang es ihm, Ordensniederlassungen zu gründen. Im Krieg gegen die Türken von 1601 begleitete er die kaiserlichen Truppen und hatte durch seine mutmachendes seelsorgerisches Wirken wesentlichen Anteil am Sieg bei Stuhlweißenburg am 11. Oktober. Während einer diplomatischen Mission starb er an seinem 60. Geburtstag in Portugal. In Villafranca del Bierzo in der nordspanischen Provinz Léon wurde er auf dem Armenfriedhof beigesetzt.
07-21

22. Juli:
Maria Magdalena (Marlene)
Jüngerin Jesu
* um 1 in Magdala bei Tiberias, wohl das heutige El-Medschdel
† in Ephesus, heute Ruinen bei Selçuk (?)
oder: Mitte des 1. Jahrhunderts (?) in Aix-en-Provençe (?)

Maria schloss sich Jesus als Jüngerin an, nachdem der sie von Besessenheit befreit hatte (Lukasevangelium 8, 2) – der Jüngerkreis war größer als die bekannten zwölf Männer und umfasste auch Frauen, unter denen Maria offenbar eine besondere Stellung hatte. Mit Jesus und den Jüngern zog auch Maria nach Jerusalem; zusammen mit zwei anderen Frauen flüchtete sie aber nicht wie die anderen Jünger, sondern blieb bei der Kreuzigung und dem Sterben Jesu dabei (Matthäusevangelium 27, 55 – 56). Sie ging dann am Morgen nach dem Sabbat zusammen mit zwei anderen Frauen zum Grab, um den Leichnam Jesu einzubalsamieren; sie wurden die erste Zeugin des leeren Grabes und der Botschaft des Engels: „Erschrecket nicht! Er ist nicht hier, er ist auferweckt worden.“ (Markusevangelium 16, 6) und erhielten den Auftrag, das den sich versteckt haltenden Jüngern zu berichten (Markusevangelium 16, 7). Die Überlieferung der orthodoxen Kirche berichtet, dass Maria in Ephesus gestorben und bestattet sei. Die Verehrung ist dort seit dem 6. Jahrhundert nachweisbar. Reliquien kamen dann der Überlieferung nach 899 von Ephesus nach Konstantinopel – dem heutigen Istanbul.
07-22
Bild : Georges de la Tour: Magdalena der Nacht, 1630-35, Musée du Louvre in Paris

23. Juli:
Birgitta (Brigitta) von Schweden
Ordensgründerin, Mystikerin
* um 1303 in Finstad bei Uppsala
† 23. Juli 1373 in Rom

Als Birgitta elf Jahre alt war starb ihre Mutter; ihr war kurz vor Birgittas Geburt, als sie bei einem Schiffbruch gerettet wurde, die Madonna erschienen und hatte ihr ein „seliges“ Kind prophezeit. Mit Dreizehn heiratete sie Ulf Gudmarsson, den späteren Lagmann von Närke. Sie gebar acht Kinder, ihre Tochter Katharina folgte ihr später auf dem Weg ihrer klösterlichen Berufung.1335 wurde Birgitta Hofmeisterin der Gemahlin von König Magnus Eriksson.
Als ihr Mann 1344 starb, häuften sich die Visionen. Ihre über 600 in schwedischer Sprache schriftlich festgehaltenen Visionen wurden übersetzt und verbreitet, sie sind vor allem für die Darstellung der vor dem Kinde knienden Maria geltend gemacht worden. Visionen wiederholten sich nun immer häufiger, sie empfand sich als Braut Christi und erhielt in ihren Visionen Auftrag und Regeln für eine Klostergründung. Sie gründete den nach ihr benannten Birgittenorden. König Magnus stellte Birgitta 1346 das Gut Vadstena am Vättersee zum Bau eines Ordenshauses zur Verfügung. 1349 begab sie sich nach Rom, um die Anerkennung des Birgittenordens zu erwirken, die 1370 durch Papst == Urban V. erfolgte. Birgitta starb kurz nach ihrer Rückkehr von einer Pilgerreise nach Jerusalem in Rom, ohne bis dahin ihre Vision von einem Kloster in Schweden erfüllt zu haben. Erst ihre Tochter realisiert diese Absicht, deshalb war eigentlich Katharina Gründerin des Erlöserordens, des „Birgittenordens“, wenngleich er aus Birgittas Offenbarungen erwuchs. Zunächst in Rom bestattet, wurde Birgitta 1374 nach Vadstena überführt.
07-23
Bild: Holzschnitt von Albrecht Dürer (1471-1528): Visionen der Birgitta

24. Juli:
Christophorus
Märtyrer, Nothelfer
* in Kanaan oder Lykien
† um 250 (?) in Lykien in der heutigen Türkei (?)

Christopherus wollte dem mächtigsten Herrscher dienen. Lange suchte er, bis er endlich einen Einsiedler fand, der ihm bestätigte, Christus sei der mächtigste Herrscher; wolle man ihm dienen, so müsse man fasten können. Christophorus entgegnete, dass er das nicht könne. Auch die nächste Forderung, viel zu beten, konnte Christophorus nicht befolgen. Er übernahm dann aber die Aufgabe, Menschen auf dem Rücken über einen gefährlichen Fluss zu tragen, denn er war ja groß und stark. Statt eines Stabes nahm er eine große Stange und trug unermüdlich Menschen herüber und hinüber. Eines Nachts hört er eine Kinderstimme rufen, konnte aber in der Dunkelheit nichts erblicken. Nach dem dritten Ruf nochmals hinausgehend, sah er ein Kind, das hinübergetragen werden wollte. Als er aber mit diesem Kind auf der Schulter ins Wasser stieg, wurde die Last immer schwerer, das Wasser schwoll an, er fürchtete zu ertrinken und glaubte, die ganze Welt läge auf seinen Schultern. „Mehr als die Welt hast du getragen“, sagte das Kind zu ihm, „der Herr, der die Welt erschaffen hat, war deine Bürde“. Es drückte ihn unter das Wasser und taufte ihn. Am Ufer erkannte Christophorus Christus als seinen Herrn, der ihm auftrug, ans andere Ufer zurückzukehren und seinen Stab in den Boden zu stecken: er werde als Bekräftigung seiner Taufe finden, dass der Stab grüne und blühe. Als Christophorus am Morgen erwachte, sah er, dass aus seinem Stab tatsächlich ein Palmbaum mit Früchten aufgewachsen war.
07-24
Bild : Fresko von Masaccio, um 1420, in San Clemente in Rom

25. Juli:
Jakobus, der Ältere (der Große)
Apostel, Märtyrer
* am See Genezareth in Galiläa, dem heutigem Kinneret
† um Ostern 43 in Jerusalem

Jakobus der Ältere war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome sowie der ältere Bruder des Jüngers Johannes. Jesus gab den zwei Brüdern wegen ihres Eifers den Beinamen „Boanerges“, „Donnersöhne“ (Markusevangelium 3, 17). Jakobus zählte neben seinem Bruder und Petrus zu den drei bevorzugten Jüngern, die bei der Verklärung Jesu und in seiner Todesangst im Garten Gethsemane zugegen waren. Der Überlieferung nach verkündete er nach Pfingsten in der Gegend um Samaria – das heutige Shomron – und Jerusalem das Evangelium, bis er durch König Herodes Agrippa I. von Judäa im Jahr 43 geköpft wurde; Jakobus war somit der erste Märtyrer unter der Aposteln (Apostelgeschichte 12, 1 – 2).
07-25
Bild: Medaillon aus Siena, 14. Jahrhundert, heute im Vatikan

26. Juli:
Joachim
Vater der Gottesmutter Maria
* in Galiläa (?)
† vor 1 (?) in Jerusalem (?)
Anna
Mutter der Gottesmutter Maria
† vor 1 (?)

Joachim und Anna sind die legendären Eltern der Maria und somit die Großeltern Jesu. Das apokryphe Jakobusevangelium schildert Joachim als greisen Priester, dessen Opfer im Tempel vom Oberpriester zurückgewiesen wurde, da er keine Nachkommen hatte. Da erschien ihm ein Engel, traf ihn auf dem Feld bei seinen Herden und seine Frau Anna in ihrem Haus; er wies beide an, sich zu begegnen. Sie begegneten sich an der „Goldenen Pforte“, das verheißene Kind Maria wurde geboren.
07-26
Bild : Albrecht Dürer (1471 – 1528): Anna mit ihrer Tochter Maria und dem Jesuskind – diese verbreitete Form der Darstellung nennt sich auch „Anna selbdritt“; Metropolitan Museum of Art, New York

27. Juli:
Berthold von Garsten
erster Abt in Garsten
† 27. Juli 1142 in Garsten bei Steyr an der Enns

Berthold war Mönch und Subprior in St. Blasien im Schwarzwald, dann Prior von Göttweig und ab 1111 Abt in Garsten. Als Abt war er streng, aber gütig in der Seelsorge. Nach der Legende vermehrten sich an Fasttagen die nicht ausreichenden Fischmahlzeiten durch seinen Segen.

28. Juli:
Ghebre Michael
Priester, Märtyrer
* 1788 in Mertule Mariam in Äthiopien
† 28. August 1855 in Äthiopien

Ghebre Michael war => Kopte, der zum Katholizismus übertrat und Priester wurde. Er verfasste ein Wörterbuch und einen Katechismus in seiner Muttersprache und war in der Ausbildung eines einheimischen Klerus tätig. Als Konvertit und Staatsfeind wurde er verhaftet und gefoltert, woran er starb.

29. Juli:
Martha von Bethanien
Jüngerin Jesu
* um 1 (?) in Bethanien, dem heutigen El-Azarjeh in Palästina
† im 1. Jahrhundert, nach der Legende bei Marseille oder in Tarascon

Martha war die ältere Schwester des Lazarus und der Maria von Bethanien. Sie gehörte zum engeren Freundeskreis Jesu und bewirtete diesen (Lukasevangelium 10, 38 – 42), als er bei ihr und ihrer Schwester zu Gast war. Nach dem Johannesevangelium (12, 1 – 3) bewirtete sie Jesus auch, als er von der unbekannten Frau gesalbt wurde.
07-29
Bild : Tintoretto: Jesus im Haus von Martha (hinten) und Maria (vorn), 1570-75, Alte Pinakothek in München

30. Juli:
Petrus Chrysologus
Erzischof von Ravenna, Kirchenlehrer
* um 380/400 im damaligen Forum Cornelii beim heutigen Imola
† 3. Dezember (?) 450 daselbst

Petrus Chrysologus, in seiner Heimatstadt zum Priester geweiht, wurde 424 (?) Bischof von Ravenna, das während seiner Amtszeit zur Hauptstadt des Weströmischen Reiches war und unter ihm Erzbistum wurde. Er war eng mit Papst Leo, dem Großen, befreundet, am kaiserlichen Hof hatte er großen Einfluß. Petrus war ein großer Prediger, gleichermaßen gelehrt und volkstümlich, eine Tatsache, der er seinen Ehrennamen „Chrysologus“, „Goldredner“, verdankt. Er bemühte sich, nie länger als 15 Minuten zu reden; 183 seiner Predigten sind noch erhalten. An heißen Sommertagen machte er „Predigtferien“. Als Petrus den Tod nahen spürte, begab er sich zum Sterben wieder in seinen Geburtsort. Sein Grab ist im Dom in Imola. Papst Benedikt XIII. verlieh Petrus 1729 den Ehrentitel Kirchenlehrer.

31. Juli:
Ignatius von Loyola
Ordensgründer, Mystiker
* 24. Dezember (?) 1491 auf Schloss Loyola, dem heutigen Kloster San Ignacio de Loyola in der Provinz Guipúzcoa
† 31. Juli 1556 in Rom

Iñigo López Oñaz de Recalde y Loyola wurde als zwölftes Kind einer baskischen Adelsfamilie im Schloss seiner Familie geboren. Er war ein Lebemann, kam mit dem Gesetz in Konflikt, sein Lebenstraum war eine Karriere beim Militär. Nach der Genesung von dem Schuss einer Kanonenkugel ging er 1522 für rund ein Jahr ins Kloster auf dem Montserrat bei Monistrol, um dort in strenger Askese Klarheit über sich und sein weiteres Leben zu gewinnen.Da der Plan zu missionarischer Tätigkeit in Palästina wegen des Krieges zwischen Venedig und den Türken scheiterte, begab sich die Bruderschaft nach Rom. Unterwegs hatte Ignatius eine Vision: Gott selbst bat Jesus, Ignatius als Knecht anzunehmen, dieser stimmte zu und in Ignatius flammt eine starke Zuneigung zum Namen Jesu; seine neue Gemeinschaft nennt er fortan „Gesellschaft Jesu“, „Jesuiten „. Das Volk nannte die Pariser Professoren „Pilgerpriester“. 1540 wurde der neue Orden von Papst Paul III. bestätigt, 1541 Ignatius zum Generaloberst des Ordens gewählt. Während dieser Zeit verfasste Loyola die „Großen Ordensregeln“, die aber erst nach seinem Tod fertig gestellt wurden.
07-31
Bild : Gemälde von Giacomo del Conte, entstanden am Tag nach Ignatius‘ Tod, heute im Generalat der Jesuiten in Rom

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon