März

1. März:
Albinus von Angers
Bischof von Angers
* um 496
† 554

Albinus war Augustiner Chorherr bei Angers, wurde Abt im Kloster Tincillacense in Westfrankreich und 529 Bischof von Angers. Er stellte die religiöse Zucht in seiner Diözese wieder her und wurde durch Wundertaten bekannt.

2. März:
Agnes (Anezka) von Böhmen
Äbtissin
* 1207 (?) in Prag
† 2. März 1282 daselbst

Anezka war die Tochter des böhmischen Königs Ottokar I., der seine Tochter als Mittel zum politischen Zweck gebrauchte. Noch als Kind verlobte er sie mit Boleslaw von Schlesien und überließ sie ihrer zukünftigen Schwiegermutter zur Erziehung, die sie den Zisterzienserinnen von Stift Treblitz anvertraute. Als ihr Bräutigam starb, versuchte der Vater sie dem zukünftigen Thronerben aufzudrängen, dem späteren Heinrich IV. Doch dann warben der deutsche Kaiser Friedrich II. und der englische König um die böhmische Prinzessin und ihr Vater verlobte sie gegen ihren ausdrücklichen Willen mit dem deutschen Kaiser; erst durch die Fürbitte des Papstes konnte sie Friedrich II. überreden, sie wieder freizugeben. Sie wollte Elisabeth von Thüringen nacheifern; mit Klara von Assisi stand sie in Briefkontakt. 1234 legte Anezka ihre Krone ab und trat den Klarissinnen bei. Ihren Bruder, der inzwischen König geworden war, bat sie, nahe bei ihrer Wohnung ein Franziskanerinnenkloster zu bauen, dessen Äbtissin sie später wurde. Um dieses klösterliche Zentrum herum bildeten sich weitere Gemeinschaften, Pflegestellen, Waisenhäuser und Heimatlosenasyle. Sie gründete das Hospital von Prag und daneben die Salvatorkirche.

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Bild: Agnes pflegt einen Kranken. Kreuzherren-Altar von 1492, heute in der Nationalgalerie in Prag

3. März:
Kunigunde von Luxemburg
Deutsche Kaiserin, Nonne
* um 980 in Luxemburg
† 3. März 1033 (oder 1039) in Kaufungen bei Kassel

Kunigunde war die Tochter des Grafen Siegfried von Lützelburg und wurde 999 die Frau von Kaiser Heinrich II. 1002 wurde sie mit diesem in Paderborn durch Erzbischof Willigis von Mainz zur deutschen Königin, 1014 in Rom durch Papst == Benedikt VIII. zur Kaiserin gekrönt. Sie nahm an den Regierungsgeschäften ihres Mannes regen Anteil und führte das Regiment, wenn Heinrich abwesend war.Kunigunde widmete sich den den Armen und Kranken, erbaute Siechenhäuser und stand zusammen mit ihrem Mann durch reiche Schenkungen an der Wiege des Bistums Bamberg. Die Handwerker am Dom von Bamberg sollten ihren Lohn aus der Schale, die sie hielt, selbst entnehmen – keiner aber konnte mehr Pfennige ergreifen, als er nach seiner Leistung verdient hatte. Sie gründete vor 1017 das Benediktinerinnenkloster in Kaufungen, in das sie nach Heinrichs Tod 1024 selbst als einfache Nonne eintrat.
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Bild: Tilman Riemenschneider: Sarkophag im Bamberger Dom

4. März:
Kasimir von Polen
Königssohn
* 5. Oktober 1458 in Krakau/Kraków
† 4. März 1484 in Grodno in Litauen, heute in Weißrußland

Kasimir war der Sohn des polnischen Königs Kasimir IV. und seiner Frau Elisabeth, der Tochter des böhmischen und ungarischen Königs. Als Kasimir 13 Jahre alt war, wurde er vom ungarischen Adel zum König gewählt, sein Rivale Mattias Corvinus verhinderte aber den Amtsantritt, weil er selbst König werden wollte. Kasimir konnte sich nun ganz seinen geistlichen Neigungen hingeben. 1481 lehnte er die erwünschte Ehe mit der Tochter des deutschen Kaisers Friedrich III. ab, da er Keuschheit gelobt habe. Als sich sein Vater für einige Jahre in Litauen aufhalten musste, um sein Reich gegen russische Infiltration zu schützen, übernahm Kasimir von 1479 bis 1483 als Regent die Reichsverwaltung und erwarb sich schnell Anerkennung und Achtung beim Volk als “Bruder und Beschützer der Armen” wegen seiner Gerechtigkeit und Sittenstrenge, aber auch weil es ihm gelang, Ordnung gegen das Räuberunwesen wieder herzustellen. Als sein Vater ihn zur Unterstützung nach Litauen holte, erkrankte er dort an einer plötzlich auftretenden Schwindsucht und starb am Hof in Grodno.
03-04
Bild: Gemälde aus dem 17. Jahrhundert

5. März:
Robert Spiske
Ordensgründer
* 29. Januar in Lissa, dem heutigen Leszno
† 5. März 1888 in Breslau, dem heutigen Wroclaw

Robert Spiske war Priester und Domherr in Breslau. Um Waisenkinder zu betreuen, gründete er die “Hedwigschwestern”, die 1892 päpstlich anerkannt wurden.

6. März:
Fridolin von Säckingen
Glaubensbote am Oberrhein, Abt in Säckingen
* in Irland (?)
† 538 (?) in Säckingen in Baden-Württemberg

Die Legende lässt Fridolin Ende des 5. Jahrhunderts, aus Irland kommend, in Poitiers das Grab des von ihm verehrten Hilarius aufsuchen. Er fand das Grab und die Kirche durch die Völkerwanderung zerstört vor, bestattete die im Schutt gefundenen Gebeine von Hilarius und erbaute eine neue Hilarius-Kirche, wofür ihn der Bischof von Poitiers zum Abt des zur Kirche gehörenden Klosters erhob. Durch einen Traum bewegt, zog er dann nach Alemannien, predigte, baute Hilarius-Kirchen und gründete das Kloster Säckingen auf einer Rheininsel, die ihm der Kaiser Chlodwich I. geschenkt habe. Als Abt dieses Klosters missionierte er das Gebiet am Oberrhein. Urso, der ihm ein großes Stück Land, den heutigen Kanton Glarus in der Schweiz, geschenkt habe, soll er wieder zum Leben erweckt haben, damit er diese Schenkung gegenüber seinem Bruder bezeuge, der Fridolin das Land wieder abnehmen wollte. Auch in diesem Landstrich erbaute Fridolin Hilarius-Kirchen, daher der Name des heutigen Schweizer Kanton “Glarus”; das Kantonswappen zeigt Fridolin als Pilger.

7. März:
Perpetua
Märtyrerin
† 202 oder 203 in Karthago beim heutigen Tunis

Perpetua aus vornehmen Haus und ihre Sklavin Felicitas wurden verhaftet, weil sie sich als Katechumene auf die Taufe vorbereiteten. Perpetua ging der Überlieferung nach mit ihrem kleinen Sohn ins Gefängnis und empfing dort die Taufe. Ihr Vater versuchte erst mit Gewalt, dann mit Bitten und Flehen und unter Tränen, sie vom Christentum abzubringen, aber sie blieb standhaft und wurde mit ihrer Sklavin und weiteren Christen bei einer Vorführung, die Kaiser Septimus Severus zum Geburtstag seines Sohnes abhalten ließ, im Zirkus wilden Tieren vorgeworfen und dabei schwer verletzt. Die Legende erzählt, dass sie daraufhin zuerst ihre Haare wieder geordnet habe, weil es sich nicht gebühre, während der Verherrlichung zum ewigen Leben ein ungepflegtes oder gar trauriges Bild abzugeben. Dann ging sie dem noch unerfahren Henker, der sie zu erdolchen hatte, zur Hand, und half ihm, ihre Kehle zu durchschneiden. Bald schon wurde über dem Grab von Perpetua und Felicitas eine Kirche erbaut. Sie gehören zu den ältesten Blutzeugen des Christentums, deren Schicksal zuverlässig überliefert ist.

8. März:
Johannes von Gott
Ordensgründer
* 8. März 1495 in Montemór o Novo
† 8. März 1550 in Granada

Johannes lief als kleines Kind von zuhause fort, nachdem ihm ein Priester, der bei seiner Familie zu Gast war, begeistert von Spanien erzähle. Als nach Wochen das Kind noch nicht wieder gefunden war, starb die Mutter vor Verzweiflung, der Vater trat als Laienbruder in einen Orden ein, ohne je im Leben sein Kind wieder zusehen. Das Kind jedoch fand rund 60 km entfernt Unterschlupf bei einem Hirten, lernte lesen und schreiben, entwickelte sich zu einem klugen und viel versprechenden jungen Mann. Als man ihn drängte zu heiraten, floh er in den Militärdienst und kämpfte erst im spanisch-französichen Krieg, dann gegen die Türken in Ungarn. Johannes fühlte sich berufen, wusste aber nicht so recht, wozu. Eine seiner Ideen war, nach Afrika in die Mission zu gehen und dort das Martyrium zu erleiden. Von einer Wallfahrt nach Santiago di Compostella erhoffte er Klärung. Ein Mönch hielt ihm vor, in seiner “Berufung” verstecke sich viel Stolz und Selbstliebe, er solle sich bescheiden; Johannes zog nach Gibraltar und verkaufte Heiligenbildchen. Dort hörte Johannes 1538 den berühmten Bußprediger Johannes von Ávila. Der begeisterte ihn so, dass Johannes anschließend wie besessen durch die Stadt rannte und ins Irrenhaus eingewiesen wurde. Als der Prediger von der verblüffenden Wirkung seiner Predigt erfuhr, besuchte er den Patienten und legte ihm als Buße auf, seine Begeisterung in Bahnen zu lenken, die anderen Menschen nütze. Johannes stellte sich die Krankenpflege zur Aufgabe. Nachts sammelte er Holz, mit dem Verkaufserlös kaufte er Arznei und Pflegemittel. 1540 konnte er in Granada ein Krankenhaus eröffnen. Immer mehr junge Leute schlossen sich ihm an, die Bewunderung und Verehrung in der Bevölkerung wuchs, es entstand ein Verein für Laien mit Aufgaben in der Krankenpflege. Beim Versuch, einen jungen Mann aus dem Wasser vor dem Ertrinken zu retten, erkrankte der durch jahrelangen rücksichtslosen Einsatz geschwächte Johannes und starb. Der von Johannes gegründete Verein übernahm 1572 die Regeln der Augustiner, aus ihm entwickelte sich der “Orden der Barmherzigen Brüder”, der 1586 vom Papst bestätigt wurde. Die “Barmherzigen Brüder vom heiligen Johannes von Gott” gelten als bedeutendster Männerorden für Krankenpflege und sind heute auf der ganzen Welt verbreitet.
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Bild: Älteste und authentischste Darstellung von Pedro de Raxis, heute in Granada

9. März:
Franziska von Rom (Francesca Romana, “Coecolella”)
Ordensgründerin, Mystikerin
* 1384 in Rom
† 9. März 1440 daselbst

Francesca war die Tochter der Adelsfamilie de Busci. Von Kindesbeinen an zog es sie zum Ordensleben, oft spielte sie “Märtyrerin”. Wohl als Gegenmittel verordnete ihr Vater der Elfjährigen die Ehe: sie wurde 1395 mit Lorenzo de Ponziani verheiratet und war 40 Jahre lang Ehefrau und Mutter von sechs Kindern. Francescas Sehnsucht galt eigentlich dem Leben im Kloster, ähnlich erging es ihrer Schwägerin. Die beiden Freundinnen hatten verständnisvolle Männer, die sie gegen Anfeindungen aus der Familie und der Stadt in Schutz nahmen, denn eine “fromme Frau” passte nicht so recht in das Rom jener Zeit: die Kirche befand sich in jämmerlichem Zustand, es war die Zeit der Schismen mit zwei, zeitweise drei Päpsten, Rom war zerstört, Schafe weideten im Petersdom, Wölfe streunten durch die Stadt, die Pest sucht ihre Opfer. Francesca verbrachte den Tag mit Gebet, im Dienst an Armen und Kranken und als Hausfrau, sie soll täglich nicht mehr als zwei Stunden geschlafen haben. Aus einem Teil ihres Palastes machte sie ein Krankenhaus und kümmerte sich um die Pestkranken. 1436 starb ihr Mann; als ihre Schwiegertochter sie aus dem Haushalt vertrieb, wurde sie in der Vorstadt Tor de’ Specchi Nonne, alsbald Oberin der bereits 1425 von ihr gegründeten “Compagnia delle Oblate del Monastero Olivietano di S. Maria Nuove”, dem weiblichen Zweig des “Olivetanerordens”, einer Vereinigung caritativ tätiger adliger Frauen nach der Regel der Benediktiner.
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Bild: Glasschrein mit den Gebeinen der bekleideten Francesca Romana in der nach ihr benannten Kirche in Rom

10. März:
Maria Eugenia von Jesus (Marie-Eugénie Milleret)
Ordensgründerin
* 26. August 1817 in Metz in Frankreich
† 10. März 1898 in Auteuil in Frankreich

Marie-Eugénie Milleret gründete 1934 die “Schwestern von der Himmelfahrt”, die “Assumptionistinnen”, die sich die Erziehung junger Mädchen zur Aufgabe stellte. 1867 wurde die Gemeinschaft vom Papst approbiert, 1888 bestätigt. Als Marie-Eugénie starb, arbeiteten 1,100 Schwestern in 29 Häusern in ganz Europa, in Amerika und auf den Philippinen.
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11. März:
Eulogius von Córdoba
Presbyter, Märtyrer
* in Córdoba
† 11. März 859 daselbst

Eulogius wurde früh Diakon und bald darauf Presbyter in seiner Heimatstadt. Zur Zeit der maurischen Herrschaft von Emir Abderrahman II. drängten sich Christen zum Martyrium, indem sie ohne Veranlassung Mohammed schmähten, worauf die Todesstrafe stand; Eulogius verteidigte die freiwilligen Märtyrer und wurde deswegen gefangen genommen, aber bald schon wieder Zeit aus der Haft entlassen. 858 wurde er zum Erzbischof von Toledo gewählt, aber Emir Muhammed verweigerte die Bestätigung der Wahl. Als Eulogius ein christlich gewordenes Maurenmädchen bei sich aufnahm, wurde er verhaftet und wegen Schmähung Mohammeds enthauptet. Eulogius’ Schriften sind die Hauptquellen für die Geschichte der spanischen Märtyrer seiner Zeit. == Alvar von Córdoba war sein Freund und Biograph.

12. März:
Fina
Jungfrau
* 1238 in San Gimignano
† 12. März 1253 daselbst

Fina, Tochter armer Leute, hatte selbst kaum zu essen, gab aber dennoch an noch Ärmere ab. Sie ertrug Krankheiten und Leiden und führte im armseligen Elternhaus ein klösterliches Leben, bis sie im Alter von nur 15 Jahren, aber schon im Ruf der Heiligkeit, starb. Im Dom von San Gimignano fand sie ihre letzte Ruhetätte. Levkojen blühten nach der Überlieferung schon im März an ihrem Todestag auf der Stadtmauer und ihrem Sarg.
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Bild: Domenico Ghirlandaio: Tod der Fina. Fresko im Dom von San Gimignano

13. März:
Paulina von Paulinzella (von Thüringen)
Klostergründerin
* in Sachsen
† 14. März 1107 in Münsterschwarzbach

Paulina, eine sächsische Adlige, zog als Witwe zusammen mit mehreren Gefährtinnen 1102 in den Thüringer Wald und gründete das heute nach ihr benannte Doppelkloster Paulinzella. Der männliche Teil wurde mit Benediktinermönchen aus Hirsau besiedelt, im weiblichen lebte sie selbst als Reklusin. Während einer Reise nach Hirsau erkrankte sie und starb. Paulinas Gebeine wurden in die zwischen 1112 und 1132 erbaute Basilika von Paulinzella gebracht. 1534 wurde in der Reformation das Kloster aufgelöst, die Kirche zerstört.
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Bild: Ruine der dreischiffigen Säulenbasilika vom Anfang des 12. Jahrhunderts

14. März:
Mathilde
Wohltäterin, Klostergründerin
* um 895 in Engern in Sachsen
† 14. März 968 in Quedlinburg

Mathilde war die Tochter des sächsischen Grafen Dietrich; sie wurde bei ihrer Großmutter, der Äbtissin im Frauenstift Herford, erzogen. Sie war schön, anmutig, gelehrt, geschickt. Herzog Heinrich von Sachsen, der spätere König Heinrich I., vermählte sich 909 mit ihr. Mit ihm bekam sie fünf Kinder, darunter den späteren Kaiser Otto I. und Bruno, den späteren Erzbischof von Köln. Mathilde war eine Frau, die auch schwere Schicksalsschläge wegsteckte: der frühe Tod ihres Mannes und die Probleme der Thronnachfolge, das Misstrauen ihrer Kinder – vor allem ihres Lieblingssohnes Heinrich -, die in der fast grenzenlosen Freigiebigkeit der Mutter und deren Nächstenliebe eine Verschwendung von Throngeldern vermuteten, schließlich der frühe Tod eben jenes Lieblingssohnes Heinrich. Nach dem Tod ihres Mannes 936 gab sie sich ganz den Werken der Barmherzigkeit hin. Sie war eine “gute Mutter der Nation”, eine edle Dame, eine fromme und demütige Gläubige, weltoffen und klug. Auf ihre Stiftung gehen die Klöster Quedlinburg, Pölde, Engern und Nordhausen zurück. In Quedlinburg ist sie begraben.

15. März:
Klemens Maria Hofbauer
Ordenspriester
* 26. Dezember 1751 in Taßwitz in Südmähren
† 15. März 1820 in Wien

Johannes Dvorcak – so sein büprgerlicher Name, der Vater war Tscheche – wurde Bäcker, weil seine Eltern die Ausbildung zum Priester nicht finanzieren konnten. Mit Hilfe wohlmeinender Leute konnte er doch noch das Theologiestudium in Wien beginnen und 1784 in Rom vollenden. Ein Jahr später schloss er sich dort dem kurz zuvor gegründeten Redemptoristenorden an und empfing die Priesterweihe. Zunächst wurde er zur Seelsorge an Deutschen nach Warschau gesandt. Hofbauer und sein Freund Pater Hübl gründeten zunächst eine Armenschule für 350 Jungen, dann eine Art Gymnasium als Mädchenschule. Hofbauer versorgte streunende und verwaiste Kinder und richetete die “immerwährende Mission” ein: eine den ganzen Sonntag andauernde Gottesdienst- und Predigt-Veranstaltung mit dem Ziel, dem geistigen und moralischen Verfall der Großstadt entgegenzuwirken; außerdem gründete er aktive Laiengruppen. Von Warschau aus wirkte er bis nach Deutschland und in die Schweiz hinein. 1808 zerstörten die Folgen der napoleonische Kriege sein Lebenswerk, er musste Warschau verlassen und ging wieder nach Wien. In Wien zog Hofbauer mit seiner natürlichen, bäuerlichen, manchmal auch derben Art, die dem aufgeklärt-rationalistischen Zeitgeist widersprach, die Menschenmassen an; das brachte ihm den Beinamen “Apostel von Wien” ein. Die Staatspolizei bespitzelte ihn als Gegner der Aufklärung. Als Verfechter einer ausgesprochenen Individualseelsorge wurde er zum Erfinder der Hausbesuche. Hofbauer pflegte Kontakt und Freundschaft zu Künstlern, v. a. der Deutschen Romantik; im “Hofbauer-Kreis” traf er sich mit Clemens von Brentano, Joseph von von Eichendorff und Friedrich von Schlegel. Er verkehrte mit Studenten und Gelehrten ebenso wie mit einfachen Leuten und Armen, denen er – unter seinem Mantel verborgen – Essensreste brachte. Gegen Ende seines Lebens erfüllte sich ein Lebenstraum: zur Wiedergutmachung für Verfolgung und Kontrolle durch die staatliche Sicherheitspolizei erlaubte Kaiser Franz die Zulassung des Redemptoristenordens in Österreich.
03-15

16. März:
Abban von Magheranoidhe
Glaubensbote in Wexford
† 16. März 620

Abban war der Neffe von == Ibar und der Sohn von Cormac, dem König von Leinster. Er gründete viele Kirchen in der heutigen Grafschaft Wexford. Sein Haupt-Kloster war in Magheranoidhe, dem heutigen Adamstown; er gründete auch das Kloster in New Ross, das später als Schule der Scholastik bekannt wurde.

17. März:
Gertrud von Nivelles (von Karlburg)
Äbtissin von Nivelles
* 626
† 17. März 653 oder 659 in Nivelles

Gertrud war eine Tochter von Pippin, dem Älteren, und wurde, als ihre Mutter 652 starb, Äbtissin des von ihrer Mutter Itta gegründeten Klosters in Nivelles. Sie bemühte sich vor allem um die Bildung der weiblichen Jugend, ließ sich Bücher aus Rom kommen, war eine hervorragende Kennerin der Bibel. Ihr außerordentlicher Eifer für die Betreuung von Kranken, Witwen, Pilgern und Gefangenen läßt sie zur besonderen Patronin von Spitälern werden, die im Mittelalter allenthalben ihren Namen tragen. Ihr Gebet vertrieb nach der Legende eine Mäuse- und Rattenplage und rettete damit die Ernte in der Gegend; auch Mäuse, die sie beim andächtigen Spinnen störten, vertrieb sie. “Gertrudenminne” trank man beim Abschiednehmen oder nach einer Versöhnung.
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Bild : Holzstatue von 1725, in der Klosterkirche in Aruca in Portuga

18. März:
Cyrill von Jerusalem
Bischof von Jerusalem, Kirchenlehrer
* um 315 in Jerusalem
† 18. März 386 daselbst

Cyrill war Sohn christlicher Eltern, ein gebildeter Jerusalemer, Priester und ein guter Prediger, der Anerkennung und Achtung genoss und um 350 Bischof von Jerusalem wurde. Wie viele Bischöfe und Theologen seiner Zeit wurde auch er in die Streitigkeiten um den Arianismus hineingezogen. Glaubensstreitigkeiten waren oft das Feigenblatt für Machtpolitik: == Akazius, Bischof von Cäsarea, bezichtigte Cyrill der Ketzerei und der Unterschlagung von Kirchengütern, um Armen zu helfen. Cyrill wurde verbannt und verbrachte fast die Hälfte seines Episkopates im Exil. 24 große Ansprachen von Cyrill sind erhalten, sie gehören zu den wichtigen frühchristlichen Zeugnissen über Taufe und Abendmahl. Cyrill gebrauchte dabei erstmals den Begriff der “Wandlung” der Elemente beim Abendmahl.

19. März:
Marcel Callo
Märtyrer
* 6. Dezember 1921 in Rennes in Frankreich
† 19. März 1945 in Mauthausen

Marcel war das zweite von acht Kindern einer frommen Familie. Nach dem Abschluss der höheren Grundschule absovierte er eine Lehre als Buchdrucker, außerdem war er Ministrant und Mitglied bei den Pfadfindern, später bei der Christlichen Arbeiter-Jugend. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Deutschen verhalf er vielen Franzosen, die zur Zwangsarbeit abkommandiert waren, zur Flucht in die freie Zone des Landes. Selber wählte er die Unfreiheit in Deutschland, um vor allem im Opfer Vorbild zu sein: “Ich gehe nach Deutschland, um den andern zu helfen durchzuhalten.” 1943 kam Marcel Callo ins Arbeitslager Zella-Mehlis, wo er trotz seiner stets labilen Gesundheit 10 – 11 Stunden in einem Rüstungsunternehmen arbeiten musste. Am 19. April 1944 wurde er wegen seines religiösen Einsatzes unter den Kameraden verhaftet: “Durch seine katholische und religiöse Aktion hat er sich als Schädling für die Regierung der nationalsozialistischen Partei und für das Heil des deutschen Volkes erwiesen”: Er kam erst nach Gotha ins Gefängnis, dann im Oktober ins Konzentrationslager Mauthausen. Dort starb er an den Folgen von Entbehrungen und Misshandlungen.
03-19

20. März:
Cuthbert von Lindisfarne
Bischof von Lindisfarne
* um 635 bei Melrose in Schottland (?)
† 20. März 687 auf der Insel Farne

Cuthbert trat 651 in das Benediktinerkloster von Melrose ein. Als Mönch begleitete er seinen Vorsteher nach Ripon, um dort eine neue Abtei zu gründen. Als diese Gemeinschaft sich jedoch weigerte, die von Rom verabschiedeten Reformen des Ordenswesens zu akzeptieren, wurden ihre Mitglieder aus der Stadt gewiesen und kehrten nach Melrose zurück. 661 übernahm Cuthbert selbst die Leitung des Klosters. Später beugte er sich den Beschlüssen der Synode von Whitby, welche die römischen Beschlüsse 664 annahm, und führte sie als Prior in der Abtei von Lindisfarne in Northumberland selbst ein. Er verblieb bis 676 in diesem Amt, dann zog er sich in eine Einsiedelei auf der Insel Farne zurück. 684 übernahm er das Bistum von Hexham und ließ sich 685 zum Bischof von Lindisfarne berufen. Zwei Jahre später kehrte er wieder in seine Klause zurück, wo er kurz darauf starb. An Cuthberts Grab ereigneten sich immer wieder Wunder. 875 zerstörten die Dänen Lindisfarne, 999 kamen Cuthberts Gebeine nach Durham. 1104 bahrte man seine Überreste in einem Schrein in der Kathedrale von Durham auf, der während der Reformation zerstört wurde. Daraufhin bestattete man Cuthbert unter dem Kirchenschiff. 1826 wurde das Grab geöffnet und einige Reliquien entnommen. In der angelsächsischen Kirche ist Cuthbert einer der prominentesten Heiligen als “Wundertäter von Britannien”.
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Bild: moderne Ikone

21. März:
Emilie Schneider
Nonne, Mystikerin
* 6. September 1820 in Haaren
† 21. März 1859 in Düsseldorf

Julie Schneider war das vierte von zehn Kindern einer in bescheidenen Verhältnissen lebenden Familie. Sie arbeitete als Erzieherin in Lüttich; nach langen inneren Auseinandersetzungen trat sie 1845 in die neue Gemeinschaft der “Töchter vom Heiligen Kreuz” ein. Prägend für Emilie, wie nun ihr Ordensname lautete, war die Frömmigkeit, die ihre Kraft aus der Eucharistie schöpfte – Emilie gilt als “moderne Mystikerin”.

22. März:
José Oriol
Priester, Mystiker
* 23. November 1650 in Barcelona
† 22. März 1702 daselbst

Der promovierte Theologe José wurde 1676 Priester, war Stiftsvikar in Barcelona und wirkte als Seelsorger besonders für Arme und Kranke in aufopferungsvoller Hingabe. “Doktor Brot und Wasser” nannte ihn das dankbare Volk. Starkes Charisma und die Gabe, Wunder zu wirken, zeichneten den asketisch und bußfertig Lebenden aus.
03-22

23. März:
Toribio Alfonso Mongrovejo (von Lima)
Erzbischof von Lima
* 18. November 1538 in Mayorga in Nordwest-Spanien
† 23. März 1606 in Peru

Toribio Alfonso Mongrovejo war Sohn einer vornehmen christlichen Familie. Er studierte Jura und wurde von König Philipp II. 1575 zum Inquisitor in Granada ernannt. 1579 wurde er Erzbischof von Lima. Er reformierte in seiner 37-jährigen Amtszeit das geistliche und das bürgerliche Leben in Peru und widmete sich besonders der Mission unter den Indianern. Er war einer der bedeutendsten Kirchenführer in Amerika überhaupt, Organisator der katholischen Kirche in Peru, ließ Kirchen, Schulen. Klöster und Einrichtungen zur Hilfe für Kranke, Bedürftige und jugendlichen errichten. 13 Synoden und drei Konzile erließen unter seiner Führung Richtung weisende Bestimmungen für die südamerikanische katholische Kirche. Er starb während einer Reise in ein entlegenes Indianerdorf.
03-23

24. März:
Irenaeus von Sirmium
Bischof von Sirmium, dem heutigen Sremska Mitrovica in Serbien, Märtyrer
† 6. April 304

Irenaeus – auch als Bischof wahrscheinlich ein verheirateter Mann mit Kindern – erlitt in der diokletianischen Verfolgung das Martyrium. Sein Verhör vor dem Präfekten Probus, die verhängten Qualen und sein Tod sind in den Acta Irenaei aufgezeichnet, die ein Dokument von anerkanntem historischen Wert darstellen.

25. März:
Maria: Annunziata, “Verkündigung des Herrn”

Das Hochfest “Verkündigung des Herrn” an Maria, auch Nunti oder Ancilla genannt. Der Name Annunziata leitet sich von der lateinischen Festtagsbezeichnung “Verkündigung”, “Annunziatio”, ab. Dies ist der Tag neun Monate vor Weihnachten, an dem der Engelsbote Gabriel Maria mit dem “Englischen Gruß” an Maria die Geburt Jesu ankündigte, die nach der Legende gerade das purpurne Garn für den Tempelvorhang spann oder auch Wasser aus einem Brunnen schöpfte. Das Fest wurde schon Mitte des 6. Jahrhunderts in Konstantinopel gefeiert, im 7. Jahrhundert wurde das Fest auch in Rom eingeführt und auf den damalige Frauentag gelegt; dieser Tag galt damals auch als Frühlingsbeginn. Den Rang eines Hochfestes der katholischen Kirche nimmt der Tag erst seit der Liturgiereform von 1969 ein. Früher begann mit diesem Datum ein neues bürgerliches Arbeitsjahr.
03-25
Bild: Fra Angelico: Verkündigung an Maria (um 1435 – 1440), Fresko im Konvent von San Marco in Florenz

26. März:
Liudger (Ludger)
Bischof von Münster, Glaubensbote bei den Friesen
* 742 in Friesland
† 26. März 809 in Billerbeck in Westfalen

Nach der Missionierung Frieslands durch Iroschotten und Angelsachsen musste die vornehme Familie von Liudger zunächst aus ihrer Heimat Friesland ins Frankenland fliehen. Liudger hatte als elfjähriger Junge noch den greisen Bonifatius <../BiographienB/Bonifatius_Winfried.htm> erlebt, besuchte dann die Klosterschule von Utrecht als Schüler des Gregor und studierte bei Alkuin in York. Zum Priester geweiht wurde er im Jahr 777 in Köln, um dann nach der Eroberung Frieslands durch die Franken im Auftrag von Karl Martell als Missionar nach Friesland zurückzukehren. Von einfallenden Sachsen vertrieben, ging er nach Rom und lebte zwei Jahre bei den Benediktinern in Montecassino; dort hat er wohl auch Kaiser Karl, den Großen, persönlich kennengelernt.
Um 785 wirkte Liudger als Missionar in Westsachsen, der Gegend um die heutige Stadt Münster; Kaiser Karl hatte ihm fünf Gaue als Missionsgebiet gegeben. Liudger konnte als Einheimischer den neuen Glauben in den Herzen der Menschen verankern. Sein ganzes Missionsgebiet habe er auf wunderbare Weise von der Plage der Wildgänse befreit. 793 gründete er das Kloster Monasterium, dem die Stadt Münster ihren Namen verdankt und den Dom St. Paulus, 797 erfolgte die Gründung der Domschule. In Helmstedt errichtete er die Missionszelle, aus der sich später das Benediktinerkloster St. Ludgeri entwickelte. 805 wurde Liudger der erster Bischof von Münster.
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Bild: Liudger als Bischof, Statue in der Schatzkammer in Münster

27. März:
Ensfrid von Köln
Priester, Stiftsdechant in Köln
† 27. März 1192

Ensfrid war Pfarrer in Friedburg, dann Stiftsdechant an St. Andreas in Köln. Der liebenswürdige Seelsorger fiel auf durch originelle Werke der Wohltätigkeit.

28. März:
Ingbert (Karl) Naab
Mönch
* 5. November 1885 in Dahn in der Pfalz
† 28. März 1935 in Straßburg

Karl Naab, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, war Kapuzinerpater. 1932 schrieb er einen offenen Brief an Adolf Hitler, er wurde in über 1.000 Zeitungen über 20 Millionen Mal gedruckt: “Ihre politische Tätigkeit hat eine Seite, die zutiefst in das Gewissen hineingreift, in die Verantwortung vor Gott.” Ab 1933 war er Herausgeber der Zeitschrift “Der gerade Weg”, bald darauf wurden die Redaktionsräume gestürmt. Der Mitherausgeber == Fritz Gerlach wurde verhaftet und erschossen. Ingbert Naab flüchtete nach Straßburg, wo er bald darauf starb.
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29. März:
Gladys (Gundleus)
Königin in Süd-Wales, Einsiedlerin
† um 500 in den Bergen von Wales

Gladys führte ein weltliches Leben, wurde zum Christenglauben bekehrt und zog sich dann als Einsiedlerin zurück: zuerst in Tals des Ebbw, dann in die Berge von Wales.

30. März:
Dodo von Haska
Einsiedler
† 30. März 1232 in Haska

Dodo war Chorherr bei den Prämonstratensern in Mariengaarde – heute Stadtteil von Tilburg. Abt == Siard gab ihm die Genehmigung, erst in Bakkeveen, dann in Haska als Einsiedler zu leben. Überlieferungen berichten, er habe die Stigmatisierung mit dem Leidensmalen Jesu empfangen.

31. März:
Amos
Prophet
* in Tekoa, dem heutigen Chirbet Tequa
wirkte um 760 – 750 v. Chr

Amos, von Beruf Vieh- und Maulbeerfeigenbaum-Züchter, wurde durch eine persönliche Berufung Gottes zum Propheten auserwählt. Im Nordreich Israel hatte er zunächst in der Hauptstadt Samaria – dem heutigen Shomron, dann bei einem Fest am Kultort Bethel – dem heutigen Betin, die Botschaft von der sozialen Ungerechtigkeit und religiösen Scheinheiligkeit des Volkes und der deshalb drohenden Vernichtung auszurichten. Vom Oberpriester deshalb des Landes verwiesen, kehrte er wieder in seine Heimat zurück.

Quellenhinweis: Ökumenisches Heiligenlexikon – www.heiligenlexikon.de
Eine Bereicherung für jeden Tag – Das Heiligenlexikon