Mai

1. Mai:
Joseph von Nazareth, „der Arbeiter“
Papst Pius XII. verkündete 1955 den 1. Mai als Fest für „Joseph, den Arbeiter“

2. Mai:
Athanasios von Alexandria, „der Große“
Patriarch von Alexandria, Kirchenvater
* um 295 in Alexandria
† 2. Mai 373 daselbst

Athanasios wurde in einer christlichen Familie groß. Als Kind erlebte er noch Christenverfolgungen, die ihn hart und unnachgiebig werden ließen. Er studierte, wurde 319 Diakon und begleitete 325 seinen Patriarchen Alexander von Alexandria, zum ersten Konzil der Kirche nach Nicäa. Hier erlebte er die Auseinandersetzungen mit dem Arianismus, der Kampf gegen diese Lehre wurde zu einem bestimmenden Moment seines Lebens, hierfür trägt er den ihm von Gregor von Nazianz beigelegten Ehrennamen „Säule der Kirche“ und wurde er zum Kirchenvater ernannt. Seine Gedanken waren wesentlich für die Ausformung der Lehre von der Inkarnation, der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, und bildeten die Grundlage zur Ausformulierung des „Athanasianischen Glaubensbekenntnisses“. Bereits im Alter von 33 Jahren wurde Athanasios 328 Patriarch von Alexandrien, stieß dabei aber, auch wegen seiner entscheidenen Gegnerschaft zum Arianismus, auf viele Widerstände. Athanasios nahm dabei auch keine Rücksicht auf die politischen Interessen des dem Arianismus nahestehenden Kaiser Konstantinus, dem Sohn von Konstantin, dem Großen ; dies brachte ihm im Laufe seines Lebens fünf Verbannungen ein: 335 bis 337 nach Trier, 339 bis 345 nach Rom, später dreimal in die Wüste von Ägypten. Nur von 366 bis 373 konnte er ungehindert in seinem Patriarchat wirken. Athanasios verfasste eine Fülle von Schriften. Von besonderer Bedeutung sind seine „Reden gegen die Arianer“, „Die Geschichte der Arianer“, „Die Apologie gegen die Arianer“ sowie „Über die Dekrete der Synode von Nicäa“. Seine um 370 geschriebene Biographie über „Das Leben des Heiligen Antonius_der_Grosse gilt als programmatischer Entwurf des Mönchtums und trug wesentlich zu dessen Verbreitung bei. Sein großer Einfluss auch auf die spätere Theologie drückt sich aus in Prädikaten wie „Säule der Kirche“ und „Vater der Orthodoxie“.

3. Mai:
Jakobus, der Bruder des Herrn
Gemeindeleiter, Märtyrer
* nach 1 in Nazareth
† an Ostern 62 (?)

Jakobus mit dem Beinamen „der Gerechte“ war neben Petrus und Johannes Leiter der ersten Christengemeinde in Jerusalem (Apostelgeschichte 12, 17; 15, 13; Galaterbrief 2, 9). In der Frage der Beschneidung der Christen, damit ihrer Eingliederung in die Gemeinde der Juden, war Jakobus der Anführer der Gruppe, die für ein Fortgelten der jüdischen Tradition und das Bekenntnis zu den Wurzeln des Christentums im Judentum votierte: er vertrat aber eine gemäßigte Position, die nicht die Beschneidung, sondern nur Speisegesetze als verbindlich erklären wollte. Damit ermöglichte er die Einigung auf dem Apostelkonzil im Jahr 48 und so die Fortsetzung der Missionsarbeit des Paulus im Rahmen der einen Christenheit (Apostelgeschichte 15, 13 – 21). Jahre später bewog er Paulus zum ausdrücklichen Bekenntnis zum Judentum, konnte aber einen Aufruhr streng gläubiger Juden gegen Paulus nicht vermeiden, der daraufhin von den römischen Behörden in Sicherheit gebracht werden musste (Apostelgeschichte 21, 15 – 34; Galaterbrief 2, 1 – 5). Jakobus erlitt nach zuverlässigen Zeugnissen den Märtyrertod durch Steinigung: Nachdem der römische Statthalter Festus gestorben war, nutzte der Hohepriester Hannas II. die Gunst der Stunde des Machtvakuums zum Schlag gegen den Leiter der Christengemeinde. Jakobus wird traditionell als Verfasser des neutestamentlichen Jakobusbriefes betrachtet, der ebenfalls Paulus-kritische Positionen vertritt, tatsächlich aber wohl erst um 100 abgefasst wurde, wohl von einem Schüler des Jakobus, der damaliger Sitte entsprechend seinen Namen verwendete.

4. Mai:
Florian
Märtyrer
* in Cannabiaca, dem heutigen Zeiselmauer bei Tulln
† um 304 in Lauriacum, dem heutigen Lorch an der Enns

Florian war Offizier der zweiten Legion des römischen Heeres in Cetium, dem heutigen St.Pölten. Nach seiner Bekehrung zum Christentum gab er seine glänzende Karriere auf, und kehrte nach Zeiselmauer zurück und lebte längere Zeit dort. Von hier aus eilte er 40 gefangenen Christen in Lauriacum – dem heutigen Lorch – zu Hilfe. Der Statthalter Aquilinus ließ ihn verhaften, da er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören. Nach vielen Martern erlitt er zusammen mit den 40 mitgefangenen Christen den Märtyrertod. Mit einem Mühlstein um den Hals wurde Florian in der Enns ertränkt. Die Überlieferung berichtet, dass seine Leiche, von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler bewacht, von Valeria, einer frommen Frau, gefunden und von ihr dort bestattet wurde, wo im 8. Jahrhundert das Stift St. Florian entstand. In seiner Jugend soll er ein brennendes Haus durch sein Gebet gerettet haben – aber erst im 15. Jahrhundert setzte sich diese Überlieferung durch, die heute seine Bedeutung begründet. Die Reliquien des Hl. Florian gelangten nach Rom. Im 17. Jahrhundert wurden sie nach Krakau überführt, weitere Reliquien sind in Zeiselmauer und St. Florian an der Enns. Die Kirchen von Zeiselmauer und Lorch gehören zu den ganz wenigen Kirchen Österreichs, die direkt über römischen Heiligtümern errichtet wurden. Die Gebeine der anderen 40 Märtyrer wurden Mitte des 20. Jahrhunderts in Lorch ausgegraben. In Zeiselmauer wurde das römische Fahnenheiligtum in der Unterkiche 1980 freigelegt. Florian ist der erste österreichische Märtyrer und Heilige und er ist ist einer der 14 Nothelfer.
05-04
Bild : Albrecht Altdorfer (um 1480 – 1538): Das Martyrium des Florian, 1520, Galleria degli Uffizi, Florenz

5. Mai:
Godehard (Gotthard) von Hildesheim
Bischof von Hildesheim
* 960 in Reichersdorf bei Niederaltaich
† 5. Mai 1038 in Hildesheim

Godehard wurde im Benediktiner-Kloster Niederaltaich in Bayern erzogen; sein Vater war Bauer auf Feldern des Klosters, der auffallend begabte Junge kam früh in die dortige Klosterschule. Aufgrund seiner Begabung wurde er dem Bischof von Salzburg empfohlen, wo er weiterstudierte. 990 schloss er sich dem Orden in Niederaltaich an, wurde bald schon Prior und 996 Abt. Godehard war ein konsequenter Verfechter der Klosterreform von Cluny; aus Niederaltaich wurde unter seiner Führung ein blühendes Kloster. Kaiser Heinrich II. übertrug ihm zusätzlich die Leitung des reformbedürftigen Kloster in Hersfeld. In den folgenden Jahren reformierte er zahlreiche weitere Klöster, so auch das in Tegernsee, wo er ebenfalls als Abt fungierte. 1022 wurde Godehard auf Vorschlag von Heinrich II. Bischof in Hildesheim. Als Bischof zeichnete er sich durch seine Volksverbundenheit und sein fröhliches Wesen aus; seine schlichte, asketische Lebensweise machten ihn sehr beliebt. Er predigte oft, besuchte die Armen und pflegte selbst die Kranken, empfing Bittsteller, hörte regelmäßig Beichte. Er ließ 30 Kirchen bauen und weihen und zahlreiche Schulen gründen.

6. Mai:
Matthäus
Apostel, Evangelist, Märtyrer
† nach 42 in Parthien in Mesopotamien (?)

Matthäus war einer der Apostel, er hieß ursprünglich Levi. Die ersten drei Evangelien erwähnen, dass er Zöllner in der antiken Hafenstadt Kapernaum war – also einer der von den Juden verachteten – weil im Dienst der römischen Besatzungsmacht stehenden – Steuereintreiber. Markus nennt ihn „Levi, den Sohn des Alphäus“ (Markusevangelium 2, 14), Lukas nennt ihn einfach „Levi“ (Lukasevangelium 5, 27). Das Evangelium, das seinen Namen trägt, berichtet, wie Jesus ihn vom Zolltisch weg berief und mit ihm aß (Matthäusevangelium 9, 9). Aus seinem Beruf als Zöllner kann man schließen, dass Matthäus über eine gewisse Bildung verfügt haben muss. Den Namen Matthäus erhielt er von Jesus. Matthäus gilt in der Tradition als der Verfasser des ersten Evangeliums. Der Überlieferung nach zog er nach Abschluss dieser Arbeit im Jahr 42, nach Parthien um das Evangelium zu verkünden.
05-06
Bild : griechische Ikone, 14. Jahrhundert

7. Mai:
Johannes von Beverly
Bischof von York
* um 650 in Harpham in England
† 7. Mai 721 in Beverly in England

Johannes war Bischof von Hexham und wurde 705 Bischof von York. In Beverly gründete er ein Benediktinerkloster, in das er sich 717, nach seiner Demission vom Bischofsamt, zurückzog.

8. Mai:
Ludwig IX., „der Heilige“
König von Frankreich
* 25. April 1214 in Poissy
† 25. August 1270 bei Tunis in Tunesien

Ludwig wurde 1226 als Elfjähriger zum König von Frankreich gekrönt und regierte bis 1236 unter der Vormundschaft seiner Mutter, Königin Blanche von Kastilien. Ihr war es gelungen, politisch die Herrschaft ihres Kindes durchzusetzen. Von ihr hatte er seine Religiosität, bis ins Alter mischte sie sich in seine Privat- und Intimsphäre ein. Er heiratete Margarete von Provence und hatte elf Kinder. Ludwig trat dem Dritten Orden der Franziskaner bei; sein Privatleben glich mehr dem eines Ordensmannes als dem eines Königs, er war demütig und geduldig, ein liebevoller Vater, voller Zuneigung und Mitleid mit Armen und Kranken. Die Legende erzählt, wie er immer wieder von seiner Schüssel Essen austeilte. Frau und Kinder durften zur Fastenzeit weder Diadem noch Kränze tragen, er selbst kasteite sich und pflegte den Armen zur Osterzeit die Füße zu waschen. In der Armenpflege und im Spitalbau erwarb er sich Verdienste. Ludwig unternahm zwei Kreuzzüge. Der erste, ab 1248, führte zur Eroberung von Damiette, dem heutigen Dumyat in Ägypten und nach Palästina, wo er den dort bedrängten Kreuzfahrern half. Er endete aber mit seiner Gefangennahme und wunderbaren Errettung aus einem Schiffbruch 1250. Von diesem Kreuzzug soll er einen Nagel des Kreuzes als Relique mitgebracht haben. Sein zweiter Kreuzzug nach Nordafrika 1270 führte noch zur Eroberung der alten Burg von Karthago bei Tunis, dann vernichtete die Pest sein Heer und ihn selbst. In Kreuzform ließ er sich sterbend auf Asche legen.
05-08
Bild : El Greco: Ludwig, um 1586 – 94, Musée du Louvre in Paris

9. Mai:
Lukas
Evangelist
* in Antiochia, dem heutigen Antakya (?)
† um 80, in Bithynien in der Türkei (?) oder in Achaia in Griechenland (?)

Lukas stammte vermutlich aus Antiochien, war Heidenchrist, von Beruf Arzt (Kolosserbrief 4, 14). Über seine Bekehrung zum Christentum ist nichts überliefert. Lukas gilt als Verfasser des nach ihm benannten Evangeliums und als Autor der Apostelgeschichte, als deren Entstehungszeit heute allgemein die Jahre zwischen 70 und 80 angesehen wird.

10. Mai:
Comgall
Klostergründer, Abt in Bangor
* um 516 in Dalaradia in Nordirland
† um 600 in Ulster in Nordirland

Comgall war zunächst Soldat, lebte dann als Einsiedler und gründete 560 das Kloster Bangor nördlich von Ulster, das er zu hoher Blüte führte. Er bildete dort Kolumban und Gallus aus.

11. Mai:
Mamertus
Bischof von Vienne
* um 400 in Vienne
† um 475 daselbst

Mamertus wurde 461 Bischof von Vienne. Um 464 zerstritt er sich mit Papst Hilarius über eine 450 erfolgte Neueinteilung der Diözesen in Südfrankreich. Mamertus setzte selbst einen neuen Bischof in St. Dié ein und wurde dafür vom Papst scharf getadelt. Nach zahlreichen Feuern und Erdbeben und großen Zerstörungen in seiner Heimatstadt Vienne führte Mamertus 470 die „Drei Bittgänge“ vor dem Fest Christi Himmelfahrt ein, Prozessionen zur Abwendung von Gefahren und zur Erflehung göttlicher Hilfe. Die hierfür erstellten Litaneien und Bittgebete verbreiteten sich in ganz Gallien und Spanien.

12. Mai:
Pankratius
Märtyrer, Eisheiliger
* um 290 in Phrygien
† um 304 in Rom

Die Legende erzählt, dass der verwaiste Sohn eines reichen Römers 303 mit seinem Onkel Dionys nach Rom reiste. Mit seinem ererbten Vermögen half er dort den verfolgten Christen, besonders den um ihres Glaubens willen Gefangenen. Nach dem Tod des Onkels wurde Pankratius von einem der Verfolgungsbefehle Kaiser Diokletians erfasst und vor den Kaiser gebracht. Der Vierzehnjährige ließ sich trotz aller Verlockungen nicht vom Glauben abbringen, deshalb wurde er öffentlich enthauptet, sein Leichnam Hunden zum Fraß vorgeworfen. Eine Christin barg ihn unter Lebensgefahr und setzte ihn in den Katakomben an der Via Aurelia bei.

13. Mai:
Servatius
Bischof von Tongern, Märtyrer (?), Eisheiliger
* in Armenien (?)
† 13. Mai 384 (?) in Maastricht

Servatius war nach der Legende der Sohn jüdischer Eltern aus Armenien. Sicher ist, dass er um 340 Bischof von Tongern wurde. Ein Engel soll Servatius von Jerusalem nach Tongern geführt, ihm Ring und Stab des verstorbenen Vorgängers auf dem Bischofsstuhl von Maastricht, die auf dem Altar bereitlagen, überreicht und ihn damit selbst zum Bischof geweiht haben. Zahlreiche Heilungen und Wunder werden von ihm berichtet.
05-13
Bild: Front des Servatius-Schreines aus dem 12. Jahrhundert mit Servatius, flankiert von Engeln, in der Servatius-Kirche in Maastricht

14. Mai:
Bonifatius von Tarsus
Märtyrer, Eisheiliger
* in Rom (?)
† um 306 in Tarsus in Kilikien (?)

Der legendäre junge Römer Bonifatius war nicht Christ, wurde aber von einer reichen Römerin beauftragt, in Tarsus Reliquien christlicher Märtyrer zu finden und nach Rom zu bringen. Als er dort die Folterungen und Tötungen in der Christenverfolgung unter Kaiser Galerius miterlebte, ließ er sich taufen und bekannte sich zum Christentum, worauf er selbst durch siedenes Pech sterben musste.

15. Mai:
Sophia von Rom
Märtyrerin
* in Rom
† um 304 in Rom

Sophia erlitt als junge Frau den Martertod, wahrscheinlich in der Christenverfolgung unter Diokletian. Teile der Reliquien von Sophia liegen in Straßburg.

16. Mai:
Johannes (von) Nepomuk
Priester, Märtyrer
* um 1350 in Pomuk bei Plzen (Pilsen)
† 20. März 1393 in der Moldau bei Prag

Johannes aus Pomuk, „ne Pomuk“, wurde nach Studien der Theologie in Prag und des kanonischen Rechts in Padua 1372 Notar in der erzbischöflichen Gerichts-Kanzlei in Prag und später Domherr und Generalvikar des Erzbischofs in Prag. Sein energisches Auftreten für die Rechte der Kirche gegenüber dem König und seine Predigten machten ihn beim Volk berühmt und dem König lästig. Johannes ist in den Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel und dem Prager Erzbischof Jenzenstein am 20. März 1393 gefangen genommen, gefoltert, vom König selbst mit Pechfackeln gebrannt, durch die Straßen geschleift und dann in der Moldau ertränkt wurde. Johannes‘ Leichnam wurde im Veitsdom in Prag bestattet und schon bald als Märtyrer verehrt; 1719 fand man bei der Öffnung des Grabes Gebeine und Zunge unversehrt. Sein Denkmal auf der Prager Karlsbrücke, das 1693 errichtet wurde, machte ihn zu einem der wichtigsten Brückenheiligen.
05-16
Bild: Giuseppe Maria Crespi, 1743: „Die Königin von Böhmen beichtet Johannes von Nepomuk“, Pinakothek in Turin

17. Mai:
Paschalis Baylon
Laienbruder
* 16. Mai 1540 in Torrehermosa in Aragon
† 17. Mai 1592 im Kloster Villareal bei Valencia

Paschalis, Sohn armer Eltern und in seinen Jugendjahren als Hirte tätig, trat mit 17 Jahren ins Franziskanerkloster ein und wurde 1564 als Laienbruder in den Franziskanerorden strengster Observanz aufgenommen. Er diente als Pförtner in verschiedenen Klöstern und zeichnete sich in jeglicher Arbeit aus durch größte Bußstrenge, Armut, Demut, Nächstenliebe und eucharistische Frömmigkeit mit reichen mystischen Erfahrungen. Er starb am Pfingstsonntag – an einem Pfingstsonntag war er auch geboren worde. An seinem Grab in der Klosterkirche von Villareal ereigneten sich zahlreiche Wunder. Im spanischen Bürgerkrieg 1936 wurden seine Gebeine verbrannt.

18. Mai:
Johannes I.
Papst, Märtyrer
* um 470 in der Toscana
† 18. Mai 526 in Ravenna

Johannes I. wurde 523, während der Regierungszeit des Ostgotenkönigs Theoderich, der in Ravenna residierte, zum Papst gewählt. Beide hatten anfangs ein gutes Verhältnis und unterstützten sich gegenseitig. Dann aber wurde Johannes in den Machtkampf zwischen dem oströmischen Reich in Konstantinopel und den Ostgoten, die Anhänger des Arianismus waren, verwickelt. Als Theoderich von Johannes Unterstützung für sich und die Ostgoten und Fürsprache in Konstantinopel für die Arianer verlangte, kam es zum Bruch: auf einer Reise zu Kaiser Justin I. nach Konstantinopel, zu der ihn Theodosius gezwungen hatte, konnte Johannes den ihm aufgezwungenen Auftrag nicht erfüllen, die Byzantiner blieben bei ihrer Ablehnung der Irrlehre. Bei der Rückkehr wurde Johannes deshalb von Theoderich festgenommen und in Ravenna gefangen gehalten, wo er wenige Tage danach starb; deshalb gilt er als Märtyrer.

19. Mai:
Alkuin
Gelehrter, Abt in Tours
* um 735 in York in England
† 19. Mai 804 in Tours in Frankreich

Alkuin, Sohn einer Adelsfamilie, wurde an der Domschule seiner Heimatstadt York erzogen. Während einer Romreise traf er 781 mit Karl, dem Großen, zusammen, der ihn nach Aachen holte als Leiter der Hofschule und Berater insbesondere in Fragen der Eingliederung unterworfener Völker in sein Reich. Von Aachen aus wirkte er als Lehrer und Gelehrter im ganzen Reich, an der Hofschule gehörten zu seinen Schülern u.a. Hrabanus Maurus und Einhard. 796 wurde er Abt der Benediktinerabtei Tours; er belebte das mönchische Leben und führte insbesondere die Klosterschule zu hohem Ruf.
05-19
Bild: Medallion aus der Bamberger Bibel, 9. Jahrhundert, in der Bibliothèque Nationale in Paris

20. Mai:
Bernhardin von Siena
Mönch, Volksprediger
* 8. September 1380 in Massa Marittima bei Carrara
† 20. Mai 1444 in L’Aquila in den Abruzzen

Bernhardin begann seine Studien mit 11 Jahren in Siena. Beim Ausbruch der Pest von 1397 pflegte er Kranke und trat – nach der Genesung von lebensbedrohender Krankheit – 1402 als Minderbruder in den Franziskanerorden ein. Für zehn Jahre zog er sich in eine verlassene Einsiedelei zurück, um in völliger Askese zu leben. 1413 übernahm er den Pförtnerdienst im Kloster in Fiésole. Ab 1417 wanderte er als Bußprediger lehrend durch Italien. In Perugia hielt er 1425 eine berühmte Predigt, dort wird er noch heute besonders verehrt. Er wirkte Frieden stiftend in italienischen Städtekriegen und wurde schon zu Lebzeiten als Heiliger verehrt. Sein Orden ernannte ihn 1438 zum Generalvikar, doch legte er nach kurzer Zeit diese Würde nieder; auch drei ihm angebotene Bistümer lehnte er ab.
05-20
Bild : Gérard David, um 1500, National Gallery London

21. Mai:
Hermann Joseph von Steinfeld
Priester und Mystiker
* um 1150 in Köln
† 7. April (?) 1241 (oder 1252) in Hoven bei Zülpich

Hermann wurden mystische Erfahrungen zuteil, so die mystische Vermählung mit der Gottesmutter Maria, was ihm den Beinamen „Joseph“ eintrug. Seine Marienliebe war so ausgeprägt, dass sich zahlreiche diesbezügliche Legenden um ihn ranken: Als Kind soll er in der Kölner Marienkirche mit dem Jesuskind gespielt haben; als er dem Jesuskind einer Marienstatue einen Apfel anbot, habe es diesen an sich genommen. Während der Messe ließ seine ekstatische Andacht ihn den Kelch immer mit drei Rosen erfüllt sehen. Hermann dichtete viele Lieder und Hymnen, vor allem für Maria, und schuf eine Art Vorläufer des Rosenkranzes.

22. Mai:
Rita von Cascia
Nonne, Mystikerin
* 1380 (oder 1360) in Rocco Porena bei Cascia in Umbrien
† 20. Mai 1447 in Cascia

Rita wurde gegen ihren Willen zur Ehe gezwungen. Nach 18 Ehejahren wurde ihr gewalttätiger Mann ermordet. Die beiden Söhne schworen Blutrache, Rita betete, dass sie lieber sterben sollten als zu Mördern werden, was tatsächlich geschah. Rita wollte nun als Augustiner-Eremitin in Cascia ins Kloster eintreten, wurde aber abgewiesen. Die Überlieferung berichtet, dass daraufhin Johannes der Täufer, Augustinus und Nikolaus von Tolentino in einer nächtlichen Vision der Rita erschienen und sie zur Klosterpforte führten, worauf sie eingelassen wurde. Sie führte nun ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mystischen Erfahrungen reichten bis zur Sigmatisierung durch die Wundmale der Dornenkrone im Jahr 1443: ein Dorn aus Jesu Krone bohrte sich in ihre Stirn, sie trug von da ab die schmerzende und offene Wunde 15 Jahre lang bis zu ihrem Tod. Vor ihrem Ableben habe sie gebeten, ihr eine Rose aus dem Garten zu bringen; obwohl es bitterkalter Winter gewesen sei, habe ein Rosenstrauß geblüht.
05-22

23. Mai:
Desiderius von Vienne
Erzbischof von Vienne, Märtyrer
* in Autun in Frankreich
† um 611 bei Lyon in Frankreich

Desiderius, ein umfassend gebildeter Mann, wurde um 595 Erzbischof von Vienne. Unter der Bedrängnis von Königin Brunhilde musste er sein Bistum verlassen, konnte aber nach vier Jahren zurückkehren. Er tadelte weiterhin ihre Laster, deshalb ließ sie ihn in der Nähe von Lyon ermorden.

24. Mai:
(Julie) Maria Magdalena Postel
Ordensgründerin
* 28. November 1756 in Barfleur in Frankreich
† 16. Juli 1846 in St.-Saveur-le-Vicomte

Julie Postel kam als junges Mädchen ins Benediktinerinnenkloster in Valignes. Sie verließ das Kloster bald wider, um verwahrlosten jungen Mädchen in ihrem Heimatort beizustehen, wo sie eine Schule gründete. 1798 wurde sie Franziskaner-Terziarin. In den Wirren der französischen Revolution versteckte sie verfolgte Priester und half ihnen bei der Flucht nach England. Weiterhin unterrichtete sie ihre Mädchen, teilte die kargen Mahlzeiten, widerstand den Revolutionswirren. 1805 wurde Maria Magdalena Leiterin einer großen Schule in Cherbourg. 1807 gründete sie den Orden der „Schwestern der christlichen Schulen von der Barmherzigkeit“, der nach stürmschen Jahren 1832 ein Mutterhaus in Cherbourg einrichten konnte.
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25. Mai:
Maria Magdalena von Pazzi
Nonne, Mystikerin
* 2. April 1566 in Florenz
† 25. Mai 1607 daselbst

Als Tochter der florentinischen Adelsfamilie Pazzi geboren, trat Maria Magdalena 1582 ins Karmelitinnenkloster ihrer Heimatstadt ein. Qualvolle körperliche Leiden und seelische Belastungen überwindend, wurde sie zu einer der hervorragendsten Mystikerinnen ihres Ordens. Sie erlebte zahlreiche Visionen, schließlich die mystische Vereinigung mit Gott. 1590 genas sie. Ihr Leichnam ist bis heute unverwest.
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Bild: Jugendbildnis, heute aufbewahrt im Karmelitinnenkloster in Florenz

26. Mai:
Filippo (Philipp) Neri
Ordensgründer, Mystiker
* 21. Juli 1515 in Florenz
† 26. Mai 1595 in Rom

Filippo Romolo de Neri war Sohn eines Rechtsanwaltes, wurde aber früh Waise. Er besuchte die Dominikanerschule. Arm und mittellos ging er 1533 nach Rom, dort war er 16 Jahre lang als Erzieher in einer Familie tätig. Er studierte Theologie und Philosophie.1548 gründete Filippo gemeinsam mit seinem Beichtvater die „Bruderschaft der Heiligsten Dreieinigkeit“, eine Gesellschaft von Laien zur Betreuung von bedürftigen Rompilgern, Kranken und Armen. 1551 empfing Filippo die Priesterweihe und schloss sich bald darauf der Kirchengemeinde von San Girolamo della Carità in Rom an. 1575 begann er mit dem Bau der wuchtigen Kirche S. Maria in Vallicella, auch „Chiesa Nuova“ genannt, die aber erst 10 Jahre nach seinem Tod fertiggestellt wurde; in ihr ist der goldene Schrein mit seinen Gebeinen zu finden.
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Bild: Portrait von Frederico Zuccari, 1593

27. Mai:
Augustinus von Canterbury
Glaubensbote in England, erster Erzbischof von Canterbury
* um 546 in Italien
† 26. Mai 604 (?) in Canterbury

Augustinus, war Benediktinermönch, dann Prior im Andreaskloster auf dem Monte Coelio in Rom, das im Familienbesitz von Papst Gregor I., dem Großen war. Er wurde 596 zusammen mit vierzig Mönchen von Papst Gregor zur Mission nach England geschickt. Als Augustinus und seine Mönche Aix-en-Provence erreichten, waren sie von den Berichten über die wilden Inselbewohner dermaßen entsetzt, dass Augustinus nach Rom zurückkehrte und das Unternehmen aufgeben wollte. Doch der Papst bestand auf seiner Anweisung, erhob Augustinus zum Abt, gab ihm Einführungsschreiben an die fränkischen Fürsten mit, und so brachen sie im Juli zum zweitenmal auf. Am 2. Juni 597 ließ sich der König selbst taufen. Die Königin stellte den Missionaren ihre Hofkapelle zur Verfügung, die im Osten von Canterbury gelegene Martinskirche, von deren Grundfesten es noch Überreste gibt. Am Weihnachtstag 597 fand in Canterbury die Massentaufe von zehntausend neuen Christen statt.

28. Mai:
Rudhard von Au
erster Probst in Au
* in Bayern
† um 1150 in Au am Inn in Bayern

Rudhard war der erste Probst im Augustiner -Chorherrenstift Au am Inn, das um 1120 durch die Grafen von Megling gegründet wurde an der Stelle, an der bis zur Zerstörung durch die Ungarn 907 ein Benediktinerkloster stand.

29. Mai:
Theodosia von Konstantinopel
Nonne, Märtyrerin
† 29. Mai 726 in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul

Die Reliquien der Theodosia wurden in der nach ihr benannten Kirche in Istanbul bewahrt, die im 15. Jahrhundert in eine Moschee umgewandelt wurde.

30. Mai:
Pius V.
Papst
* 17. Januar 1504 in Bosco Marengo bei Alessandria
† 1. Mai 1572 in Rom

Er wurde mit 14 Jahren Dominikanermönch.Ab 1556 war er Bischof von Sutri und Nepi im Norden von Rom, 1557 wurde er zum Kardinal ernannt und schließlich 1566 als Papst gewählt. Seine strengen Reformen und repressive Maßnahmen gegen Andersdenkende stärkten die römische Kirche zur Zeit der Gegenreformation. Bestattet ist Pius in San Maria Maggiore in Rom.
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31. Mai:
Mechthildis von Dießen
Äbtissin in Edelstetten
* um 1125 in Andechs in Bayern
† 31. Mai 1160 in Dießen in Bayern

Mechthildis war die Tochter des Grafen Berthold II. von Andechs. Mit fünf Jahren wurde sie zur Erziehung ins Augustinerkloster nach Dießen gegeben. Dort wurde sie Priorin, 1153 nach direkter Aufforderung durch Papst Anastasius IV. Äbtissin im Kloster Edelstetten bei Krumbach, wo sie tiefgreifende Reformen durchführte. Bald schon kehrte sie aber kränklich nach Dießen zurück. 1468 wurden ihre Gebeine erhoben und 1488 in der Stiftskirche von Dießen beigesetzt, wo sie bis heute in einem Glassarg aufbewahrt werden.
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Bild: Bartholomäus Holzer: Gemälde im Münster in Dießen am Ammersee

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon